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Sa, 08:33 Uhr
12.05.2018
Neues aus Bad Frankenhausen

Vortrag im Regionalmusem

„Die Einwohner von Frankenhausen vor, im und nach dem Bauernkrieg 1525“, so heißt es am Dienstag in Bad Frankenhausen...

Dienstag, den 15. Mai 2018, um 19.30 Uhr, im Festsaal Schloss Bad Frankenhausen.

Ende April 1525 erfasste der Bauernkrieg auch die in Nordthüringen gelegene Stadt Frankenhausen. Getragen wurde der innerstädtische Aufstand von breiten Schichten der Bevölkerung. Beteiligt waren nicht allein die Stadtarmut und die weniger vermögenden Einwohner, sondern ebenso die Wohlhabenden. Diese Konstellation resultierte aus dem Hauptwirtschaftszweig der Stadt und den daraus ausgeübten Einfluss der Stadtherren. Die Wirtschaft wurde durch das Salzwerk und des darin gewonnenen Salzes und dessen Handel bestimmt. Gewonnen wurde das Salz aus dem Sieden von Sole. Die Inhaber der Siedestätten waren die Pfänner, benannt nach der Pfanne, in der die Sole gesiedet wurde.

Zusammengeschlossen waren sie in der Pfännerschaft. Die Pfännerschaft beschäftigte in den Siedestätten eine ganze Anzahl Salzarbeiter. Das Eigentum am Salzwerk und den Solequellen beanspruchten die Landesherren, die Grafen von Schwarzburg. Daraus resultierend erhoben sie auf das gesiedete Salz und seinen Handel eine Steuer, den so genannten Salzgroschen. Das Verhältnis zwischen der Pfännerschaft und den Landesherren wurde durch eine Salzordnung bestimmt. Eine im Jahr 1500 neu erlassene Salzordnung veränderte die Bestimmungen zu Gunsten der Grafen von Schwarzburg.

Vortrag im Regionalmusem (Foto: Regionalmuseum Bad Frankenhausen)
Foto: Festumzug zum 450ten Jahrestag der Schlacht bei Frankenhausen 1975

In den folgenden Jahren kam es wiederholt zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Pfännerschaft und den Bediensteten der Schwarzburger. Die von den Pfännern als auch von den Salzarbeitern wahrgenommenen Bedrückungen veranlasste weite Teile der Stadtbevölkerung, sich am Aufstand gegen die Schwarzburger zu beteiligen. Nach der Erstürmung der Burganlagen der Schwarzburger, der Besetzung des Rathauses und der Plünderung des Klosters wurde ein neuer Rat eingesetzt.

Innerhalb weniger Tage Anfang Mai 1525 sammelten sich in und vor der Stadt tausende Aufständische, überwiegend Bauern aus den umliegenden Dörfern der Grafen von Schwarzburg und von Mansfeld. Nach dem Eintreffen des Predigers Thomas Müntzer von Mühlhausen kommend, wurde Frankenhausen vorübergehend zum wichtigsten Aufstandszentrum im thüringischen Raum. Die verbündeten Fürsten von Sachsen, Hessen und Braunschweig konzentrierten ihr Vorgehen nun auf Frankenhausen. Am 15. Mai 1525 schlugen sie die Aufständischen vernichtend. Unter den Gefallenen, Gefangenen und Flüchtenden befanden sich eine Vielzahl von Pfännern und Salzarbeitern.

Herzog Georg von Sachsen, Oberlehnsherr der Schwarzburger in Bezug auf Frankenhausen und die umliegenden Dörfer, entzog diesen die Verwaltung auf mehrere Jahre. Erst nach 1530 erhielten die Schwarzburger die Stadt unter Auflagen zurück. Die nach der Schlacht geflüchteten Pfänner kehrten später zurück und setzten ihre Arbeit im Salzwerk fort. Eine der Aufstandsursachen, die Salzordnung von 1500 wurde 1544 revidiert und führte zum Ausgleich mit den Grafen von Schwarzburg. Nach erneuter, für die Pfännerschaft nachteiliger Revision 1560 brachen die Konflikte zwischen den Schwarzburgern und den Pfännern wieder auf. Die Pfänner, zumeist Angehörige derselben Familien wie 1525, suchten nun Schutz beim Oberlehnsherren, dem Kurfürsten von Sachsen.

Mit dessen Unterstützung erreichten sie nun die Einlösung ihrer in den „Frankenhäuser Artikeln“ von 1525 niedergeschriebenen Forderung bezüglich des Salzwerkes. Darüber hinaus übereignete ihnen Graf Wilhelm von Schwarzburg 1579 die Oberburg, der Schutzburg oberhalb der Solequellen. Es zeigt sich, dass die Ursache für die Beteiligung des Größtenteils der Bevölkerung am Aufstand weit vor dem Bauernkrieg zu suchen ist. Allerdings wurde ein Teil der Konfliktpunkte nach erneuter gewaltsamer Auseinandersetzung sogar gelöst. Danach kam es nicht noch einmal zu einer solchen Konfrontation zwischen den Grafen von Schwarzburg und den Pfännerschaftsfamilien.

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