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Do, 14:27 Uhr
24.05.2018
US-Autozölle

Fünf Milliarden zusätzliche Kosten für Deutschland

US-Autozölle wären für Deutschland teuer. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (Preise 2014) würde um etwa 5,0 Milliarden Euro niedriger liegen als im Status Quo, das sind 0,16 Prozent des deutschen BIP, wie das ifo Institut berechnet hat...


„Kein Land hätte höhere absolute Verluste durch einen solchen Zoll zu befürchten als Deutschland“, sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenhandel. Für die Simulationen wurde das ifo-Handelsmodell eingesetzt. „Die Effekte der ab 1. Juli vermutlich geltenden Zölle auf Aluminium- und Stahlprodukte sind mit etwa 40 Millionen Euro dagegen vergleichsweise vernachlässigbar“, sagt Felbermayr.

In der EU wären kleinere Zulieferländer in Europa, allen voran Ungarn, relativ zur Wirtschaftsleistung am stärksten von den Zöllen betroffen. Mexiko und Kanada müssten bei US-Autozöllen Einbußen von 3,7 bzw. 3,2 Milliarden Euro hinnehmen, das sind 0,39 Prozent und 0,23 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistungen. Auch Japan und Korea, ebenfalls wichtige Auto-Exporteure in die USA, kämen auf Verluste von 4,3 und 2,3 Milliarden Euro (Länder-Tabelle) .

Die USA hingegen könnten ihre preisbereinigte Wirtschaftsleistung durch Autozölle um 5,7 Milliarden Euro erhöhen. Dahinter verbergen sich starke Verteilungseffekte. Die amerikanischen Autokäufer müssten mit circa 20 Prozent höheren Preisen für Import-Autos rechnen. In den USA produzierende Auto-Hersteller (darunter auch BMW, Daimler und Volkswagen) würden unter höheren Produktionskosten leiden, könnten aber höhere Preise durchsetzen. Der US-Staat würde Zoll-Einnahmen in der Höhe von mehreren Dutzend Milliarden Euro erhalten.

US-Präsident Donald Trump hat am 23. Mai seinen Handelsminister beauftragt, zu prüfen, ob die Sicherheit Amerikas durch Importe von Autos beeinträchtigt sei, und gegebenenfalls die Erhöhung der US-Importzöllen um 25 Prozent-Punkte (von 2,5 Prozent auf 27,5 Prozent) angekündigt. Die Importe der USA von Autos und Autoteilen beliefen sich im Jahr 2017 auf 360 Miliarden US-Dollar.
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Kommentare

