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So, 11:31 Uhr
03.06.2018
Keine Angst

Deutschland wird interaktiv!

Der einsame Nerd vor dem Rechner, der hinter geschlossenen Rollläden, mit einer kalten Pizza neben dem Joystick, nächtelang einsam in seinen reichlich eindimensionalen Games versinkt, ist Geschichte. So jedenfalls scheint es in Anbetracht der Tatsache, dass interaktive Funktionen im digitalen Raum immer mehr Zuspruch, und auf diese Weise auch die Menschen wieder zueinander finden...

Deutschland wird interaktiv! (Foto: geralt/pixabay.com)
Neue virtuelle Verknüpfungen von Mensch zu Mensch
Die Erfindung des World Wide Webs stellte nur den ersten Schritt dar in eine rundum vernetzte Welt, die keine aufwändigen LAN-Kabel mehr nötig hat. Doch danach mussten noch viele weitere Innovationen folgen, um den Usern immer mehr Eingriffsmöglichkeiten zu geben, sie gewissermaßen vom Konsumenten zum Gestalter werden zu lassen. Dabei ergeben sich ganz automatisch auch neue virtuelle Verknüpfungen von Mensch zu Mensch, oftmals über Länder und Kontinente hinweg.

Auch in Deutschland nimmt die digitale Interaktion immer mehr Raum ein, dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass sich eine stark wachsende Anzahl Filmfans auf Streaming-Plattformen wie Netflix und Amazon Instant Video tummelt, statt sich das statische TV-Programm anzusehen. Hinzu gesellt sich ganz allmählich die Virtual Reality, die es ermöglicht, sich mit den Avataren der Freunde in einem dreidimensionalen digitalen Wohnzimmer zu treffen, um gemeinsam einen spannenden Blockbuster zu genießen und hinterher darüber zu reden ohne dass auch nur eine der anwesenden Personen die eigenen vier Wände verlassen muss.

Digitale Landnahme durch interaktive Funktionen
Die bisherige Digitalisierung der Unterhaltungsbranche erwies sich deshalb als unzulänglich, weil die analogen Erfahrungen viel mehr Optionen und Sinneseindrücke boten als die virtuellen. Durch den Einbau interaktiver Funktionen, beispielsweise im Online-Casino-Bereich, holt das Internet nun mit rasanter Geschwindigkeit auf. Denn wenn sich analoge Erlebnisse und Handlungsmöglichkeiten nahtlos auf das World Wide Web übertragen lassen, eröffnen sich für die Spieler ganz neue, spannende Optionen: Das sogenannte Live-Roulette erzeugt exakt so eine Brücke.

Ein realer Croupier leitet von seinem Studio aus das Spiel, die Action wird in hoher Auflösung per Internet übertragen. Die Spieler platzieren ihre Wetteinsätze auf digitalem Wege; der Croupier sorgt dafür, dass diese auf dem analogen Spieltisch an passender Stelle landen. Natürlich ist der eloquente Spielleiter jederzeit persönlich ansprechbar, ganz wie in einer echten Spielbank. Diese perfekte Symbiose aus digitaler Welt und Interaktivität wird demnächst noch durch die aufkommende Virtual Reality angereichert und führt automatisch zu einer wachsenden Präsenz im virtuellen Raum.

Die Vorteile, die stationäre analoge Casinos bis jetzt noch bieten, schmelzen dahin wie Butter in der Sonne. Immer mehr Menschen wechseln zur Internet-Konkurrenz, denn das digitale Angebot mausert sich zu einem interaktiven, fesselnden Highlight. Aber es gibt noch weitere Felder, die das World Wide Web aktuell für sich erobert: Den typischen Gamer zieht es fort von seinen Single-Player-Spiele, und hin zu interaktiven Multiplayer Games, die dazu einladen, sich mit Gleichgesinnten in Teams zusammenzufinden oder sie mit harten Bandagen zu bekämpfen.

Das Koop-Survival-Spiel Fortnite erfreut sich nicht umsonst auch in unserem Land wachsender Beliebtheit, es wirkt beinahe wie ein Film, dessen Handlung der User ganz nach Belieben steuern und mitgestalten darf. Auch für das Ende trägt er die Verantwortung, natürlich auch dann, wenn dieses weniger erfreulich, oder sogar reichlich bitter, ausfällt.

Die Menschen möchten nicht mehr nur konsumieren
Vor dem Fernseher zu hocken und sich einfach nur berieseln zu lassen, erscheint für die meisten Menschen in Deutschland kaum noch attraktiv. Ebenso wenig verlockend sind eindimensionale Spiele mit beschränkten Eingriffsmöglichkeiten, die kaum Interaktion oder gar Kommunikation zulassen. Web-Projekte mit aktiven Beteiligungsmöglichkeiten hingegen erhalten immer mehr Zulauf, ganz nach dem Motto: Je mehr Interaktion, desto besser! Die Menschen möchten nicht mehr einfach nur konsumieren, sie wollen mitreden, entscheiden und lenken.

Dies gilt nicht nur für sämtliche Sparten des Unterhaltungssektors, sondern auch für Politik und Gesellschaft, vor allem im kommunalen Bereich. Digitale Diskussions- und Abstimmungs-Tools könnten den Diskurs weiter beleben und viele frische, neue Ideen ans Tageslicht bringen. Zuschauen und auf das Ergebnis warten?

Das hat längst ausgedient! Im Grunde genommen war diese Entwicklung absehbar, denn schließlich sind Menschen noch immer Gemeinschaftswesen, die es zueinander hinzieht, die handeln und mündige Entscheidungen treffen möchten. Das »neue Internet« ermöglicht es immer mehr, diese innewohnenden Bedürfnisse wieder nach außen zu kehren und die digitale Transformation mit Leben zu füllen.

Deutschland wird interaktiv! (Foto: rawpixel/pixabay.com)
Deutschland ist nur ein Teil dieser Welt, die Länder um uns herum streben allesamt in eine ähnliche Richtung. Keine Erfindung war bisher derart global wie das Internet, dem es gelingt Kapstadt und Amsterdam auf direktem Weg miteinander zu verbinden, ebenso wie Brisbane und Moskau, New York und Malmö, Hongkong und München.
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