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Mo, 05:23 Uhr
15.05.2017
Sondershäuser Verband Aktuell

Bildende Künstler beim 150. Verbandsfest:

Kunst als Dialog und Fest für die Sinne. Vorschau auf die Ausstellung Pfingsten 2017 im Bürgerzentrum Cruciskirche von Sondershausen...

Insgesamt 12 Künstler gestalten gemeinsam eine Ausstellung. Neben „etablierten“ Künstlern, die nicht alle die Kunst als Erwerbsberuf betreiben, aber doch einen wesentlichen Lebensinhalt in der künstlerischen Betätigung sehen, beteiligen sich auch einige Nachwuchstalente.

Willkommen zum SV-Fest (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Es wird eine vielfältige Mischung der Ausdrucksformen der bildenden Künste sein und zeigt einen Querschnitt durch die kreative Vielfalt im Sondershäuser Verband (SV- www.sv.org). Alle sind eingeladen, sich dem Motto entsprechend in den Dialog mit der Kunst einzulassen und seine Sinne erfreuen zu lassen.

Was werden die Künstler in Sondershausen zeigen?


Norbert Baumeister zeigt uns aufstrebende, leicht wirkende Skulpturen aus Holz und Metall. Ein fliegendes Objekt über unseren Köpfen lässt seine Herkunft aus Schrottabfällen vergessen. Der Künstler hat seine berufliche Tätigkeit als Internist und Gastroenterologe beendet. Nebenher seit 18 Jahren und nun seit einiger Zeit hauptsächlich beschäftigt er sich mit Skulpturen. Während er bei den Holzarbeiten versucht, dem Rohling sein innenliegendes Kunstwerk zu entlocken, ist es beim Schrottsammeln für die Metallplastiken eher umgekehrt: Es gilt dem Einzelstück anzusehen, wie es sich in etwas oder den Teil von etwas verwandeln könnte.

Die digitalen Techniken gehen auch an den Künstlern heute nicht vorbei. Angeregt von den Darstellungsmöglichkeiten arbeitet Benjamin Bertram von der Illustration kommend zunehmend in freier künstlerischer Gestaltung. Parallel zum Studium von Theologie, Latein und Philosophie schrieb er sich an der Münster School of Design ein und machte sich dann als Illustrator und Designer 2014 selbständig. Sein hier gezeigtes Bild ‚Leben’ beschreibt den Lebenszyklus mit graphischen Mitteln. Der Druck als zweifarbige Risographie ist ein spezielles Matrizenverfahren, das an Siebdruckverfahren erinnert.

Fabien Diffe Kamga kommt vom Zeichnen, hat sich aber im letzten Jahr mehr der Malerei zugewandt. Er beschreibt seine Kunst als eine Reise zwischen Strich und Farbe. Er wuchs in Kamerun auf, kam 2012 nach Deutschland und begann nach dem Abitur eine Laufbahn als selbständiger Illustrator und Maler. Momentan studiert er Maschinenbau an der TU Clausthal und malt natürlich daneben weiter. Als Beispiel hier ein Stillleben in Öl gemalt, doch arbeitet er auch in Aquarell oder Acryl. Sein großes Talent zeigt sich auch in der Fähigkeit, gelungene Porträtzeichnungen in kürzester Zeit anzufertigen.

Wiebke Stephanie Eilers malt bereits seit Kindergarten und Schulzeit mit verschiedenen Materialien wie Farbstiften, Wachs, Pastellkreiden oder Markern. In der Studienzeit, die sie als Chemikerin mit einer Promotion abschließen will, blieb etwas Freiraum, um in Acryl zu malen. 2016 fing sie an, sich auch in Öl auszudrücken. In ihren Bildern wird der Wunsch deutlich, in dem zweidimensionalen Bild eine dreidimensionale Tiefe zu erzeugen. Im Beispiel ‚Der Namenlose’ wird das besonders deutlich.

