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Mi, 12:41 Uhr
12.07.2017
Aussichten so gut wie lange nicht

Thüringer Außenhandel auf neuem Rekordhoch

Der Thüringer Außenhandel verzeichnet neue Rekordwerte die Exporte stiegen im ersten Quartal 2017 um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die Importe wuchsen um rund sieben Prozent. Auch das weltweite Wirtschaftswachstum zieht wieder an...


Das zeigt die aktuelle Umfrage „AHK World Business Outlook“ der IHK-Organisation, an der sich rund 4.000 deutsche Unternehmen im Ausland beteiligt haben. Die Betriebe sind zuversichtlich, sehen jedoch in vielen Entwicklungen auch große Unsicherheiten.

„Angesichts der zahlreichen außenwirtschaftlichen Probleme war zu befürchten, dass die Thüringer Ausfuhren eine langsamere Gangart einschlagen. Umso erfreulicher ist die bisherige Entwicklung“, sagt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.

Immerhin sei der Export in den ersten drei Monaten 2017 um 10,3 Prozent auf über 3,8 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen und die Importe wären auf rund 2,6 Milliarden Euro geklettert. „Die guten Zahlen lassen sich zum einen auf den günstigen Eurokurs zurückführen und zum anderen auch auf die positive konjunkturelle Entwicklung wichtiger Thüringer Handelspartner in Europa, Asien und Nordamerika“, informiert der IHK-Chef.

Das bestätige auch der aktuelle „AHK World Business Outlook“: „Die Aussichten für die Weltwirtschaft sind so positiv wie lange nicht“, bilanziert Grusser die Ergebnisse der Befragung durch die deutschen Auslandshandelskammern (AHKs), an der sich diesmal rund 4.000 Firmen beteiligten. „Mehr als ein Drittel der deutschen Unternehmen im Ausland erwarten eine weitere Verbesserung der Konjunktur vor Ort. Lediglich 16 Prozent rechnen mit schlechteren Zeiten.“

Die gute Entwicklung betreffe fast alle Weltregionen. „In der Eurozone und auch in Südostasien gehen die konjunkturellen Erwartungen der Unternehmen steil nach oben“, so Grusser. Treiber seien der private Konsum und inzwischen auch Investitionen zum Beispiel in den USA, einem der wichtigsten Handelspartner für Thüringen. Rückschläge auf anderen Märkten wie etwa in der Türkei, im Nahen und Mittleren Osten oder im noch immer stagnierenden Brasilien könnten damit derzeit kompensiert werden.

Allerdings sei die Unsicherheit bei den international agierenden deutschen Betrieben sehr groß, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Jedes zweite Unternehmen sieht in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko für seine Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten so viele wie noch nie.“ Ursachen wären der Brexit, handelspolitische Aussagen der US-Regierung und der weltweit zunehmende Protektionismus. Knapp ein Viertel der Betriebe sehe deshalb die Geschäftstätigkeit wegen steigender Handelsbarrieren in Gefahr. Nach Ansicht der Erfurter Kammer müsse jetzt der gezielte Abbau von Hemmnissen für den internationalen Handels- und Dienstleistungsverkehr noch stärker in den Blickpunkt rücken.
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