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So, 17:37 Uhr
11.02.2018
Kommunalpolitiker äußern sich

Offener Brief zum Thema Freiwillige Feuerwehr SDH Mitte

In einen offenen Brief zum Thema Feuerwehr Sondershausen Mitte, wendet sich SPD Bürgermeisterkandidatin Anne Bressem an den Bürgermeister von Sondershausen Joachim Kreyer. Die Brief liegt kn im vollem Wortlaut vor...

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Kreyer,

im Nachgang zu meinem Gespräch mit den Kameraden der Feuerwehr Sondershausen Mitte am 08. Februar 2018 will ich mich gern unterstützend sowie verstärkend in einem offenen Brief an Sie mit der Bitte um eine Aussprache sowie Lösungsansätzen für die Kameraden wenden. Die jüngste Berichterstattung zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Sondershausen Mitte hat mich als Bürgermeister-Kandidatin sehr bewegt, vor allem, weil ich weiß, wie sehr Ihnen das ehrenamtliche Engagement der Wehrleute am Herzen liegt. Vor dem Hintergrund bitte ich Sie, das von Ihnen avisierte und angebotene klärende Gespräch mit den Wehrleuten sowie den verantwortlichen Ansprechpartnern in der Stadtverwaltung zeitnah zu suchen.

Die bereits oft zitierte Mängelliste wurde ebenso mir überreicht und stimmt mich sehr nachdenklich. Die Wehrleute sind nebenberuflich im Ehrenamt hoch engagiert und setzen zudem Ihre Gesundheit für die Sicherheit der Sondershäuser Bevölkerung ein. Das verdient höchsten Respekt und Anerkennung. Respekt und Anerkennung sollten die Kameraden ebenso in der Kommunikation mit ihnen erfahren.

Die Mängelliste spricht Punkte an, die für die Einsatzbereitschaft und Gesundheit der Kameraden eine Gefährdung aus Sicht der Wehrleute darstellen. Im Nachgang zur Prüfung ihrer Fahrzeuge hätten die Wehrleute Bedingungen und technische Voraussetzungen festgestellt, die sie mehr als unzufrieden stimmen und die Einsatzfähigkeit der Fahrzeuge in Frage stellen lässt. Im Feuerwehrdienst gelte der Vorsatz, Eigensicherung und Schutz geht vor. Deshalb komme es darauf an, dass sich die zur Verfügung stehende Technik in einen einwandfreien Zustand befindet.

Die Kameraden kritisieren die fehlende Zusammenarbeit mit den hauptamtlichen Mitarbeitern der Feuerwehr. Die Kooperation ließe sehr zu wünschen übrig, man fühle sich, nicht ernst genommen. Selbst bei angezeigten Mängeln an Fahrzeugen, Technik oder Gerät bekämen die Kameraden keine Rückmeldung. Es würden Fahrzeuge oder Geräte entnommen – ob für private oder für öffentliche Zwecke – sei nicht bekannt.

Würden die Kameraden für einen Einsatz alarmiert, sei es der Fall gewesen, dass einzelne Geräte oder gar das komplette Fahrzeug fehlten. Darüber hinaus sei es der Wehrführung nicht möglich, in Prüfunterlagen für Geräte und Technik Einsicht zu nehmen. Einsatzleiter oder auch Gruppenführer, die im Einsatz Verantwortung für sich und die Kameraden tragen, müssten sich blind darauf verlassen können, dass Fahrzeuge, Technik und Gerät gemäß den Vorschriften geprüft worden und einsatzfähig seien.

Die Wehrleute plädieren dafür, dass Sie, Herr Bürgermeister Kreyer, sich mit dem Stadtbrandmeister, der Wehrführung der Feuerwehr sowie mit den hauptamtlichen Mitarbeitern zusammen finden, um Verantwortlichkeiten sowie Zuständigkeiten festzulegen.


