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Fr, 11:46 Uhr
11.05.2018
Landespolitiker äußern sich

Zukunft von Förderschulen

Landesregierung täuscht Thüringer bei der Zukunft von Förderschulen. Tischner: Förderschulen müssen als Lernorte erhalten bleiben, so eine Stellungnahme der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag...

„Die Standortgarantie, die Bildungsminister Helmut Holter am Dienstag in der Regierungsmedienkonferenz abgegeben hat, gilt nicht für die Thüringer Förderschullandschaft mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung. Wenn die Landesregierung ankündigt, dass diese Förderschulen künftig lediglich Beratungszentren sein sollen, statt selbst Schüler zu unterrichten, kommt dies einer Schließung der Schulstandorte gleich. Eltern haben dann nicht mehr die Möglichkeit, ihre besonders förderbedürftigen Kinder an einer Förderschule unterrichten zu lassen.“ Das erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Tischner, anlässlich einer entsprechenden Meldung der Deutschen Presseagentur vom Mittwoch, dem 9. Mai 2018.


Erst vor einem Monat erklärte Helmut Holter gegenüber einer örtlichen Tageszeitung (11. April 2018), dass - entgegen früheren Plänen - Förderschulen auch künftig Schüler aufnehmen könnten und er den Druck hin zum gemeinsamen Unterricht rausnehmen wolle. „Dieser eklatante Widerspruch zeigt einmal mehr, dass die Landesregierung offenbar versucht Schüler, Eltern und Lehrer vordergründig zu beruhigen und ihre Ideologie einer vollständigen Inklusion von Kindern mit einem Förderbedarf im Bereich Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung durch die Hintertür einzuführen. Wir werden mit offenen Karten spielen und das Gesetz, wenn es denn endlich vorliegt, genau prüfen. Eine weitere Schwächung des erfolgreichen Thüringer Schulsystems wird es mit uns nicht geben“, so der Bildungspolitiker.


Eine vollständige Inklusion aller Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache oder der emotionalen und sozialen Entwicklung lehnt die CDU-Fraktion ab. „Auch für diese Kinder muss es grundsätzlich die Möglichkeit der Beschulung an einem Förderzentrum geben. Entscheidend sind auf das Kind abgestimmte Lösungen. Deshalb sprechen wir uns dafür aus, neben dem inklusiven Unterricht Förderschulen als Lernorte zu erhalten. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen auch zukünftig Förderschulen besuchen und dort eingeschult werden können“, so Tischner. Gleichzeitig sei die Vorstellung absurd, dass gerade die meist barrierefreien und aufwendig sanierten Förderschulen künftig nur noch ein Sekretariat beherbergen sollen und andere Schulen mit großem finanziellen Aufwand für Inklusionskinder barrierefrei umgebaut werden müssten.
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