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19.05.2017
Thema Alkohol

Führerschein weg! MPU?- Was nun?!

Es gab interessante Zhalen für den Kyffhäuserkreis. Am 17.5.17 führten die Mitarbeiterinnen der Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtgefährdete, -kranke und deren Angehörige (PSBS) im Wilhelm Schall Saal der Diakonieverbund Kyffhäuser gGmbH in Bad Frankenhausen einen Fachtag zum Thema „Führerscheinweg! MPU?- Was nun?!“ durch, wie kn erfahren hat...

Im Rahmen der 6.bundesweiten Suchtwoche Alkohol ging es in diesem Jahr um das Thema „Alkohol und Verkehr“. In der Zeit vom 13.-21.05.17 finden und fanden unterschiedliche Veranstaltungen statt.

Zu unserem Fachtag waren unterschiedliche Institutionen und interessierte BürgerInnen herzlich eingeladen. Bei sonnigen Wetter trafen sich ca. 30 Frauen und Männer und erfuhren in dem Fachtag wichtige Informationen zum Thema Führerscheinverlust und die eventuell notwendige Medizinisch Psychologische Untersuchung (MPU). Die Mitarbeiterinnen der PSBS luden zu Beginn die TeilnehmerInnen mit zwei verschiedene alkoholfreien Cocktails und einen reichlich bestückten Informationstisch zu einem fachlichen Austausch ein.

Führerschein weg (Foto: A.Schwarzer)
Nachdem der Geschäftsführer der Diakonieverbund Kyffhäuser gGmbH Herr Scherer sein Grußwort und Dankesworte an die Anwesenden gerichtet hatte, stellte Frau Pölzing (Mitarbeiterin der PSBS) die aktuelle Situation im Kyffhäuserkreis und Thüringen dar. In ihrem Vortrag wurde sehr deutlich, dass die meisten alkoholbedingten Straßenverkehrsunfälle am Samstag und Sonntag passierten. Ebenso, dass 2015 11613 Alkoholunfälle mit Personenschäden durch Männer und 1724 Unfälle durch Frauen verursacht wurden. (DHS Jahrbuch Sucht S. 150)

Im Kyffhäuserkreis waren 2016 bei 39 Unfällen die Hauptunfallursache Alkohol und bei 2 Unfällen die Hauptunfallursache Drogenkonsum. (Pressemappe Verkehrsunfallstatistik 2016, PI Kyffhäuser und Polizeistation Artern). Insgesamt kann man sagen, dass Alkohol am Steuer 2015 und 2016 am häufigsten bei Männern im Alter von 25- 34 Jahren gefolgt von den 18- 24 Jährigen auftritt. Statistisch verunglückt alle 23 Stunden ein Verkehrsteilnehmer bei einem Alkoholunfall und jeder 14.Verkehrstote stirbt, weil ein Verkehrsteilnehmer zu viel Alkohol konsumiert hat.

Führerschein weg (Foto: A.Schwarzer)
Im Anschluss referierte Frau Schulte (Diplom Psychologin und Leiterin der DEKRA Erfurt) wichtige Informationen zum Thema Medizinisch Psychologische Untersuchung. Gleich zu Beginn ihres Referates stellte sie deutlich klar, dass bei einer Alkoholisierung von 1 Promille die Unfallgefahr zehnmal höher ist als im nüchternen Zustand. Gleichzeitig erfuhren die TeilnehmerInnen, dass die Unfallgefahr durch Telefonate/SMS am Steuer hinsichtlich der Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit ebenso gefährlich wie eine Fahrt mit 0,5 Promille ist.

Ihre Aussage, dass auf eine entdeckte Trunkenheitsfahrt 600 unentdeckte Fahrten kommen und somit der Grundsatz greift: „Wer einmal erwischt wird, ist theoretische etwa 6 Jahre lang fast jeden Freitag und Samstag alkoholisiert gefahren.“, erschreckte einige TeilnehmerInnen sehr. In ihrem weiteren Referat stellte sie umfassend dar, wann eine MPU verlangt wird und das die Überprüfung der Fahreignung Teil des Verwaltungsrechts und nicht des Strafrechts ist.

Somit wurde deutlich, dass auch bei Begleichung der Schuld die Überprüfung der Fahreignung nicht aufgehoben ist. Frau Schulte stellte die einzelnen Bereiche, die in einer MPU untersucht werden vor und ging mit den TeilnehmerInnen anhand von Fallbeispielen mögliche Situationen auch praktisch durch. Zum Schluss erklärte Frau Schulte den Anwesenden, wo man Vorbereitungsmaßnahmen für eine MPU findet (gute Suchtberatungsstellen, Verkehrspsychologen,) und stellte klar, dass diese Maßnahmen wichtig aber kein Garant für ein positives Gutachten sind. Insgesamt war dieser Vortrag für alle Anwesenden ein sehr informativer, interessanter und lebendiger Vortrag gewesen. Durch viele kleine Schätzfragen oder Fallbespiele wurde das vermittelte Fachwissen sehr praxisnah dargestellt.

Führerschein weg (Foto: A.Schwarzer)
Zum Schluss unserer Referate stellte Frau Tettenborn (Mitarbeiterin der PSBS) das Angebot im Rahmen einer MPU- Begleitung durch die PSBS dar. Da wir als Suchtberatungsstelle vermehrt diesbezüglich Anfragen unserer Klienten erhalten haben, möchten wir gern bei Interesse und Bedarf Bürgerinnen und Bürger während der MPU- Vorbereitung begleiten. Unsere Arbeit erstreckt sich hierbei auf Beratung, Begleitung und Unterstützung vor, während und nach dem Abstinenzvertrag. Dies ist ein kostenpflichtiges Angebot. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter den Telefonnummern 03632/ 782638 oder 03466/ 322076. Dort können Sie gern Fragen klären oder einen Termin vereinbaren.

Insgesamt war der Fachtag ein sehr gelungener Nachmittag, an dem die TeilnehmerInnen viele wichtige Informationen zum Thema Medizinisch Psychologische Untersuchung erfuhren und bei einen leckeren alkoholfreien Cocktail oder einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen konnten.

An dieser Stelle möchten wir uns bei den TeilnehmerInnen für ihr reges Interesse an diesem Thema, unserem Träger für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und der Unterstützung und der Referentin Frau Schulte für ihr informatives Referat bedanken.
Als Leiterin der PSBS bedanke mich an dieser Stelle bei meinen beiden Kolleginnen Frau Tettenborn und Frau Pölzing für Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung des Fachtages.

A.Schwarzer
Leiterin der PSBS
Diplom Sozialpädagogin/ Suchttherapeutin (GVS)
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