In unserem gemeinsamen Gespräch zum Dienstabend am 08. Februar 2018 haben mir die Kameraden gesagt, die Feuerwehren der Stadt Sondershausen würden bis über die Kreisgrenzen belächelt, wie mit ihnen und dem Brandschutz umgegangen werde. Diese Aussage stimmt mich sehr nachdenklich. Da steht der Vorwurf im Raum, die Stadt Sondershausen habe die immer wieder genannten Sorgen und Nöte der Wehrleute nicht ausreichend ernst genommen. Die Geduld sei nunmehr erschöpft.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Kreyer, die Kameraden erwarten einen transparenten Informationsfluss sowie eine grundsätzliche Kommunikation auf Augenhöhe. Respekt und Anerkennung für die geleistete ehrenamtliche Arbeit sowie für die Einsätze, die ebenso die Gesundheit unserer Wehrleute gefährden, muss an erster Stelle stehen. Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie, zeitnah um eine dringende Aussprache inklusive Lösungsperspektiven mit den Kameraden der Feuerwehr. Da auch Ihnen während Ihrer gesamten Amtszeit das Ehrenamt immer von großer Bedeutung war, appelliere ich an Sie, kommen Sie mit allen Verantwortlichen zusammen und signalisieren so größtmögliche Wertschätzung. Die Verantwortung, die die Einsatzleiter gegenüber ihren Kameraden tragen, trägt ein Bürgermeister gegenüber den Feuerwehren, diese Verantwortung ist unteilbar.

Wir Sondershäuserinnen und Sondershäuser können uns bei Unfällen oder dem Katastrophenschutz auf Können, Leistungsfähigkeit und hervorragende Ausbildung der Wehrleute verlassen. Ihr unermüdlicher Einsatz im Ernstfall sowie die Leistungsbereitschaft bei Übungen und Einsätzen sind unverzichtbar und höchst anerkennenswert. Jeder einzelne Kamerad leistet seinen ganz persönlichen Beitrag für eine funktionierende Gesellschaft. Die Kameraden aller Feuerwehren haben eine Vorbildfunktion für die gesamte Gesellschaft und vor allem für die Jugend. Allen aktiven Kameraden wünsche ich für die Zukunft, dass sie immer wieder gesund von ihren Einsätzen zurück kehren, viel Kraft und Mut für ihren Dienst zum Wohle der Gemeinschaft getreu ihrem Leitspruch: "Gott zur Ehr` - dem nächsten zur Wehr".

Anne Bressem
Vorsitzende und Bürgermeister-Kandidatin
SPD Ortsverein Sondershausen
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Kommentare

11.02.2018, 21.55 Uhr
tannhäuser | Richtig so, Frau Bressem!
Schreiben Sie dem scheidenden ausgebrannten pensionsherbeisehnendem Bürgermeister offene Briefe!

Vielleicht können Sie es beim nächsten Mal auch zeitlich einrichten, an Diskussionsrunden mit anderen Kandidaten teilzunehmen.

Eine Mobilmachung als aktiver Major der Friedensmissions-Bundeswehr dürfte das doch nicht verhindern, oder?

Und Antworten auf Parsifals offene Fragen an dieser Stelle hier warten auch noch auf Beantwortung.

Und gab es wirklich bei Ihrer Postkartenaktion keine Fragen zum Thema Sicherheit und Ihrer Idee Stadtpolizei und deren Finanzierung?
11.02.2018, 22.35 Uhr
Krause_Sondershausen | Lieber Tannhäuser, dieser offene Brief ist so flach,
dass ich mich echt innerlich geweigert habe, diesen zu kommentieren!
Das Rezept, man nehme den kn Artikel von vor ein paar Tagen, der fast wortgleich mit dem „offenen Brief“ ist und schmecke ihn mit ein wenig Pathos ab und fertig ist ein emotionales Werk.
Der scheidende Bürgermeister hatte schon zugesagt, dass er die Problematik kurzfristig angeht. Aber natürlich lässt sich daraus noch ein A.B. Thema machen.

