Manfred Querblick

1.000 Euro

Sonnabend, 11. März 2017, 07:00 Uhr
Schaut man auf die Statistik, dann stellt man fest, und denkt für sich, so kann das mit dem sozialen Gleichgewicht aber auch nicht auf Dauer funktionieren. Da besitzen zehn Prozent von den Bürgern der Bundesrepublik neunzig Prozent des Privatvermögens an Geld. Und im Umkehrschluss teilen sich neunzig Prozent der Bürger das restlich verbleibende Vermögen von zehn Prozent...

Manfred Querblick (Foto: Martin Höfer)

Schaut man sich dann noch den gesamten Reichtum der Bundesrepublik an, und macht den Fehler und denkt dabei an die, die unter dem Existenzminimum dahindümpeln, dann ist der sich bildende Zorn als Gemütszustand unvermeidbar.

Wie schön und wie viel mehr sozialgerechter ging es in diesem Land doch zu, als man im Wettbewerb der sozialen Errungenschaften mit der kleinen "popligen" DDR noch stand. Diese ist abgeschafft und nun kann man immer das Soziale abtun mit der Begründung, schaut doch hin, ist doch schief gegangen. Wenn man sich die Änderung des Arbeitslosengeldes betrachtet, und an die ungehörige und willkürliche Gängelung der Hartz IV Bezieher denkt, bleibt von dem Gedanken an soziale Vernunft und Gerechtigkeit nichts mehr übrig.

Dieses Land schreibt die FREIHEIT auf seine Fahne... wie viel Freiheit bleibt denn übrig, wenn man einen Offenbarungseid abgeben muss, nur um Hilfe erhalten zu dürfen. Wenn man in das Pech der Arbeitslosigkeit gerasselt ist, muss man dann alles offenbaren was man sich sauer erspart hat, vielleicht Altersvorsorge oder Vorsorge für seine Kinder und deren Ausbildung, es wird einer Familie in einer derartigen Bedrängnis jede Chance genommen aus der Misere rauszukommen. Selbst die Wohnungsgröße wird vorgeschrieben.

Doch! Herr Hartz und Herr Schröder, das war ohne Zweifel eine sehr "soziale vor allem gerechte" Gesetzgebung. Selbst wenn man nicht zu den Pechvögeln gehört, die in die Kategorie Hartz IV abgerutscht sind, kann man mit dem oftmals gezahlten Lohn oder dem selbständig verdienten Einkommen nicht auskommen, man geht zum Sozialamt und bittet trotz eines Arbeitsplatzes um Unterstützung.

Ich war noch nicht in dieser Situation, aber ich empfinde so etwas als sehr deprimierend und entwürdigend. Ein Mensch in dieser Gesellschaft, dieser reichen Bundesrepublik Deutschland sollte doch wenigstens die Freiheit haben dürfen, existieren zu können ohne Gängelung einer Behörde und ohne betteln gehen zu müssen wo auch immer.

Diese Bundesregierung verpulvert jedes Jahr eine schier unheimliche Menge von Geld für totale Sinnlosigkeiten. Diese Land ist richtig reich, hier gönnt man sich eine Verwaltung für die Arbeitslosigkeit, die mehr kostet als die Gängelung der Menschen mit dieser Kontrolle einbringt. Die Partei welche Hartz IV, Arbeitslosengeld, und Rente (unter 1000) ersetzen will mit einem bedingungslosem Grundeinkommen ist die einzige wählbare.

Argumente, dann ginge ja keiner mehr arbeiten, sind schlicht Käse, denn wie viele Menschen gehen in diesem Land arbeiten und haben so wenig, dass sie auf Sozialhilfe angewiesen sind. Wie viele Menschen werden auf Grund des Lohnniveaus unter 1000 nicht die Rentenkassen bedienen können und spätestens im Alter, dann rutschen sie als Rentner in die absolute Altersarmut. 1000 für jeden Bürger, ob als Arbeitslosengeld oder Unterstützung beim geringen Verdienst oder als Mindestrente.

Lässt man dann noch Beamte in die Kassen einzahlen und spart die Verwaltung der Arbeitslosigkeit ein und rechnet die sowieso schon gezahlten Gelder dazu, dann steht einem "Bedingungslosem Bürgergeld" nichts mehr im Wege.

Ein simpler Gedanke zur Entwicklung. Zur Zeit der industriellen Revolution wurde die Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt und Arbeitslosigkeit waren ein Merkmal und die Stundenzahl der täglichen Arbeitszeit war aus reiner Profitgier über acht Stunden. Sie erinnern sich an den Geschichtsunterricht. Streiks und Arbeitskampf sorgten für acht Stunden Arbeitszeit. Später dann Schichtarbeit... beobachtet man die gegenwärtige Situation, dann wird man feststellen müssen, dass die Arbeitszeit eigentlich geringer sein müsste als acht Stunden, denn schaut man sich die Fließbänder in den Betrieben an, dort sind Automaten am arbeiten die von hochspezialisierte Arbeitern, Technikern gewartet und gesteuert werden.

Die Anzahl der nicht so qualifizierten Arbeiter hat sich in dem Maße verringert, wie im gleichen Maße sich die Forderung nach besserer Bildung, sich die Steigerung der Qualifikation am Arbeitsplatz erhöht hat. Verfolgt man diesen Gedanken der zu erwartenden Entwicklung weiter, werden immer mehr, weniger Arbeit haben oder es wird eine gnadenlose Umverteilung der Arbeit geben in Spitzenverdiener und Mindestlöhner (oder eben auch Selbständige die kaum von ihrer kleinen Firma leben können).

Also entweder organisieren die Politiker Armut und den daraus früher oder später entstehenden sozialen Sprengstoff, den sozialen Unfrieden oder sie organisieren den sozialen Frieden, wo die Ideale der Freiheit ohne behördliche Gängelung zum tragen kommen.

Ich bin gespannt, welche Partei sich das Grundeinkommen für jeden Bürger auf die Fahne schreibt? In diesem Sinne, einfach mal überdenken...
Ihr Manfred Querblick
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