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Fr, 11:01 Uhr
09.03.2018
Landwirtschaftsfrühstück der Nordthüringer Volksbank

Probleme angesprochen

Das Landwirtschaftsfrühstück ist nicht nur Tradition schlechthin, sondern bringt in einzigartiger Weise die Landwirte aus drei Landkreisen zusammen. Heute war es wieder soweit. Die Nordthüringer Volksbank ist hier nicht nur Einlader schlechthin, sondern die Landwirte sind der wichtigste Partner der genossenschaftlichen Bank…

41 Jahre im Dienste der Bank: Heidrun Lange erhielt Glückwünsche von Peter Herbst (Foto: nnz)
Eröffnet wurde die 16. Ausgabe dieses besonderen Frühstück am Fuße des Kyffhäusers durch den Vorstand der Volksbank, Peter Herbst. Der sprach zuförderst die Probleme der Banken an. Mehrere Umstände, die nicht durch die Banken vor Ort verantwortet werden können, seien sowohl für die Landwirtschaft und die Bankenwelt prägend – die Konzentration.

Doch Peter Herbst sagte nach seiner etwas längeren Einführung „Danke“. Der Dank galt Heidrun Lange, die 41 Jahre der Bank die Treue gehalten hat und die für die Landwirte der Region ein nahezu unentbehrlicher Partner war. Sie wird in den nächsten Monaten in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Vorgestellt wurde danach auch das neue Team der Volksbank.

In Vertretung der erkrankten Ministerin Birgit Keller, spannte der ministerielle Referatsleiter Dr. Info Zopf den Bogen von der EU-Agrar-Politik bis hinein in das Regionale. Er berichtete, dass die EU in den nächsten Jahren vermutlich nicht mehr 40 Prozent ihres gesamten Haushaltes für die Landwirtschaft ausgeben werde. Darauf müsse man sich vorbereiten und dabei sei noch nicht einmal klar, wie die geringere Summe dann auch verteilt werde. Bekommen größere Betriebe künftig weniger Geld, werden kleinere Betriebe mehr Geld bekommen? Zopf sagte auch, dass größere betriebliche Einheiten nicht automatisch effektiver wären, aber: sie können – je größer sie sind – wesentlich mehr für den Umweltschutz tun.

Weitere Themen des Referatsleiters waren die Auswirkungen der Düngeverordnung und die Problematik der afrikanischen Schweinepest. Sie rücke mit 350 Kilometer pro Jahr in Richtung Westen vor. Fälle seien aktuell in der Tschechei und in Polen gemeldet. Sollte auch nur ein Wildschwein erkranken, dann werde der Export zusammenbrechen, der rund ein Drittel der Gesamtproduktion ausmache. In dessen Folge ist auch mit starken Problemen im Binnenmarkt zu rechnen. Um den Markt zu regulieren, überlege man die Tötung von Ferkeln anzuordnen. Ob das in dem aktuellen politischen Klima realisierbar ist, scheint laut dem Referenten nicht möglich.

Blick in den Burghof (Foto: nnz)
Für ihn sei die Prävention die effektivste Abwehrmöglichkeit, der sich auch der Mensch stellen sollte. Eine mögliche Übertragung sei auch durch den Menschen möglich. Obwohl für ihn ungefährlich, könnte der Mensch infizierte Essensreste arglos wegwerfen, die dann von Wildschweinen gern „aufgenommen“ werden. Bereits an den Ratsplätzen entlang der Autobahnen seien erste Hinweisschilder in mehreren Sprachen angebracht. Um alle anderen tangierenden Probleme abzufangen, soll in Thüringen ein Schwarzwild-Kompetenzzentrum eingerichtet werden.

Nach dem Referat war dann Prof. Dr. Info Pies an der Reihe, der referierte über die „Landwirtschaft im Fokus der Kritik“ und sah das vor allem unter wirtschaftsethischen Betrachtung und stellte die unberechtigte Kritik in das Zentrum seiner Ausführungen.
Peter-Stefan Greiner
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