nnz-tv Eichsfelder Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung neue nordäuser zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Mi, 15:36 Uhr
10.01.2018
Meldung aus der Wirtschaftswelt

EVG fordert

Sondierungen dürfen kein Anfang vom Ende der Klimaschutzziele sein. Von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG kam diese Meldung...

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, hat angesichts von Meldungen, Deutschland könne seine Klimaschutzziele nicht im vorgegebenen Zeitraum erreichen, scharfe Kritik an der Politik geübt. "Heute bekommen wir die Folgen einer verfehlten Verkehrspolitik zu spüren, davor haben wir immer gewarnt", machte der EVG-Vorsitzende deutlich. So seien die politisch Verantwortlichen in den vergangenen Jahren nicht über Lippenbekenntnisse hinausgekommen, statt - wie im Koalitionsvertrag vereinbart - nachhaltig umzusteuern und verstärkt auf die umweltfreundliche Schiene zu setzen, stellte Kirchner fest.

Während die privaten Haushalte und die Industrie ihre CO2-Emissionen zwischenzeitlich reduziert hätten, würden diese im Verkehrsbereich immer weiter ansteigen. "Wenn dieser Offenbarungseid der Politik nicht der Anfang vom Ende der Klimaschutzziele sein sollen, muss im Verkehr nun massiv umgesteuert werden", machte Alexander Kirchner deutlich.

"Wir müssen den Nahverkehr attraktiver machen und den Güterverkehr, wo immer möglich, konsequent auf die Schiene verlagern", forderte Kirchner. Erforderlich seien Lösungen, die schnell und effektiv zu einer Minderung des Schadstoffausstoßes führten - das gehe nur mit verstärkten Investitionen in den Bereich Schiene. "Warum sollten wir langwierig und mit hohem Kostenaufwand die Autobahnen elektrifizieren, wenn die Eisenbahn schon heute überwiegend mit Strom fährt und so Menschen sowie Güter schon jetzt umweltfreundlich ans Ziel bringt", fragte Alexander Kirchner.

"Die politische Vorgabe muss jetzt sein, den Güterverkehr auf der Schiene bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. Ein solches Ziel trägt erheblich zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor bei", machte der EVG-Vorsitzende deutlich. Das gehe jedoch nur mit wesentlich höheren Investitionen in die Schieneninfrastruktur. Dann auch dort müssten notwendige Kapazitäten geschaffen werden.

Die neue Regierung müsse die Probleme der Zukunft entschlossen anpacken und dürfe nicht vor diesen resignieren. Im Hinblick auf den Klimaschutz gelte es, das Thema Verkehr völlig neu zu denken. "Mobilität wird sich schneller verändern, als wir uns das heute vorstellen können. Dabei spielt die Eisenbahn beim Thema Verkehr und Klimaschutz eine immer wichtigere Rolle", stellte Kirchner fest. Dieser Tatsache dürfe sich die Politik nicht weiter verschließen. Deutschland solle sich stattdessen die Schweiz zum Vorbild nehmen. Dort werde langfristig und strategisch in den Schienenverkehr investiert. "Genau das erwarten wir von der neuen Bundesregierung auch", so Alexander Kirchner.

Reiner Sörgel
EVG/DGB
← zum Nachrichtenüberblick
→ Druckversion

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.