24.05.2018, 21.17 Uhr
Andreas Dittmar | Die Zölle sind eine Seite.
Die Einfuhrzölle und die niedrigen Unternehmenssteuer werden zur Verlagerung ganzer Produktionetten in die USA führen. Anders ist ein sinnvoller Handel mit den USA nicht mehr möglich. Die Einfuhrzölle gewährleisten, das auch die Zulieferer ihren Standort dort haben müssen. Trump schottet den gesamten US-Markt ab. Siemens schließt Werke in Deutschland genau aus diesem Grund und baut sie drüben wieder auf. Dank EU sind solche Maßnahmen relativ einfach zu beschließen. Uns bleibt der Iran als Trostpflaster. Ob die Mullahs dort Autos brauchen ist zu bezweifeln.
24.05.2018, 22.50 Uhr
Blueman | Deutsche kauft deutsche Bananen
Der Trump macht mit seiner Fokussierung auf das eigene Land doch nur das was der ein oder andere in einem Europa der Vaterländer auch gern so machen möchte. Blöd wenn man nicht dazu gehört!?
24.05.2018, 22.51 Uhr
Blueman | @Andy
Mit knapp 213014 Mullahs bzw. Achunds stellt diese Personengruppe lediglich 0,02 Prozent der Bevölkerung im Iran. Man sollte sich eher Gedanken darüber machen ob das pro Kopf Einkommen ausreichend ist und sich die Frage stellen wie viele Autos wir im Ausland absetzen müssen und warum?
24.05.2018, 23.33 Uhr
Andreas Dittmar | Wirtschaft hat mit nichts mit Nationalismus zu tun..
Wenn man erkennt, das ein globaler Markt eher dazu führt, das Gewinne zum Nachteil von Arbeitnehmerinterressen angehäuft werden, sollte man da gegensteuern. Wem kommen denn die Mittel aus europäischen Rettungsschirmen zugute? Den einfachen Menschen ? Wohl kaum..
Klamotten vom Discounter aus Bangladesh, Kommunikationstechnik aus Fernost, Pangasius aus dem Mekongdelta... ok Blueman das sind jetzt vielleicht wieder Extrembeispiele. Aber genau das ist Globalisierung und es ist wirklich eine Überlegung wert. Zahl ich lieber mehr für ein qualitativ hochwertiges Produkt und sichere damit den Arbeitsplatz meines Nachbarn oder kauf ich mir ein T-Shirt zum Kampfpreis dessen Näherin gerade unter den Trümmern ihrer gerade eingestürzten Fabrikhalle auf Hilfe wartet. Aus ihrer Sicht bin ich jetzt ein Unmensch, weil ich der Näherin nicht helfe. Ich helfe der Näherin wirklich nicht auch wenn ich das T-Shirt kaufe. Wenn nur derjenige am Markt teilhaben darf, der zu fairen Bedingungen produziert, dann ist allen geholfen.
https://www.youtube.com/watch?v=aIIMyCOBPg8
25.05.2018, 06.17 Uhr
tannhäuser | Bananen aus dem Reagenzglas...
...und jede andere Geschmacksrichtung serviert die Molekularküche schon heute.

Wie praktisch für den Verbraucher: Sie passt in die Hosentasche und man erspart sich die Entsorgung der Schale.

Ich fürchte, dass ist die ernährungstechnische Zukunft für unsere Urenkel.

Erinnert fatal an "Soylent Green", wobei da der Rohstoff ein anderer war...Aber nichts ist unmöglich in dieser verrückten Welt.
25.05.2018, 08.08 Uhr
Nörgler | Quittung
Jetzt bekommt Deutschland die Quittung für den Exportwahn. Die Nachfrage innerhalb des Landes wurde blockiert, durch niedrige Löhne und Renten. Wer 45 Jahre gearbeitet hat, mit einem Durchschnittsverdienst erhält eine Rente von nicht mal 1000 . Wer soll davon konsumieren, konsumieren...Die Politik hat das zu verantworten.

Aber es kommt ja noch schlimmer, Versicherungen fürs Alter bringen nicht das, was einst versprochen worden ist und nicht mal Zinsen werden auf das gesparte gezahlt. Die Aussichten sind nicht rosig.

Die Wirtschaft muss jetzt nicht heulen. Gerade die Autoindustrie hat durch die Politik profitiert, z. B. durch die Abwrackprämie. Aber wir unterstützen die ganze Welt und im eigenen Land breitet sich die Armut weiter aus.
25.05.2018, 08.49 Uhr
Blueman | Nationalismus hat nichts mit Katzen zu tun
Das vom Nachbarn produzierte T-Shirt zu kaufen um seinen Arbeitsplatz zu sichern ist das Eine. Das muss man aber auch zu Ende denken. Die Baumwollanbaufläche in Ostfriesland ist stark limitiert! Der richtige Ansatz hingegen ist, dass nur derjenige der fair agiert am Markt teilnehmen darf. Das beinhaltet auch die Frage wie agieren wir (Deutschland, EU) auf ausländischen Märkten? Um beim Beispiel billig T-Shirt zu bleiben, es nützt nichts hier eine Industrie aufzubauen mit Löhnen die annähernd für unsere Verhältnisse Fair sind und die Industrie im Ausland platt zu machen, billige Baumwolle von dort zu Dumpingpreisen einzukaufen und unsere Ausschussware wieder dahin zu exportieren. Die Folge wird eine noch stärkere Verarmung der dortigen Bevölkerung sein und zu einer Fluchtbewegung führen. Und das will der ein oder andere hier ja auch nicht. Wir müssen uns davon frei machen, die übrige Welt als billigen Produzenten und bedingungslosen Konsumenten unserer Produkte zu sehen. Und das hat dann wirklich mit Nationalismus nichts zu tun.
25.05.2018, 09.18 Uhr
Jörg Thümmel | Blueman´s sozialistische Phantasien...
werden genauso scheitern, wie jegliche sozialistischen Experimente, die es bisher gab immer gescheitert sind.

