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Mi, 06:26 Uhr
07.03.2018
Der besondere Wahlkampf Sunnerschhusn

Wer werd Scheff von Dorfe?

Der besondere Wahlkampf Sonders
Wer werd Scheff von Dorfe?
Auch bei Asterix und Obeiix herrschte einst Wahlkampfzeit, wie Stadtrat Gerhard Axt in seiner Mundart so feststellte...

A1s die Sondershäuser Mundartsprecherin Anni Karstadt und ich Ende 1999 das Comic "Das Geschenk Cäsars“ der Franzosen René Goscinny und Albert Uderzo in unsere Nordthüringer Mundart übertrugen, merkten wir, wie brisant die Dialoge der handelnden Personen waren. Dabei hat sich die Geschichte im Jahre 50 vor Christus in Gal1ien abgespielt.

Es war Wahlkampfzeit in der winzigen Gal1ischen Kuhbläke Schwarzburgium. Der Dorfscheff Majestix und der Gastwirt Orthopädix traten ais konkurrierende Kandidaten gegeneinander an.
Sie haben ausgemacht, dass sie sich in öffent1ichen Diskussionsrunden den Wählern vorstellen.

So fragt der Gastwirt den Dorfscheff:
“Du best schunne ne ganze Zieht Scheff in dän Dorfe hier. Was häste‘n eigent1i¢h jeleleistet?
Weiste ewerhaupt, was dinn Volk fer Winsche hätt? Oder haste villicht a baar Betriewe hier ahnjesiedelt?"

De Redezieht wurde domols noch met dr Sanduhr begrenzt. Ein unparteiischer Schlichter war eigens eingesetzt worden. Der amtierende Dorfscheff versucht, ihn zu beeinflussen. worauf der Gastwirt Orthopädix mitten in die Auseinandersetzung ruft:
“Der Versuch, den Unparteiischen ihnzuschichtern, es ‘ne Frächheit un typisch fer ‘ne ganz beschtimmte Bolledick!“

Sch1ieB1ich legt der Dorfscheff Majestix Rechenschaft ab:
"Was ‘ch fer de Ahnsied1ung von Industrie fer‘s Dorf jemacht ha? Dofier ha ‘ch Zahlen!
Zwölf Ambosse ha ‘ch mehr verkauft wie in verchten Johre. Das es ‘ne enorme Steijerung von 100 Prozent“.
Der beteiligte Gastwirt Orthopädix ruft dazwischen: “Zahlen, was kann me domete alles jemogele! Un dr Hannel?

Der pfifft uff ‘n letzten Loche!“ Der Dorfscheff seinerseits kontert daraufhin recht sch1agfertig:
“Me woll‘n doch sachlich jebliewe!"

“A1le fer mich“, iautete damals die bekannte wie seibstbewusste Wahllosung. Wie sich doch die Bilder gleichen. In Sunnerschhusn werd dr naie Berjermeister am 15. April 2018 jewählt. Dr ohle hatt jenungk.

Sieben Kandidaten hahn ihren Hut in dn Ring jeworfen. Villicht gett ‘s emol au aene Berjermeisterin.

Was erwarten de Berjer von naien Berjermeister?

Sie, er so11te,
- parteilos und von daher für alle Bürger das sein,
- ehr1ich zu den Bürgern und zu sich selbst sein,
- verheiratet sein, eine Familie, ein gewisses Alter und Lebenserfahrung haben,
- Charisma haben, 1aut und deutlich sprechen können,
- kein Paragrafenreiter, Kungler oder Duckmäuser sein,
- vielseitig interessiert sein und Visionen für die Zukunft unserer Stadt haben, wie sie sich die Bürger vorstellen,
- eine vollgültige, erforderliche Qualifikation haben, damit nicht noch ein hochbezahlter Hauptamtsleiter erforderlich ist,
- zuhören können, stets Bürgernähe beweisen, die Bürger an allen Vorhaben beteiligen statt hinterher zu informieren, den Leuten auf ‘s Maul schauen und deren Wi1len akzeptieren,
- das Vertrauen zwischen den Bürgern und der Stadt wieder herstellen und
- kein Weiter—so in Sondershausen anstreben, sondern Hoffnungsträger sein.

Ich glauwe, bie so veelen Ahnforderungen fingen me kaen ordentlichen naien Berjermeister. Dann gute Nacht Sunnerschhusn. Awer aens muss dn Job fer sechs Johre jemache. witterhen aene gute Wahlkampfzieht!

Gerhard Axt
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Kommentare

07.03.2018, 07.43 Uhr
tannhäuser | Ihrer Anforderungswunschliste...
...werden sich wohl viele anschliessen, werter Herr Gerhardix Axtix!

Allerdings dürften manche ein Problem mit der Parteilosigkeit haben. Da fallen schon einige Kandidaten durchs Raster.

Und deren "Volksparteien", denen sie angehören, wird das auch nicht gefallen. Mit einem*r parteilosen BM'in lässt sich nicht so gut kungeln und Klientelpolitik machen.
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