Die Organisation und Koordination der Ausstellung hat Bernd Eitschberger übernommen und auch selbst einige Bilder beigesteuert. Er hatte sich im Studium dafür entschieden, nicht die Profession eines Künstlers zu ergreifen, sondern einen ‚Brotberuf’ zu erlernen und Physik studiert, aber nebenher immer weiter gemalt. Mit dem Ruhestand vor 11 Jahren begann sein künstlerischer Unruhestand. Schon seit vielen Jahren hat er sich auch am Action Painting auf kleineren Formaten versucht. Ein Beispiel davon ist hier ein rot-gelbes Bild, das seinen Namen vom berühmten Ruhrgebietsgericht „Pommes Schranke“ hat.

Harro Goeschel, Jahrgang 1935, hat an der Hochschule für Bildende Künste in Westberlin studiert und sein Leben als freier Künstler gestaltet. Er lebt heute im Ruhestand in Bad Gandersheim. Mit einer Fahrt auf einem Frachter (Malzeug war dabei) wurde 1963 sein Blick auf die Erdkrümmung geschärft. Er entwickelte daraus seine Rundbilder von den Orten, an denen er sich aufhielt. Rundumblicke, die nicht einfach einem Kunststil zuzuordnen sind. In unserer Ausstellung zeigt er nun eine endgültige Form seiner Rundblicke. Es sind abstrakte Schwünge mit Filzschreiber auf Zeichenkarton. Man muss sich auf die Schwünge einlassen, um die meditative Ruhe der Bilder - trotz spitzer Kollisionen der Linien - zu erkennen.

Obwohl mit ganz anderer Technik und völlig anders den Betrachter zum Thema bringend, sind die kalligraphischen Werke von Hayyan Helal durch die strenge Schwarz-Weiß-Darstellung doch ähnlich in der graphischen Anmutung zu Bertrams Arbeiten. Hayyan hat eine eigene kalligraphische Schrift entwickelt, in der die meisten Darstellungen geschrieben sind. Aber den Bereich der eigentlichen Kalligraphie verlassend, gibt es auch Umsetzungen von berühmten Zitaten wie hier eine Äußerung von Frank Zappa. Schließlich entwickelt Hayyan durch die farbige Ausgestaltung von Schriftbildern diese zu abstrakten Darstellungen weiter. Nach einigen Semestern Architektur in Syrien studiert er seit 2014 Informatik an der TU Clausthal.

Ebenfalls bildnerisch tätig, drückt sich Cornelia Klause in ihrer Kunst auf eine ganz besondere, eigene Art aus. Mit leichter Hand geführte Farbstifte werden eingesetzt, um pastellige Ansichten auf Zeichenkarton zu erzeugen. Die Bilder transportieren damit eine ausgesprochen anrührende Atmosphäre. Sie studierte Kunstpädagogik in Frankfurt am Main. Seit dem Ende der 80er Jahre arbeitet sie als Kunstpädagogin im Rheinland.

Beate Koslowski studierte Kunstgeschichte und Kunstpädagogik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie hat ein eigenes Atelier in Nauheim bei Frankfurt, wo sie malt und arbeitet, meistens in Acryl. Neben der eigenen kreativen Arbeit gibt sie auch in Kursen hauptsächlich für Erwachsene ihre Erfahrungen weiter. Sie malt gegenständlich, aber auf besondere Art und Weise. Die dargestellten Objekte enthalten immer Bezüge zu einer Geschichte oder Begebenheit, die sich manchmal nicht direkt erschließen. So stellt sie in Sondershausen mehrere Bilder mit der ihr spezifischen Farbigkeit aus, die sich auch in dem Beispiel hier wiederfindet. Von ihr stammt auch das Motto der Ausstellung.

Auch die Fotografie gehört ohne Frage zur bildenden Kunst, noch dazu, wenn sie so professionell wie von Dagobert Scharf betrieben wird. Er hat schon während seines Mineralogiestudiums in Bonn begonnen, mit einer Spiegelreflexkamera alles zu fotografieren, was ihm vor die Linse kam. Inzwischen ist er natürlich bei der Digitalen Fotografie angekommen. Er hatte sich zunächst auf Tiermotive und Naturaufnahmen konzentriert. Ganze Serien von Wasser-, Wolken-, Blumen-, Libellen- und Schmetterlingsbildern entstanden. 2006 kam die Personenfotografie dazu. Die Einrichtung eines eigenen professionellen Fotostudios folgte. Hier zeigt er eine Serie von Modelfotos, die alle über den Umweg eines und desselben Spiegels entstanden sind.