Es spielt auch keine Rolle, wie monetär Reich oder Arm ein Land ist. Das beste Beispiel aus jüngerer Vergangenheit ist Venezuela, wo eines der prosperierendsten Länder Südamerikas binnen 10 Jahren zum Shithole verkommen ist.

Ähnliche Entwicklungen kann man gerade in Südafrika sehen, wo mit Abschaffung der Appartheid eine funktionierende und auf hohen Standard befindliche Wirtschaft gerade dabei ist, durch sozialistische Experimente den Bach runterzugehen...

Bluemnan möchte also neue Kriterien als Zugangsvoraussetzungen zum Markt wie "Fairness" (Fairness in wessen Augen) einführen. Sprich Handelshemmnisse durch noch mehr Handelshemmnisse ersetzen? Noch mehr staatliche Regulierung, noch mehr staatliche Eingriffe, noch mehr dafür notwendige Bürokratie.

Tja die ganzen nutzlosen und als Dutzendware an deutschen Hochschulen produzierten Softskillakademiker wollen natürlich versorgt sein und Teilhaben am Kuchen.
Nur dass der Kuchen immer kleiner wird und die, die den Kuchen erwirtschaften immer weniger werden.
Laut einer schönen Studie, die vor kurzem in der Neuen Züricher Zeitung zu lesen war (eines der neuen Westmedien) zahlen bei Euch in Deutschland 15,3 Millionen Netto die Zeche für 74 Millionen, die offen oder verdeckt von diesen Geldern abhängen.

In diesem Sinne

More Mises
Less Marx
25.05.2018, 09.57 Uhr
Blueman | @Thümmel
So gerne ich mich mit falschen Lorbeeren schmücke, muss ich doch fairer weise darauf hinweisen, dass die Idee zum fairen Markt Zugang hier vom Andy kam.
25.05.2018, 10.19 Uhr
Paulinchen | Ist Trump tatsächlich ein Idiot?
Wir Deutschen haben den Ausgang der Wahlen in den USA dahin gehend beeinflussen wollen, in dem wir die Frau Clinton hofierten. Dennoch hat sie die Wahl verloren. Dann glaubten wir, dass der Trump trotz des Wahlergebnisses nicht zum Präsidenten gekürt wird. Er wurde Präsident. Dann hegten wir die Hoffnung, dass er nicht lange im Amt bleiben wird, weil ihn seine Landsleute doch gar nicht mögen. Er ist nun schon fast 500 Tage im Amt. Einer Statistik des „Focus“ ist zu entnehmen, dass ihn inzwischen mehr als 45% aller Amerikaner für einen guten Präsidenten halten. Denn er hat die Steuern im Land gesenkt, Arbeitsplätze geschaffen und sein Programm „amerika first“ kontinuierlich und gnadenlos bis jetzt durchgezogen. Glaubt noch jemand daran, dass der Trump nur leeres Stroh drischt? Gewiss, ich mag weder ihn als Person, noch sein Tun und Handeln, aber ändern können wir ihn nicht!