Das Fragen, die Frau B. nicht genehm sind, unbeantwortet bleiben, daran habe ich mich wohl schon gewöhnt. Ist auch eine Art von Bürgernähe.
12.02.2018, 10.34 Uhr
Alex A. | Frau Bressem macht alles richtig
Es ist genau richtig, wie Frau Bressem das Thema jetzt anpackt. Das hat sich viel Unmut in der Feuerwehr aufgestaut. Und genau da ist es der logische Weg, mit den Leuten zunächst zu sprechen und sich dann für ihre berechtigten Belange einzusetzen. Wäre auch einmal eine Empfehlung für die Verantwortlichen in der Stadt. Dann wäre so ein offener Brief wohl nicht notwendig. Viele Menschen in Sondershausen sind deswegen so gefrustet, weil überhaupt keine Bürgernähe mehr stattfindet. Ich kann Frau Bressem nur bestärken. Sie hebt sich in den letzten Wochen deutlich positiv von allen anderen Kandidaten haben. Sie hört zu, geht auf die Leute ein und spricht mit ihnen. Ich höre von vielen anderen daraus nur Gutes. Sie hat wenigstens Ideen und Visionen! Denn nur Diskussionen bringen Themen voran. Nur mal ein Vergleich: Herr Schard verteilt am Wochenende Schnapsflaschen getreu dem Motto: nur betrunken bin ich wählbar. :-))). Eine echte Schnapsidee und dazu geschmacklos. Herr Grimm postet gleich am Anfang ganz groß, dass er keinen Wahlkampf macht, getreu dem Motto das „Volk“ wählt ihm auch so. ;-) Naja im Nachhinein ja richtig, Wahlkampf braucht man nur, wenn man auch antritt.;-) Ansonsten hat das hier ja viel von der Muppet Show und Waldorf und Statler. Die ewigen beiden Nörgler .... Übrigens fand ich es auch sehr schade, dass Frau Bressem aus beruflichen Gründen nicht an dem Podium teilnehmen konnte. Ich habe am Wochenende soviel Stimmen gehört, die das ebenfalls total bedauert haben, weil die Teilnehmer wohl so blass waren....
12.02.2018, 11.35 Uhr
Micha123 | Man merkt, dass Wahlkampf ist...
Die Probleme bei der Feuerwehr Sondershausen gibt es nicht erst seit der letzten Hauptversammlung. Sondershausen hat einen Stadtrat, wo auch seit 28 Jahren die SPD stark mit vertreten ist. Parallel dazu war bis vor wenigen Jahren noch eine 1. Beigeordnete des Bürgermeisters tätig - auch SPD.
Nun stellt sich die Frage, da ja Frau Bressem Ortsvorsitzende der SPD Sondershausen ist, wo ja auch der SPD Stadtrat mit dazu gehört... warum gab es bisher, also vor dem Wahlkampf keinerlei Aktionen von SPD-Rats-Mitgliedern, damit man die Missstände bei der Feuerwehr bekämpft? Hat Frau Bressem keine Kontrolle oder keinen Einfluss auf die Abgeordneten der SPD im Stadtrat?
Jetzt wird das Thema Feuerwehr aktuell gemacht, jetzt wo Wahlkampf ist.
Sehr viele Menschen kritisieren das, dass sie die Politiker nur dann interessieren, wenn es um ihre Stimmen geht.
12.02.2018, 11.38 Uhr
Krause_Sondershausen | Ich kenne keinen, der alles richtig macht... ;-)
Liebe/r Alex A. (?),
ich finde es ja durchaus ehrenwert sich für seine Parteikollegin (oder Verwandte oder Freundin oder was auch immer) ins Zeug zu schmeißen. Das verdient Respekt und zeigt, dass sie Frau B. treu verbunden sind. Eine sehr lobenswerte Eigenschaft, die ich durchaus an ihnen schätze.

Nichts destotrotz müssen wir doch mal eines hier festhalten. Frau B. bekleidet in keiner Weise ein öffentliches Amt, dass sie dazu autorisieren würde, Forderungen jeglicher Art, an wen auch immer zu stellen. Natürlich steht es ihr frei, als interessierte Bürgerin der Stadt Sondershausen ihre Meinung zu äußern, gerne auch im öffentlichen Verkehrsraum. Das Ganze hat aber, außer ein paar Schulterklopfern innerhalb des Ortsverbandes, keinerlei Auswirkungen auf irgendwen.

Wirklich großartig ist für mich das ständig wechselnde Themenspektrum von Frau B.
Von selbst „gezüchteten“ Hühnereiern, über Stadtpolizisten, bis hin zur Autobahnanbindung von Dietenborn. Das nenne ich mal Themenvielfalt. Ich wüsste hier gar nicht, wo ich als erstes hinspringen sollte. Auffällig nur, dass die große Sorge um alles und jeden, erst seit ein paar Wochen akut zu sein scheint. Vorher haben wir beispielsweise zur Feuerwehrproblematik in Sondershausen noch nichts von Frau B. hören können. Wenn ich das Thema aber richtig verfolgt habe, gibt es hier schon deutlich länger Klärungsbedarf. Warum also der „offene Brief“ erst jetzt?

