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Di, 20:35 Uhr
13.06.2017
Neues aus Bad Frankenhausen

Erfolgreiches Händelkonzert

Hauskomponist Gemeinsames Singen – erfolgreiches Händelkonzert, Von einem gemeinsamen Singen berichtet unser Leser Peter Zimmer...

In den Dörfern und Städten unseres Kreises gibt es mancherlei Chöre mit einer überschaubaren Sängerschar. Für kleinere Auftritte zu diversen Aktionen reicht es meist aus – man muß einigermaßen „singfähig“ sein. Doch will man mal ein richtiges Konzert organisieren, reicht dies nicht aus, also sucht man sich Partner.

Erfolgreiches Händelkonzert (Foto: Peter Zimmer)
Die beiden Kantoreien Bad Frankenhausen und Oldisleben praktizieren dies schon ein paar Jahre und so bekommen die Besucher der Frankenhäuser Sommermusiken fast jedes Jahr ein anspruchsvolles Konzert geboten. Danke der Initiative von Kantorin Laura Schildmann, die beide Chöre betreut, stand in dieser Saison Georg Friedrich Händel auf dem Programm. In Einzel- und gemeinsamen Proben wurde das Händel’sche Werk „Mein Lied sing’ auf ewig“ einstudiert.

Händel komponierte dieses Werk (es gehört zu seinen englischen Kirchenmusiken) um 1717/1718, er war in dieser Zeit mehr oder weniger Hauskomponist am Hofe von Cannons (nördlich von London). Textgrundlage sind Verse des Psalms 89. Dieser Psalm gehört zu den Königspsalmen. In ihnen entwickelt Israel sein Idealbild vom König – dieser ist der erwartete Gesalbte Gottes (im jüdischen glauben wird der „Messias“ noch heute erwartet). Die Vergötterung eines irdischen Königs kannte und kennt Israel nicht, eigentlicher König ist der Herr.

In dieser kantatenähnlichen Komposition bestimmen neben Instrumental- und Solistenstücken zwei größere Chorstücke das Werk. Hervorgehoben wird die Erwartung von „Gerechtigkeit und Gericht (…sind deines Thrones Stütze) und Gnade und Treue (…gehen vor dir einher).

Die beiden Kantoreien probten seit Anfang des Jahres. Es war keine leichte Aufgabe, wenn die meisten Chorsänger sich nach einem Arbeitstag für 90 bis 120 Minuten zur Probe trifft, um sich mit den einzelnen Passagen vertraut zu machen, aber Kantorin Schildmann ist immer wieder „Mutmacherin“ ohne den künstlerischen Anspruch aus den Augen zu lassen.
Am Tag der Aufführung waren alle Beteiligten nochmals besonders gefordert. Im Allgemeinen sind die Generalprobe und die Aufführung an verschiedenen Tagen. Da aber Instrumentalisten in unserer Region nicht gerade zahlreich vorhanden sind, musste beides an einem Tage zeitlich kurz hintereinander erfolgen, schließlich war es ja ein Werktag. Aber auch diese Herausforderung wurde gemeistert.


Die gut 100 Konzertbesucher erlebten an diesem Abend ein abwechslungsreiches Programm. Zuerst erklangen mit Instrumentalbegleitung zwei Chorsätze von Händel: „Mit Jauchzen freuet euch“ und „Herr, unser Gott, dich loben wir“. Danach erlebten die Zuhörer Helge Pfläging (Studienkollege von Kantorin Schildmann) an der Orgel zusammen mit den Instrumentalisten mit dem „Concerto per organo“ von Richard Mudge (Zeitgenosse von Händel).

Erfolgreiches Händelkonzert (Foto: Peter Zimmer)
Anschließend konnten sich die Besucher über die Sonate für Flöte und Orgel von Georg Friedrich Händel erfreuen – ausgeführt vom Ehepaar Schildmann. Es ist nicht das erste Mal, daß beide gemeinsam im Konzert agieren (z.B. bei den Silvesterkonzerten).
Der Höhepunkt war dann das „Anthem“ für Soli, Chor und Orchester „Mein Lied sing auf ewig“. Neben den profesionellen Akteuren hat sich der Chor „wacker geschlagen“ und sich am Ende über die Publikumsreaktion gefreut. Sehr (gefühlt) lange verharrte das Publikum im Schweigen, ehe es den verdienten Beifall spendete.

PS: Erstmals konnten die Beteiligten und Besucher einen „Altus“ (‚Thomas Riede) erleben, er war kurzfristig für seine verhinderte Kollegin eingesprungen.

Peter Zimmer
Bad Frankenhausen
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