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Di, 00:59 Uhr
12.06.2018
Neues aus Sondershausen

Schätze werden verstaut

Im Schlossmuseum Sondershausen hat vorige Woche der Umzug und die Räumung der dort befindlichen Sammlungen in Ausweichquartiere begonnen, kn berichtete bereits. Und es gibt noch einiges zu tun, denn bloß mal mit einem Umzug und zurück ist es nicht getan, wie kn erfahren hat...

Seit Montag, dem 4. Juni begann der Umzug im Schloss Sondershausen. Bevor der Nordflügel des Schlosses saniert werden kann, müssen erst mal die gesamten Sammlungen, die sich dort befinden in Ausweichquartiere gebracht. Mit einem einfachem Umzug wie zu Hause nicht annähernd zu vergleichen.

Schätze werden verstaut (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Von wegen nur mal paar Möbel heraustragen ist nicht. Ein bestellter Restaurator entscheidet, wie die einzelnen Museumsstücke verpackt und transportiert werden müssen. Da werden natürlich auch mal Möbel auseinander gebaut. Insgesamt rund 8.500 Teile müssen so gesichert werden.

Und was da nicht alles zu transportieren ist: Textilien, Bücher und Musikinstrumente aus der Musikaliensammlung und die kostbaren Möbel.
Schätze werden verstaut (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Schätze werden verstaut (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Und da mal einfach alles mit bloßen Fingern anfassen ist nicht drin. Auch bei den zurzeit auch im Schloss nicht geringen Temperaturen sind Handschuhe ein Muss. Und alles wird schön eingewickelt um einen sicheren Transport zu gewährleisten. Der Stadtrat Sondershausen musste eine kompetente und erfahrene Umzugsfirma beauftragen, die mit solchen Aufgaben vertraut sind.

Und es geht ja nicht nur um den Transport der Museumsstücke. Auch die Regale dazu müssen abgebaut und im neuen Ausweichlager wieder aufgestellt werden. Problem dabei, teils müssen die Regale wegen der Bauhöhe des Ausweichlagers auch noch umgebaut werden. Etwas mehr als die Hälfte ist bisher geschafft.

Schätze werden verstaut (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Und nur mal so schnell etwas transportieren und verladen ist nicht drin. Museumsmitarbeiter Gerd Grüner führt Protokoll über jedes Stück was das Schloss verlässt und die gleich Prozedur, wenn es ins Ausweichlager kommt. Ja, Museumsschätze von teils einmaligem Wert, da muss Ordnung herrschen. Nicht umsonst wird der Umzug bis voraussichtlich 22. Juni dauern, wie Museumsdirektorin Christa Hirschler im Gespräch mit kn informierte.

Und wie lange werden die Museumsschätze im Ausweichlager sein? Das ist noch nicht mal abzusehen, so Hirschler weiter. Die Ausweichlager wurden für fünf Jahre geordert mit Option für Verlängerung. Dass das nicht für einen "Appel und nen Ei" zu haben sein wird, kann man sich bei dem Aufwand ausrechnen.

Und ein Ende der Kosten sind ja nicht mal absehbar. Wenn der Nordflügel leer geräumt ist, wird die Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten als Eigner des Schlosses den weiten Ablauf der Sanierung festlegen.

Es sind umfangreiche Bauuntersuchungen notwendig und erst dann kann überhaupt über eine Sanierungskonzeption entschieden werden. Auch dann ist erst absehbar, welche Kosten auf die Thüringer Stiftung zu kommen werden.

Selbst wenn dass alles nach der Sanierung gelaufen ist, kann jetzt noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, so Hirschler, ob die Stiftung überhaupt die Sammlungen wieder aufnehmen wird.
Es könnte durchaus sein, dass sich die Stadt Sondershausen ein eigenes Lager mit mindestens 2,500 Quadratmeter bauen muss. Das sollte zwar unmittelbar in Schlossnähe sein, aber auch hier braucht man die Zustimmung der Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten, weil ja nicht nur das Schloss, sondern auch weite Teile darum und der große Schlosspark zur Stiftung gehört.

Bloß mal mit einem Umzug und zurück ist es nicht getan, das steht jetzt schon fest.
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