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Sa, 08:52 Uhr
09.06.2018
ALLIANZ PRO NACHHALTIGKEIT

Weniger Plastik für mehr Umweltschutz

Seit dem 1. Juli werden Plastiktüten in den meisten Geschäften nur noch gegen eine geringe Gebühr ausgegeben. Bereits jetzt ist der Pro-Kopf-Verbrauch gesunken...

Hier eine Tüte für die neuen Schuhe, zwei Tüten für den Lebensmitteleinkauf und noch eine für das neue Handy alle natürlich aus Plastik und am besten kostenlos. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Seit Juli diesen Jahres haben sich 350 Konzerne des deutschen Einzelhandels freiwillig dazu verpflichtet, Kunststofftüten nicht mehr gratis auszugeben.

Weniger Plastik für mehr Umweltschutz (Foto: tdx/Allianz pro Nachhaltigkeit/Fotolia) Dem Umweltbundesamt zufolge verbraucht jeder Deutsche etwa 71 Plastiktüten jährlich. Mit einem Preis, der in der Regel zwischen 10 und 50 Cent pro Stück liegt, soll der jährliche Verbrauch der Tragetaschen bis Ende 2025 auf höchstens 40 Plastiktüten pro Einwohner verringert werden

Die Vereinbarung zwischen dem Handelsverband Deutschland und der Bundesregierung betrifft rund 60 Prozent der Plastiktüten im Einzelhandel, die nur noch zu einem „angemessenen Entgelt“ über die Theke gehen sollen. Genau festgelegt ist der Preis für eine Plastiktüte also nicht, in der Regel sind es zwischen zehn und fünfzig Cent. Hintergrund der Gebühr ist eine EU-Richtlinie. Demnach soll der jährliche Verbrauch von Kunststofftragetaschen bis Ende 2025 auf höchstens 40 Plastiktüten pro Einwohner verringert werden. Derzeit verbraucht jeder Deutsche dem Umweltbundesamt zufolge etwa 71 Plastiktüten im Jahr.

Gebühren gibt es schon länger

Doch bereits vor dem 1. Juli, an dem die Selbstverpflichtung in Kraft trat, haben viele Einzelhandelskonzerne eine geringe Gebühr für die Kunststofftragetaschen eingeführt. Das betrifft neben Supermärkten auch Bekleidungsgeschäfte und Elektrofachmärkte. Eine andere Variante im Kampf gegen die Plastiktüten ist es sie gar nicht mehr anzubieten und auf Papier zu setzen. So wie es bereits seit Längerem mindestens ein Drittel der Textilhändler macht.

Erste Bilanz fällt positiv aus

Schon wenige Monate nach der Einführung zeigt sich: Der Absatz von Plastiktüten geht stark zurück, immer weniger Deutsche kaufen eine Plastiktüte für ihre Einkäufe.

Genaue Zahlen gibt es dazu noch nicht, der Handelsverband Deutschland berichtet aber, dass einzelne Geschäfte einen „deutlichen Rückgang“ der Kunststofftüte verzeichnen können. Der Rückgang liegt bei zwei großen Bekleidungsketten bei 50 Prozent, bei einer Elektrofachkette sogar bei stolzen 90 Prozent.

Nicht nur die zurückgehenden Zahlen der ausgegebenen Plastiktüten weisen auf einen Erfolg der Selbstverpflichtung hin, auch die meisten Bundesbürger stehen dahinter. Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov erklärten 80 Prozent der Befragten, sie fänden es „sehr gut“ oder „eher gut“, dass immer mehr Geschäfte Geld für Kunststofftaschen nehmen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) stimmt sogar dafür, Plastiktüten in Geschäften komplett zu verbieten.

Auch weniger Plastiktüten im Ausland

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern wird den umweltschädigenden Plastiktüten der Kampf angesagt. In England ist eine Gebühr von 5 Cent pro Tüte gesetzlich festgelegt, wodurch innerhalb der letzten sechs Monate bereits 85 Prozent weniger Kunststofftaschen an Kunden ausgegeben wurden. Das Nachbarland Irland gilt als Paradebeispiel. Dort sank der Konsum von rekordhohen 328 Stück pro Kopf und Jahr nach der Einführung der Gebühren von mehr als 40 Cent je Tüte vor zwei Jahren auf vorbildliche 16 Stück. Noch extremer wird der Umgang mit dem Kunststoff in Ruanda gehandhabt: Hier sind Plastiktüten bereits seit über sieben Jahren komplett verboten. Supermärkte, die sie trotzdem ausgeben, werden geschlossen.

Papier, Jute, Rucksack: Was sind die Alternativen?

Die beste Alternative sind wiederverwertbare Transportmöglichkeiten wie Rucksäcke, Körbe oder Stoffbeutel. Mit ihnen können im Schnitt pro Person 176 Plastiktüten im Jahr vermieden werden. Papiertaschen sind zwar im Recycling gut, sind in der Herstellung jedoch so aufwendig, dass sie erst dann eine bessere Umweltbilanz als Plastik aufweisen, wenn sie mindestens drei Mal wiederverwendet werden, was in der Realität selten der Fall ist.

Weitere Informationen sind unter www.allianz-pro-nachhaltigkeit.de zu finden.
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