Wie und wann hat Deutschland sich auf diese Situation in diesen 500 Tagen vorbereitet, bzw. reagiert? Merkel hat es mal wieder versucht auszusitzen, doch damit hat sie sich im Umgang mit Trump verzockt. Macron ist ein Ichmensch, auch das hat Merkel offensichtlich bis lang nicht so recht erkannt. Küsschen hier und Küsschen da, das allein schafft noch keine echte Zusammenarbeit. Der Mann sieht für sein (!) Land in der EU eine Chance und das ist sein Ziel! Er nennt die Zuwanderer nicht Flüchtlinge, sondern Terroristen. Und somit hat er eine andere Einstellung zur Zahl der Zuwanderer und zieht das auch durch. Merkel musste auch in China einsehen, dass sie an Macht verloren hat. Die Weltwirtschaft tanzt längst nicht mehr nach ihrer Pfeife! Die Herren Maas und Altmeier glauben noch immer an die amerikanische Freundschaft und haben nichts in den USA zu den Störattacken des Herrn Trump, gegen den Bau der „Nordsteam 2 Trasse“ zu sagen gehabt. Höhere Zölle für Waren aus den USA zahlen und oben drauf noch teures Gas aus den USA importieren zu wollen, ja wer soll das denn jetzt bezahlen? Das Gas aus Russland ist preiswerter, weil kürzere Transportwege! Macht mit den Sanktionen gegen Russland endlich Schluss, dann hat der Trump nämlich ein Problem auf seiner Seite.
Aber- unsere hochintelligenten und ausrangierten EU-Politiker in Brüssel, haben jetzt vor, eine EU-Maut ab 2025 einzuführen. Und ganz oben drauf, kommt noch eine Staugebühr. Die Maut richtet sich natürlich auch nach dem CO² Ausstoß des jeweiligen Fahrzeuges! Nur davon konnte ich heute bei der Presseschau nichts in den deutsch. Gazetten lesen. Für einen Österreicher bedeutet das dann, dass er für die Pendlerfahrten (zur Arbeit) von Kufstein nach Innsbruck pro Jahr 1.700,- Maut zahlen muss. Liebe Regierenden in Deutschland wohin steuert Ihr den Zug „Deutschland“ und seine Bürger? Lasst uns teilhaben an Euren Plänen, denn es geht um uns und unser Land!
25.05.2018, 11.38 Uhr
Barbarossa´s Spross | 3x3 macht vier.....
Ich mag mich Irren aber ich dachte, dass eine nahezu vollkommene wirtschaftiche Isolation Venezuelas, initiiert von den USA, stattgefunden hat. Da der Chavez ein "potentieller Sozialist" gewesen ist, und das auf dem amerikanischen Kontinent nicht geduldet werden kann . Da nützen einem die größten Offshore- Ölvorkommen der Welt nichts mehr, wenn es keinen zugänglichen Markt gibt. Insofern kann man die Lage Venezuelas eher mit einem Hypernationalismus vergleichen, komplette Isolation, kein "Exportwahnsinn", eine rein national Ausgerichtete wirtschaft. Schwupps keine Devisen mehr, rucki zucki wird aus Hypernationalismus eine Hyperinflation.

Oder wie war das in Jugoslawien? Ich dachte da fing die Scheiße erst an als aus einem sozialistischen Vielvölkerstaat, nationalistische und separatistische Einzelstaaten entstanden sind.
25.05.2018, 15.37 Uhr
Jörg Thümmel | ich wusste es doch, dass gleich wieder einer um
die Ecke kommt, und uns erklären will, dass auch das in Venezuela wieder nicht der richtige Sozialismus war und das daran vorallem der böse Ami schuld war (fiel übrigens in die Regentschaften der eher linksliberalen US Präsidenten Clinton und Oh´bombo).

Wenn man sich mal die genaue Verteilung der Zölle und deren Höhe generell anschaut, so sieht man, dass über 48% des Warenverkehrs zwischen der EU in Richtung USA derzeit komplett unverzollt stattfinden. Im Gegenzug ist es aber so, dass beim Warenverkehr aus Richtung USA in Richtung EU nur 24% zollfrei ablaufen.

Auch kann ich mich erinnern, dass es diverse Freihandelsabkommen gab, die zur Disposition standen und in Europa aber besonders in Deutschland extrem abgelehnt wurden, die einen Abbau dieser Handelsschranken auf EU Seite vorsahen.
Da diese Freihandelsabkommen nicht in die Tat umgesetzt wurden, haben sich die Staaten unter Trump dazu entschieden, ihrerseit lediglich eine Anpassung der Zollschranken vorzunehmen um mit der protektionistischen EU aber vor allem mit China weiter Schritt halten zu können.

Also letztlich ein hausgemachtes Problem der EU und keinenfalls der alleinige, böse Trump....
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