Lustigerweise habe ich in ihren Zeilen aber eine gemeinsame Meinung entdeckt, liebe/r Alex A.!
Ja ich finde auch, dass sich Frau B. von den anderen Kandidaten abhebt und nicht nur von diesen, sondern auch ein großes Stück vom Boden der Realität. Ich halte nichts vom Bau von Luftschlössern, die aufgrund der Zwänge eines kommunalen Haushaltes gar nicht umzusetzen sind. Die Realität sieht anders aus.
Ich wünsche ihnen einen schönen Rosenmontag. Entspannen sie mal ein wenig…
12.02.2018, 12.33 Uhr
Alex A. | Parsifal sammelt Fleißpunkte....
Lieber Parsifal,
immer fleißig. :-) Es ist schon interessant zu lesen, wie sie immer wieder persönlich versuchen, sich an Frau Bressem abzuarbeiten. Das zeigt mir nur, wie unruhig Sie das positive Auftreten von Frau Bressem macht. Tja, das passt halt nicht zu Ihren Interessen und Zielen. Und ich wiederhole nochmal, wir beide wissen, was ich meine. Nennen Sie es Phantasie, ich nenne es Wissen und gute Vernetzung... Dass Frau Bressem gerade jetzt das Thema aufgreift, kann man ja sehr klar in ihrem Brief nachlesen. Sie hat am 8. Februar Gespräche mit den Feuerwehrleuten geführt und spricht das Thema jetzt sofort an. Da hat sie der Stadt schon einmal einiges damit voraus. Und ganz ehrlich, ich bin froh, dass sie Defizite konsequent aufzeigt. Nur so ändert sich was. Und im Übrigen: mich gibt es nur, weil ich als Leser der KN einfach überzeugt bin, dass wir Veränderungen und einen anderen Politikstil in Sondershausen brauchen. Deswegen unterstütze ich auch Frau Bressem. Bei den anderen Kandidaten gibt es nicht einmal annähernd eine Alternative. Insofern bin ich entspannt, Sie sollten es auch sein. :-)
13.02.2018, 00.33 Uhr
Mueller13 | Phrasenmaschine
Wie war doch gleich in der Presse zu lesen?

"Bürgermeister Kreyer kündigte an, in seiner noch verbleibenden Amtszeit eine große Aussprache mit Hauptamtlichen der Stadt, Stadtbrandmeister, Wehrleitung und Verein durchzuführen."

http://www.kyffhaeuser-nachrichten.de/news/news_lang.php?ArtNr=229627

oder:

"Bürgermeister Joachim Kreyer kündigte an, eine Aussprache mit den betreffenden Mitarbeitern und Vertretern der Feuerwehr zu führen. „Ich nehme das sehr ernst, die Feuerwehr muss einsatzbereit bleiben“, sagt Kreyer. „Es muss so schnell wie möglich einen Termin geben, unter Umständen werde ich den Einsatz eines Mediatoren empfehlen.“

Dass A.B. genau diese Worte jetzt noch mal wiederholen muss, obwohl Sie über keinerlei Amt verfügt, ist dem Wahlkampf geschuldet. Die Strategie dahinter: man sucht sich einen Aufreger und sagt das Offensichtliche. Ist zwar komplett sinnlos, hinterlässt aber ein bemühtes Bild.
14.02.2018, 08.16 Uhr
tannhäuser | Beeindruckend und clever!
Das Tempo, dass Frau Bressem neben ihrer Arbeit bei der Bundeswehr und als Mutter im Wahlkampf vorlegt, ist beinahe olympiareif.

Taktisch klug, dass sie sich öffentlich mit direkter Schelte gegenüber den Konkurrenten zurückhält und die Drecksarbeit hier ihren Fans und "Nichtverwandten" überlässt.

Aber, und das meine ich nicht böse und ich bin nicht aus dem Schard-Lager: Das kann sie als Bürgermeisterin niemals durchhalten und das zermürbende Element sind die vielen obligatorischen Pflichttermine.

Dann wird sie auf einen Beigeordneten und den Hauptamtsleiter angewiesen sein, und der wird wohl weiterhin Schard heissen, denn den kann sie als Beamten nicht so einfach entsorgen.

Also, hört einfach auf, uns von Super-Anne vorzuschwärmen. Papier und Facebook sind geduldig und schöne Worte, Versprechen und Bilder im Wahlkampf haben noch kein gutes Stadtoberhaupt ausgemacht.

Übrigens hat der Juso-Chef neulich den Koalitionsvertrag zerpflückt. Er wies daraufhin, das die Floskel "Wir wollen..." keine umzusetzende Verpflichtung beinhaltet. Es müsste "Wir werden..." heissen!

Also, dann achten wir demnächst mal genauer auf die Formulierungen unserer Wahlkämpfer.
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