Ein weiteres Feld der bildenden Kunst wird von Hilmar Stemmler aufgeschlagen, der neben dem Studium der Amerikanistik und Theologie und trotz seiner Tätigkeit als Lehrer am Gymnasium eine erfolgreiche künstlerische Entwicklung durchlief. Angefangen hat es bei ihm mit der ersten Kamera, die er zur Konfirmation bekam. Die Wahrnehmung der Umgebung durch den Fotoapparat schärfte seinen Blick. Zunehmende Beschäftigung mit modernen Bildbearbeitungsprogrammen brachte ihm die Zusammensetzung von Bildern aus verschiedenen Fundstücken näher. Er fand den Weg zur handgearbeiteten Papier-Collage. Wichtigster Bestandteil sind Papier-Fundstücke, die so geklebt werden, dass neue, ungewöhnliche und überraschende Zusammenhänge und Sichtweisen entstehen. Dabei kennt er keine Einschränkung bei den Materialien: Ölfarbe, Ölkreide, Acrylfarbe, Serviettenreste - alles, was man eben aufkleben bzw. in einer Collage verwenden kann.

Wie bei vielen Künstlern fing auch bei Felizitas Voeltz die kreative Phase bereits im Kindesalter mit dem Interesse an Mal- und Bastelarbeiten an. Sie blieb dabei und machte Abitur mit dem Leistungsfach Kunst. Bei einem Auslandsaufenthalt in Kalifornien entstanden die gezeigten kleinen Acrylbilder, welche meist mit ziemlich feinem Pinsel gemalt sind. In ihrem Studium Verpackungstechnik in Stuttgart beschäftigt sie sich sowohl mit kreativen als auch technischen Bereichen.

Termine und Öffnungszeiten:


Eröffnung mit musikalischer Umrahmung am Sonntag, 28. Mai um 11 Uhr
Geöffnet
vom 29. Mai bis 02. Juni täglich von 15 bis 19 Uhr
vom 03. Juni bis 04. Juni täglich von 10 bis 19 Uhr
am 05. Juni von 10 bis 14 Uhr
Finissage am 05. Juni um 14 Uhr

Die meisten ausgestellten Werke sind auch käuflich zu erwerben. Zusätzlich werden im Foyer des Landratsamtes an den Pfingstfeiertagen kleine Reproduktionen und Drucke erhältlich sein.

Verzeichnis der Werke ( siehe zugehörige Fotos)


Norbert Baumeister: Schweben
Metallplastik aus Schrott, 60 x 70 cm, 2016

Benjamin Bertram: Leben
Digitale Zeichnung, limitierte Risographie, DIN A3, 2016

Fabien Diffe Kamga: Lampe und Zeitung
Öl auf Leinwand, 40 x 80 cm, 2016

Wiebke Stephanie Eilers: Der Namenlose
Schwarzer und weißer Chinamarker auf blauem und schwarzem Tonkarton, 46 x 63 cm, 2000

Bernd Eitschberger: P. Schranke
Öl, Lack, Modelliermasse auf Leinwand, 50 x 70 cm, 2014

Harro Goeschel: Schwünge 13
Filzschreiber auf Zeichenpapier, DIN A4, 2005

Hayyan Helal: Rahmen
Tinte auf weißem Papier, DIN A4, 2016

Cornelia Klause: Haus
Farbstift auf Zeichenkarton, DIN A4, 2012

Beate Koslowski: Pinsel sucht passenden Farbtopf
Acryl auf Leinen, 100 x 30 cm, 2016

Dagobert Scharf: Im Spiegel gesehen: Alisa Alexandrova
Fotografie, DIN A4, 2015

Hilmar Stemmler: Tempus Fugit
Collage, Papiermotive auf Papier (geklebt), Öl, Deckweiß, 42 x 30 cm, 2016

Felizitas Voeltz: Lepus
Acryl auf Leinwand, 25,5 x 20 cm, 2015
Sondershäuser Verband (Foto: Sondershäuser Verband)
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