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Fr, 09:17 Uhr
17.03.2017
DIW-Studie

Ostdeutsche werden zufriedener

Die Menschen in West- und Ostdeutschland sind seit 2015 im Durchschnitt zufriedener als zu jedem anderen Zeitpunkt nach der Wiedervereinigung. Dass die Zufriedenheit in Deutschland im Vergleich zu 1990 deutlich angestiegen ist, geht im Wesentlichen auf den Aufholprozess in Ostdeutschland zurück...

Grafik (Foto: DIW Berlin 2017)
Mittlere Zufriedenheit in Deutschland

Das in Ostdeutschland gemessene Niveau der Zufriedenheit liegt jedoch auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung noch unter dem westdeutschen Niveau (Abbildung 2). Das zeigt eine neue Auswertung von Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin

„So ernüchternd es ist, dass es ihn immer noch gibt: Der Abstand zwischen Ost und West hat sich über die Jahre maßgeblich verringert und ist so niedrig wie noch nie“, sagt SOEP-Direktor Jürgen Schupp, der die Analyse durchgeführt hat.

Den Grund für die relativ große Zufriedenheit hierzulande vermutet Schupp darin, dass Deutschland - trotz aller gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen - viele Krisen der vergangenen Jahre erfolgreich bewältigt habe. Anders als in vielen anderen Ländern habe zum Beispiel die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt und die Wirtschaft in Deutschland nicht aus dem Takt gebracht.

Zufriedenheitsforschung mit SOEP-Daten

Das SOEP befragt seit seinem Gründungsjahr 1984 jährlich mehr als 10.000 Personen zu ihrer Lebenszufriedenheit („Glück“). Auf einer Skala von null bis zehn geben die Befragten an, wie zufrieden sie derzeit alles in allem mit ihrem Leben sind. Die Zahl null bedeutet „ganz und gar unzufrieden“, zehn hingegen steht für „ganz und gar zufrieden“. Die sogenannte Glücksforschung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Forschungsfelder auf der Basis von SOEP-Daten entwickelt. Bis heute sind mehr als 700 SOEP-Studien zum subjektiven Wohlbefinden, zur Zufriedenheit und zum Glück Zufriedenheit erschienen. „Daten zur persönlichen Lebenszufriedenheit sind eine wichtige Größe bei der Messung von Lebensqualität“, sagt SOEP-Direktor Jürgen Schupp. „Wer Aussagen zur Lebensqualität treffen möchte, muss neben den objektiven Lebensbedingungen auch die subjektive Lebenszufriedenheit im Blick haben“.

Zum SOEP

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Das SOEP im DIW Berlin ist Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland und wird unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern gefördert. Für das SOEP werden seit 1984 jedes Jahr vom Umfrageinstitut Kantar Public mehrere tausend Menschen befragt. Zurzeit sind es etwa 30.000 Befragte in etwa 15.000 Haushalten. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Persönlichkeitsmerkmale, Bildung, Gesundheit, Einkommen, Erwerbstätigkeit und Lebenszufriedenheit.

Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können nicht nur langfristige gesellschaftliche Trends, sondern auch die gruppenspezifische Entwicklung von Lebensläufen besonders gut analysiert werden.
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Kommentare

17.03.2017, 12.56 Uhr
honda200 | es darf gelacht werden uber diesen bericht
Mir fehlen einfach nur die Worte.


Es sollten mal Bürger von der Strasse gefragt werden was die dazu sagen.

Wie viele leben immer noch unter der Armutsgrenze.

Und das nach Jahren der Wiedervereinigung.
17.03.2017, 13.15 Uhr
NDHler | honda200
Ich lache mit.
Mich hat auch keiner gefragt, sonst wäre die Quote noch besser ausgefallen!
Mir geht`s hervorragend!
17.03.2017, 22.32 Uhr
Röhrich2 | Herzlichen Glückwunsch NDHler,
alle anderen Arbeitnehmer holen spätestens 10 Tage vorm Zahltag die real gezahlten Nettolöhne ein. Es gibt natürlich Ausnahmen. Die Ausgaben für Energie (Gas, Strom etc.) haben sich seit dem Jahr 2000, beispielsweise, mehr als verdoppelt! Mit den Lebensmitteln sieht die Sache ähnlich aus. Der Verdienst ist im gleichen Zeitraum hingegen nicht um das Doppelte gestiegen. Und viele andere Dinge, die hier im Land passieren, tragen, zumindest bei mir, absolut nicht zur Zufriedenheit bei.
MfG HJP
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