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21.05.2018
WM in Russland

32 Prozent gehen von Spielabsprachen aus

Bald ist Fußball-WM und die Vorfreude bei Fans auf der ganzen Welt ist groß und soll nicht durch Gedanken zu Spielbeeinflussung oder gar zu Doping gestört werden. Eine repräsentative Studie zeigt nun die russische Sicht auf die beiden potentiellen Stimmungskiller sowie die in ihren Augen verdächtigen Nationen des näher rückenden Turniers...

WM in Russland (Foto: Stuxx/pixabay.com)
Fußball ist der wohl emotionalste Sport der Welt. Fans fiebern mit Ihren Mannschaften mit und sowohl bei Siegen als auch bei Niederlagen fließen schon mal Tränen. Und wenn der Schiri zu oft vermeintlich unfair pfeift, werden seine Entscheidungen schon mal kritisch hinterfragt.

Das tun auch die Russen im Hinblick auf die anstehende WM - auch wenn der Anstoß noch einen Monat hin ist. Fast jeder vierte Russe (23 Prozent) geht jetzt schon davon aus, dass illegale Einflussnahmen bei den WM-Spielen eher wahrscheinlich sind. Sogar 9 Prozent gehen definitiv von Spielabsprachen aus. Am ehesten halten die Russen die eigene Nation (17 Prozent) für anfällig sich an illegalen Absprachen zu beteiligen, auf den Plätzen zwei und drei folgen Deutschland (12 Prozent) und England (11 Prozent). Das ergab eine repräsentative Studie, die im Auftrag von wettfreunde.net in Russland durchgeführt wurde.

Aber nicht nur die Leistungen der Schiris werden laut der Studie in Frage gestellt: So halten es 22 Prozent der Russen für eher wahrscheinlich, dass Spieler bei der WM dopen. Sogar knapp jeder Achte (12 Prozent) denkt, dass die sportliche Leistung der Spieler bei der WM definitiv illegal gesteigert wird. Nach der Nationalität der potentiellen Doper gefragt, zeigen sich die Russen durchaus selbstkritisch - 11 Prozent sehen die eigene Nation ganz vorne, gefolgt von England (7 Prozent) und Noch-Weltmeister Deutschland (6 Prozent).

Spätestens seit den massiven Dopingvorwürfen rund um die Olympischen Spiele, haben russische Sportler offenbar auch im eigenen Land einen Ruf weg. Mehr als ein Drittel der Russen (39 Prozent) sind der Meinung, dass die russischen Sportler mit derselben Häufigkeit dopen wie Sportler anderer Nationen und sogar 5 Prozent glauben, dass Russen mehr dopen, als andere Nationen. Lediglich jeder siebte Russe (14 Prozent) bezweifelt hingegen, dass russische Sportler sich überhaupt mit Medikamenten pushen.

Über die Studie: Die repräsentative Studie wurde im Dezember 2017 mit 2500 Teilnehmern im Auftrag von wettfreunde.net von einem Online-Marktforschungsinstitut in Russland durchgeführt. Befragt wurden Frauen und Männer im Alter von 16 bis 50 Jahren, die seit mindestens 6 Monaten in einem der Austragungsorte der WM leben (Kaliningrad, Jekaterinburg, Kasan, Moskau, Nischni Nowgorod, Rostow am Don, Samara, Saransk, Sotschi, Sankt Petersburg, Wolgograd).
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Kommentare

21.05.2018, 15.55 Uhr
tannhäuser | Klar, die bösen Russen.
Da hat ARD-Aufklärer Seppelt wieder ganze Arbeit geleistet.

Natürlich ging es im Ostblock seit Jahrzehnten nie dopingfrei zu. Woanders aber auch nicht.

Das wirkt schon wieder wie ein Ablenkungsmanöver, da es auch im Westen Todesopfer von Doping gab.

Die Namen Birgit Dressel und Florence Griffith-Joyner stehen da ganz oben.

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Ich bin kein Putin-Versteher, möchte ihn auch nicht als Nachbar haben und verachte Doping, egal von wem. Aber ebenso Korruption und Pharisäertum.
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