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Di, 05:36 Uhr
18.04.2017
Neues aus Bad Frankenhausen

Die versteckte Goldene Kutsche von Sondershausen?

Im Schlossmuseum Sondershausen steht ein Kleinod, sogar einzigartig in Deutschland und auch nicht oft in ganz Europa, aber vom Marketing praktisch kaum erfasst. Hier einige Anmerkungen von kn...

Jüngst wurde im Hauptausschuss der Stadt Sondershausen das Thema Tourismus und Marketing behandelt. Der Schwerpunkt soll beim Marketing künftig beim Thema Musikstadt Sondershausen liegen, frei nach dem Motto man muss sich auf ein Thema konzentrieren, kn berichtete:
Sondershausen setzt auf Musik und im Forum Sondershausen setzt auf Musik - Visionen oder Realität

Ein Kernpunkt in diesem Konzept und als Besuchermagnet werden immer wieder die Thüringer Schlossfestspiele bezeichnet. Ja das sind sie, aber die bisherigen Vorstellungen waren schon von der Auslastung her sehr gut besucht!

Bleibt die Frage zu stellen, wie sollen die Schlossfestspiele zusätzlich mehr Touristen in die Stadt locken? Das geht nur über eine größere Tribüne und / oder über deutlich mehr Vorstellungen! Ist das realistisch?

Werden "Musikpfade" (zum Beispiel vom Possen zur Innenstadt) Touristen in die Stadt locken? Hier ist kn sehr skeptisch, denn da muss man beim Marketing aber große Klasse sein. Auch wenn sich kn jetzt in die Nesseln setzt, aber das hapert es in Sondershausen an allen Ecken und Enden. Beispiele gefällig?

In der letzten Wochen war kn auf der A38 vom Dreieck Drammetal bis zum Abzweig Nordhausen unterwegs und musste feststellen, außer auf dem Schild was 500 Meter vor der Abfahrt steht (B4 Sondershausen) gibt es keinen Hinweis auf unsere Stadt Sondershausen. Hinweis auf des Schloss mit Schlossmuseum oder gar goldener Kutsche? Erlebnisbereich Possen oder Erlebnisbergwerk. Alles Fehlanzeige! Die Touristen fahren an Sondershausen vorbei ohne groß etwas zu bemerken! Und schon jetzt muss sich der Erlebnisbereich Possen schon nicht hinter dem Kyffhäuserdenkmal verstecken!

Goldene Kutsche? Was ist den das? Darüber spricht in Sondershausen niemand groß. Für die Himmelsscheibe von Nebra wird ein ganzes Museum gebaut und was passiert in Sondershausen?

In der Wikipedia der großen Online-Enzyklopedie heißt es :
Die Goldene Kutsche von Sondershausen, auch ursprünglich als Blauer Staatswagen bezeichnet, ist eine Kutsche vom Typ Grand carrosse aus dem Barock. Sie steht als Gesamtkunstwerk beispielhaft für diese Epoche, der sie als älteste und einzige ihrer Art in Deutschland angehört. Sie wurde um 1710 in Paris gebaut und ist ein wertvolles Zeugnis verschwenderischer, barocker Hofkultur. Als repräsentatives Fahrzeug diente es mehreren Schwarzburg-Sondershäuser Fürsten als Staatswagen.

Die versteckte Goldene Kutsche von Sondershausen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Nein, jetzt zeigt kn nicht die goldene Kutsche. In der letzten Wochen war kn in Hamburg im Panoptikum, dem Wachsfigurenkabinett. Hier wurde der Besucher aufgefordert, ja sie können Fotoaufnahmen machen. Wegen des Lutherjahrs wurde mal schnell der Martin Luther aufgenommen. Nicht zu zählen, wie viele Selfies hier geschossen wurden und über die sozialen Medien in die Welt verbreitet wurden. Werbung, sprich Marketing hoch drei.

Und was passiert in Sondershausen? Das Fotografieren der goldenen Kutschen in Sondershausen ist verboten! Nicht nur dort, sondern im ganzen Schlossmuseum Warum eigentlich? Weil das Blitzlicht die Kutsche zerstört? Weil dadurch weniger Besucher ins Schlossmuseum kommen? Hier wird ganz bewusst auf die moderne Werbung verzichtet!

Obwohl es als widerlegt gilt, schaden die modernen Blitzlichter nicht den Gemälden, vor allem nicht die der Smartphones. Es reicht zur Sicherheit aber ein Blitzlichtverbot.

Aus rechtlichen Gründen ist eine Einschränkung der Verwendung der Bilder im gewerblichen Bereich natürlich sinnvoll. Bei zeitgenössischen Werken in Sonderausstellungen ist das Bildrecht des Künstlers zu beachten, das erlöscht erst 70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers. Bei lebenden Künstlern kann der Künstler selbst entscheiden, ob der Bilder für die private Verwendung zulässt! Zumindest wird es in vielen Museen so geregelt. Mit dem generellen Fotografierverbot tut sich das Schlossmuseum Sondershausen kein Gefallen, im Gegenteil!

So viele wissen gar nicht, dass so ein Schatz in Sondershausen schlummert, wie auch.

