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Fr, 07:00 Uhr
11.05.2018
Lichtblick

... und als sie ihm nachsahen...

War das wieder ein Trubel gestern zum Himmelfahrtstag. Ein Gewimmel all überall. Zunehmend häufiger sind es nicht mehr bierselige Grüppchen mehr oder minder junger und wohlgestalter Männer, sondern ganze Familien und Freundeskreise...


Da kommt etwas in Bewegung, da gehen Menschen (aufeinander) zu und sind in der freien Natur, in GOTTes Schöpfung. Ob Sie sie als solche wahrnehmen oder nicht, sei einmal dahingestellt. Auch Gottesdienste fanden im Freien statt, so in Allstedt, Bendeleben, Otterstedt, Sondershausen und Volkenroda. Zum Glück regnete es erst ab 15 Uhr in unserer Gegend…

Das Fest Himmelfahrt läutet die Osterzeit aus. 40 Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten steht das Fest am Ende des Osterfestkreises und ist auch das Ende des Anfangs (und gerade nicht der Anfang vom Ende) der Geschichte Jesu auf Erden.
Die Bibel berichtet von den Jüngern Jesu, die nach seinem Tod betrübt, ängstlich und ein kleines Häufchen waren. Nach Ostern wurden diese „Angsthasen“ zu mutigen Bekennern.

Ein Indiz dafür, dass sie dem Auferstandenen begegnet (Mt 28, 9f) sind, denn ich stehe mit meinem Leben nur für etwas ein, von dem ich zutiefst überzeugt bin (ein nachdenkswerter Gedanke 25 Jahre nach der friedlichen Revolution. Wer von den Machthabern damals hat mit seinem Leben für die sozialistische Sache eingestanden?).

Vierzig Tage, eine Zahl mit Symbolgehalt, zeigt sich Jesus den Seinen (Apg. 1,3) und ermutigt sie (Lk 24,13-49). Dann, so schreibt die Schrift, die uns heilig ist, nimmt er seine Jünger zusammen und (Lk 24,50-53 und Apg. 1,1-11) wird vor Ihren Augen aufgehoben – ein passiver Vorgang, nichts aktives, kein „Raketenmann“ oder so ähnlich.

Im Mittelalter wurde diese Szene oft bildhaft dargestellt. Zum einen, weil viele Menschen nicht lesen konnten und zum anderen, weil es einprägsamer ist. Eine eigens gefertigte Christusfigur wurde an einem Seil nach oben und durch die Christus-Luke in die Kirchendecke gezogen. Auch hier entschwand Jesus vor den Augen der Gläubigen – Bilde Dir Deine Meinung.

Auch heute meinen Menschen nur glauben zu können, was sie sehen. Dabei ist das Geschehen von Himmelfahrt ganz schlicht zu erklären: Was zur Erde kommt (Weihnachten) und fortan in zwei Personen (Vater und Sohn) dem Verstande visuell zugänglicher ist, wird nun wieder, nachdem der Tod überwunden wurde (Karfreitag/Ostern), zu einer Person (Himmelfahrt). Für naturwissenschaftlich Begabte am Wasserkreislauf leicht zu elementarisieren.

In zehn Tagen dann der Abschluss des Osterfestkreises, denn mit der wieder „einen Person“ im Himmel wäre GOTT ja der Welt fern. Dann feiern wir die Ausgießung des Heiligen Geistes, fünfzig Tage nach Ostern (griechisch: Pentekoste – Pfingsten).

Aus dem kleinen Trupp ehemals ängstlicher Jünger wird eine weltweite Bewegung, die bis heute die größte Glaubensgemeinschaft der Welt ist. Zum ersten Pfingstfest lassen sich 3.000 Menschen an einem Tag taufen (Apg. 2,31).

Die Christen waren durch ihr vorbildliches Leben so interessant, dass sich jeder mit ihnen beschäftigte. Nicht nur Interessierte sondern auch Skeptiker, nicht nur Taufwillige sondern auch die römische Staatsmacht, die sie in den ersten drei Jahrhunderten verfolgte. Christen waren überzeugend, weil sie für das Leben einstanden, sich um die Ausgestoßenen der Gesellschaft kümmerten, die Aussätzigen, die Witwen, die Waisen, die oft genug Verhungernden und Perspektivlosen. Sie gingen für Ihre Überzeugung lieber in den Tod als eine Konzession ein.

Das beeindruckte und tut es bis heute, denn auch heute noch sind Christen die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft weltweit. Viele Christen werden verfolgt, nicht nur in muslimischen, sondern auch in sozialistischen Ländern wie Nordkorea. Auch in der DDR wurden sie schikaniert, ihnen Bildungschancen verbaut. Vergessen wir das nicht, wenn wir auf andere mit dem Finger zeigen wollen.

Christen wie Nichtchristen feierten gestern einen Tag, mehr oder minder seines Anlasses gedenkend. Gemeinsam und bestenfalls aneinander interessiert. Interessiert wie GOTT an uns, der kein Leid und auch den Tod nicht ausließ, um uns ganz und gar nahe sein zu können. In den letzten Tagen des Osterfestkreises können wir darum bitten, dass GOTTes Geist uns nicht verlässt und uns nahe ist. Damit wir BeGEISTert sind und andere Menschen aufmerksam machen auf den, der der Grund unseres Glaubens ist: Jesus Christus.

Ein gesegnetes und fröhliches Wochenende wünsche ich Ihnen,
Superintendent Kristóf Bálint
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