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Fr, 18:00 Uhr
17.03.2017
Landespolitiker äußern sich

Neue Tourismusstrategie des Landes

CDU-Fraktion kritisiert neue Tourismusstrategie des Landes. Bühl: „Thüringen endet nicht nach Weimar“. Allerdings ist diese Kritik auch sehr einseitig, wie kn bemerkt...

„Was soll das für eine Strategie sein, die ganze Regionen touristisch abhängt? Thüringen endet nun mal nicht nach Weimar. Umso trauriger, dass man das ausgerechnet einem gebürtigen Geraer erklären muss.“ Das hat der tourismuspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Andreas Bühl, zur heutigen Berichterstattung über die neue Tourismusstrategie von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee gesagt. In der neuen Strategie wird es demnach keine Ausrichtung auf die bisherigen thematischen Säulen des Tourismus geben, sondern nur noch sogenannte Schauerfenster, in denen nur noch Erfurt, Wartburg, Rennsteig und Weimar als Leitprodukte stehen sollen. „Wenn man schon eine solche Strategie vorschlägt, dann muss man die regionalen Tourismusverbände sowohl finanziell als auch personell in die Lage versetzen, sich selbst nach außen zu vermarkten. Momentan bewegen sich diese Verbände am Existenzminimum, da die Thüringer Tourismus GmbH das ganze Land vermarkten sollte“, kritisierte Bühl.

Enttäuscht zeigte sich der CDU-Politiker über das Vorgehen der Landesregierung, nun mit der Veröffentlichung der neuen Tourismusstrategie vorzupreschen: „Wir hatten uns auf der ITB mit der Landesregierung darauf verständigt, das Eckpunktepapier am vergangenen Donnertag noch einmal intensiv im Wirtschaftsausschuss zu diskutieren, da viele Fragen zur Entwicklung des Thüringen Tourismus offen geblieben sind. Doch was macht die Landesregierung? Sie verschiebt den Ausschuss-Termin auf April und präsentiert das mit vielen Fragen behaftete Eckpunktpapier kurzerhand als künftige Strategie.“ Es sei ernüchternd, dass die Landesregierung den Diskurs über die künftige touristische Ausrichtung Thüringens so offensichtlich scheue, so Bühl. „Stattdessen versucht die Landesregierung, unangenehmen Fragen mit Hilfe von Taschenspielertricks aus dem Weg zu gehen“, so das Fazit des CDU-Abgeordneten.

Kritik übte Bühl auch an den „ebenso vagen wie altbackenen“ Digitalisierungs-Konzepten der Landesregierung, die nicht über eine zentrale Bereitstellung von Inhalten hinausgehe. „Die Digitalisierung des Thüringen Tourismus ist weder überzeugend noch visionär. Wir wollen aber ein digitales Wachstumsland werden, dafür brauchen wir innovative Ideen und nicht nur Altbewährtes“, sagte Bühl. Auch die Suche nach einem vermarktbaren Alleinstellungsmerkmal, das Thüringen besonders auszeichnet, habe die Landesregierung offenbar aufgegeben. Aus den Eckpunkten gehe ein Solches jedenfalls nicht hervor, so der CDU-Tourismuspolitiker abschließend.

Kommentar kn

Mit der Bemerkung gleich am Anfang der Meldung, "Thüringen endet nun mal nicht nach Weimar" meint Bühl von der Ausdrucksweise her sicher nur das östlich davon Jena und Gera fehlen.

Das der ganze Norden mit dem drittgrößten Denkmal Thüringens überhaupt nicht im Tourismuskonzept enthalten ist, schein Herr Bühl auch nicht bemerkt zu haben.

Karl-Heinz Herrmann
Redaktion kn
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