Bei der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten steht zum Thema Schlossmuseum kaum etwas und erst recht nicht zur goldenen Kutsche. Im Gegenteil, der Link zum Schlossmuseum, wenn man ihn auf der Seize anklickt, geht ins Leere:
http://www.thueringerschloesser.de/index.php?id=45
Toter link http://www.sondershausen.de/schlossmuseum

Auch die Webseite der Stadt Sondershausen ist in Bezug auf die goldene Kutsche erst ergiebig, wenn man weiß dass es sie gibt sich intensiv durchklickt!

http://www.sondershausen.de/de/schloss-sondershausen.html Nicht mal einen Link zum Schlossmuseum findet man auf der Webseite


http://www.sondershausen.de/de/schlossmuseum.html
Kein Hinweis auf Goldene Kutsche weder im Text noch in den Bildern

Erst wenn man in den Link Ausstellungen klickt
http://www.sondershausen.de/de/schlossmuseum-123.html
findet man etwas mit super kleinen Bildern, aber erst wenn man die Ahnengalerie herunter gescrollt hatte.

Das ist ja wie zu Ostern beim Ostereier suchen. So gut versteckt findet der Tourist so einen Höhepunkt schwerlich.

Die versteckte Goldene Kutsche von Sondershausen? (Foto: Google Maps)
Aber selbst das Schlossmuseum ist für Touristen nicht leicht zu finden. Wer mal bei Google-Maps über Sondershausen kommt, findet obiges Bild mit dem tollen Denkmal im Schlosspark!

Die versteckte Goldene Kutsche von Sondershausen? (Foto: Google Maps)
Selbst wenn man ein bisschen näher heran zoomt sieht man noch keinen Hinweis man noch nicht mal einen Hinweis auf das Schlossmuseum und dessen Vorhanden sein!

Die versteckte Goldene Kutsche von Sondershausen? (Foto: Google Maps)
Erst bei stärkst möglichen Zoom auf die Karte offenbart sich dem Touristen, upps., hier ist ja sogar ein Museum. Und es existieren bereits Bilder.
Stimmt, wenn man dann darauf klickt, gibt es paar einzelne Informationen zum Schlossmuseum und 56 Bilder in verschiedenen Ansichten, alle von außen!
Da kann man doch stolz sein, kein Hinweis auf die goldene Kutsche oder die vielen anderen Schätze des Schlossmuseums.

Ach ja, kn hat vergessen, das Fotografieren im gesamten Schlossmuseum ist ja verboten. Mal selbst auf die Idee zu kommen, aus Werbezwecken mal paar aussagekräftige Bilder ins Netz zu stellen ist noch keiner vom Marketing gekommen.

Wir wollen ja Musikstadt sein, aber auf der Seite vom Schlossmuseum fehlt jeglicher Hinweis zu den interessanten Exponaten aus der reichen Musikgeschichte!

Sich also nur auf das Thema Musik stützen? Nur ein Standbein ist immer gefährlich! Ein Tisch mit drei Beinen wackelt am wenigsten! Musik, Schlossmuseum und Erlebnisbereich (Possen und Erlebnisbergwerk) zu einem Paket verbinden.

Was erwartet denn ein moderner Tourist? Der will nicht passiv etwas tun, der will auch aktiv sein. Ein Selfie ist da das kleinste Baustein. War da nicht mal das Modell einer goldenen Kutsche? Wie wäre es nicht mal mit so Kutschfahrten? Einen Reiterhof haben wir in der Stadt! Wie wäre es mit einer Seilrutsche vom Schloss runter in den Schlosspark?

Und ohne Werbung geht das nun mal nicht. Auch und gerade an die Autobahn gehört die Werbung. Beim Vorbeifahren bleibt immer etwas hängen und wenn es erst auf der Rückfahrt ist und man abbiegt! Aber bitte nicht nur so ein alle Weltsschild Schloss Sondershausen.


Ob kn den Stein der Weisen gefunden hat? Mit Sicherheit nicht, aber kn wollte einige Anregungen geben, besonders aber das man gerade in Hinblick Präsentation auf die Darstellung in "Google-Maps" und "Here wo go", den bedeutenden Navigations-Portalen Wert legt und sich aktiv einbringt!

Karl-Heinz Herrmann
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Kommentare

18.04.2017, 12.27 Uhr
Frank1966 | Eine Ohrfeige...
...für alle Zuständigen in der warmen Amtsstube.
Wundervolle Zeilen, nur ändern werden sie nichts. Es sei denn, das Personal wird gewechselt. Aber eher fährt die goldene Kutsche wieder Richtung Possen.
18.04.2017, 18.06 Uhr
tannhäuser | Kein Wunder...
...wenn viele der Verantwortlichen ihre gehobenen gutbezahlten Posten seit den Zeiten ohne Internet und Handy unkündbar besetzen und deshalb nicht gezwungen sind, sich intelligenzmässig Werbung betreffend weiterzuentwickeln...

Unbeweglich wie die Kutsche steht auch das Schloss zwar teilweise restaurationsbedürftig, aber unverrückbar.

Wenn die Touristen nicht genügend Geld in die Kasse spülen liegt es natürlich nicht an mangelnder Werbung, sondern deren mangelndem Interesse an der Geschichte einer weltberühmten Residenzstadt. Selbst schuld, wer sowas verpasst.
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