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Fr, 08:01 Uhr
17.03.2017

Warum der Trend Richtung Eigenheim geht

Nach einer Umfrage vom Allensbacher Institut für Demoskopie planten 2016 rund 2,1 Millionen ein Eigenheim zu erwerben. Damit stieg die Menge der Interessierten im Vergleich zu den Vorjahren erneut an. Mit dem Bau oder Kauf einer Immobilie in den nächsten zwei Jahren planten sogar 3,83 Millionen Personen...

Warum der Trend Richtung Eigenheim geht (Foto: 13902/Pixabay)

Ein Grund für das gestiegene Interesse liegt die eigene Immobilie liegt in aktuelle Zinspolitik der EZB. Durch die Null-Zins-Politik liegt der Bauzins seit einigen Jahren extrem niedrig ist. Doch früher oder später wird die EZB das Zinsniveau wieder anheben. Daher möchten viele ihr Eigenheim möglichst bald realisiert sehen.

Ein weiterer Grund für die Entscheidung zum Eigenheim liegt in einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis mancher Menschen. So wird die eigene Immobilie von Vielen als eine sichere Altersvorsorge betrachtet.

Das Kosten-Nutzen-Risiko

Doch nicht für jeden lohnt sich der Erwerb eines Eigenheims. Je nach persönlichen Bedürfnissen oder finanzieller Situation bleiben Mietwohnungen die attraktivere Wahl.

Dies gilt vor allem für Personen, die häufig ihre Arbeitsstätte wechseln müssen oder kein geregeltes Einkommen vorweisen können. Ist hingegen eine Familie geplant oder bereits vorhanden, macht es dennoch fast immer Sinn ein Eigenheim zu erwerben, da es später an den Nachwuchs weitergegeben werden kann. Bei ausreichendem Einkommen kann es aber auch für kinderlose Paare interessant sein, da dadurch ein Gegenwert geschaffen wird, der für die eigene Altersvorsorge genutzt werden kann.

Und nicht zuletzt schafft das Eigenheim mehr Raum und Möglichkeiten, sich zu entfalten. Ebenso kann der Aspekt der Privatsphäre ein Argument sein. Mehr Freiheiten in den vier Wänden zu tun oder zu lassen was man möchte, ohne dabei den Vermieter involvieren zu müssen, kann für den ein oder anderen eine attraktive Option darstellen.

Wer beim Hauserwerb sparen möchte, sollte sich vor allem die bereits bestehenden Immobilien auf dem Markt anschauen. Oftmals sind diese Immobilien günstiger, als ein kompletter Neubau. Es müssen nicht erst ein teures Baugrundstück erworben und die ganzen Baukosten getragen werden. Was allerdings eingerechnet werden muss, ist die Grunderwerbssteuer, die sich je nach Bundesland unterscheidet. Insgesamt lassen sich die Kosten bei bestehenden Immobilien recht gut abschätzten.

Vor allem Altbauten können für die Kaufinteressenten interessant sein. Diese sind oftmals sehr solide gebaut und vom Wohnklima besser als so mancher Neubau. Meist werden solche Altbauten jedoch sanierungs- oder renovierungsbedürftig verkauft, wodurch ein fachlicher Beistand nötig wird, um die Kosten gut einzuschätzen. Grob abschätzen lassen sich die entstehenden Kosten durch den Vergleich mit typischen Hauskosten, die auch bei einem Neubau anfallen. Wer also das Dach neu eindecken lassen muss oder die Heizungsanlage erneuern möchte, findet darin eine erste Orientierung.

Dennoch muss auch die finanzielle Situation im Vorfeld geklärt sein. Je weniger Eigenkapital Käufer mitbringen, desto höher ist nicht nur der notwendige Kredit, sondern auch die entstehende Zinsbelastung. Viele Kredit-Partner verfügen über Kredit-Rechner, mit denen im Vorfeld verschiedene Szenarien durchgespielt werden können. Durch die richtige Planung der Finanzierungsfaktoren kann so unter Umständen einiges an Geld eingespart werden. Aber nicht nur die Kosten für Erwerb oder Renovierung sind von Relevanz, auch die zu erwartenden laufenden Kosten müssen im Budget mit eingeplant werden.

So gilt grade bei Altbauten, dass mit höheren laufenden Energiekosten gerechnet werden muss.
Die häufig gefundene Empfehlung, Altbauten nachträglich energetisch zu sanieren, sollte mit Vorsicht genossen werden. Denn nicht immer rechtfertigt die dadurch eingesparte Energiemenge die Kosten, die durch die Sanierungsmaßnahme anfallen. Auch hier helfen also vorzeitig entstehende Kosten zu berechnen und miteinander zu vergleichen.

Kostenfalle energetische Sanierung

Erfahrungswerte zeigen, dass durch die einzelnen Sanierungsmaßnahmen auf Dauer für gewöhnlich zwischen 5 und 20 Prozent Heizkosten eingespart werden können. Mit welcher Maßnahme der höchste Einspareffekt generiert werden kann, kann im Vorfeld durch eine Wärmebildkamera festgestellt werden. Schwachstellen stellen oftmals die Fenster in den Altbauten dar.

Nicht nur, dass die Fensterflächen früher oft größer waren, als bei modernen Bauten, auch die Fensterdichtungen lassen mit der Zeit nach und sorgen für Zugluft und steigende Energiekosten. Bevor die Fenster komplett ausgetauscht werden, sollte daher überprüft werden, ob es nicht reicht neue Fensterdichtungen anbringen zu lassen.

Werden die Fenster komplett getauscht wird für gewöhnlich mit einer Amortisationszeit von 8-15 Jahren gerechnet. Diese kann allerdings je nach Fensterart auch wesentlich höher liegen. Während sich bei Einfachverglasung der Austausch tatsächlich schnell lohnt, kann bei Fenstern mit unbeschichtetem Isolierglas die Amortisation auf 25 bis 30 Jahre ansteigen. Daher ist in jeden Fall ratsam zu prüfen, welche Komponenten des Fensters tatsächlich ausgetauscht werden müssen.
Ein Energieverlust durch unzureichende Wand- und Dachdämmung wird direkt hinter dem Energieverlust durch die Fensterfläche diskutiert.

Doch die Fassadendämmung ist recht aufwendig und daher auch kostenintensiv. Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich eine nachträgliche Fassadendämmung zum verminderten Energieverbrauch meist nicht. Es sei denn, es stehen sowieso Renovierungsarbeiten an der Fassade an. Muss die Fassade ausgebessert oder die Hauswand neu gestrichen werden, kann es sich lohnen die Dämmung direkt mitanbringen zu lassen. Allerdings ist bei der Wahl der Dämmung auf das Material zu achten. Am günstigsten ist der Einsatz von Polystrol, auch als Styropor bekannt. Aufgrund des steigenden Entsorgungsproblems dieses Dämmmaterials ist allerdings zu erwarten, dass es bei einem erneut erforderlichen Austausch der Dämmung zu deutlichen Mehrkosten bei der Entsorgung kommen kann. Zudem besteht die Gefahr einer Verschlechterung des Raumklimas, da Polystrol keine Wärmespeicherfähigkeit aufweist. Dadurch kühlt die Oberfläche nachts schnell ab und die Außenluft kondensiert an ihr. Durch diese ständige Feuchtebelastung kann die Fechte bis in das Innengemäuer eindringen und dort Schimmelbildung provozieren. Somit kann die energetische Sanierung letztendlich zu unbeabsichtigten Mehrkosten führen. Bildquellen: Pixabay.com, ©13902 CC0-Lizenz
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