Fr, 11:52 Uhr
27.09.2013
Stolpersteine gegen das Vergessen
Am Vormittag wurden in Sondershausen in der Bebrastraße weitere Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig verlegt. Gedachte werden soll der Familien KAUFMANN und SCHOENLANK.
Stolperstein sind Gedenksteine, die an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma, von politisch und religiös Verfolgten, von Homosexuellen und "Euthanasie"-Opfern während der nationalsozialistischen Diktatur 1933-1945 erinnern. Sie haben die Form von Pflastersteinen und werden wie diese im Gehweg vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnsitz oder dem Wirkungsort des Opfers verlegt; eine Messingplatte auf ihrer Oberseite trägt eine Inschrift mit Namen und Daten zum Schicksal jeder einzelnen Person.
Begonnen wurde am ehemaligen Wohnort Bebrastraße 27. Hier wurde die Stolpersteine für, Max Kaufmann (13.03.1878 Hecklingen - 14.01.1943 Auschwitz), Frieda Kaufmann, geb. Appel (11.04.1881 Mansbach - 15.04.1943 Westerbork), Herta Kaufmann verh. Neuhaus (15.11.1905 Ebeleben - 31.08.1994 Orange, Californien), Lisetotte "Liolo" Kaufmann, verh. Broido (28.8.1913 Sondershausen - 22.05.2006 Lakewood, Los Angeles, Californien) und Irmgard Kaufmann (15.10.1922 Sondershausen - 20.031943 Sobibor) verlegt.
Die Grußworte sprachen Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), der Künstler Gunter Demnig und die Enkelin von Herta Kaufmann, Elisa Milkes.
Kreyer mahnte, das Jahr 1933 war das schwärzeste Jahr in der Geschichte Deutschlands. Er erinnerte an die Judenverfolg und die Rassegesetze. Mit Blick auf die Wahlergebnisse der letzten Bundestagswahl, mahnte er, wachsam gegen Rechts zu sein.
Gunter Demnig zum Thema Stolpersteine: "Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herz". Bisher wurden rund 43.000 Stolpersteine in ganz Europa verlegt, sogar jüngst in Frankreich, die das bisher abgelehnt hatte. In Deutschland haben sich bereits 893 Kommunen beteiligt. Für Demnig bemerkensweret, erfindet auch viel Zustimmung bei den Jugendlichen.
Dankesworte für das Gedenken sprach Elisa Milkes, Enkelin von Herta Kaufmann, auch im Namen ihres Bruders, der ihr die Worte per E-Mail übermittelte. Sie bedankte sich bei der Stadt Sondershausen und allen Beteiligten für das Gedenken. Elisa Milkes ist Lehrerin für Frühgeschichte und lebt in New York.
Worte des Gedenkens für Familie Kaufmann sprach Angela Trommer (Die Linke). Für die Anregung, Bearbeitung und Finanzierung dieser Stolpersteine dankte die Stadt Sondershausen dem Kreisverband Die Linke Kyffhäuserkreis.
Die Verlegung weiterer Stolpersteine fand am Standort des ehemaligen Wohnhauses der Familie Schoenlank, wo sich auch die Sondershäuser Synagoge befand, in der Bebrastraße 6 statt. Verlegt wurden die Stolpersteine für Bernhardine (genannt Dina) Schoenlank geb. Silberberg (10.11.1860 Erder - 13.November 1935 Berlin) und Margarethe (Greta) Schoenlank (08.04.1894 - 19..01.1942 Riga).
Die Gedenkworte für die Familie Schoenlank sprach Cornelia Kraffzick, Kreisvorsitzende der SPD Kyffhäuserkreis. Für die Anregung, Bearbeitung und Finanzierung dieser Stolpersteine dankte die Stadt Sondershausen dem Kreisverband der SPD Kyffhäuserkreis. Die beiden Stolpersteine wurden von der Landrätin Antje Hochwind (SPD) und der Landtagsabgeordneten Dorothea Marx (SPD) gestiftet.
STOLPERSTEINE sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig (*1947), das seit zwanzig Jahren wächst. 1992 begann er mit der Verlegung eines Steines zur Erinnerung an die Deportation von Sinti und Roma aus Köln. STOLPERSTEINE bilden heute das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Der Künstler verlegte die ersten Stolperstein in Sondershausen am 05.11.2012.
Die Musikalische Begleitung übernahm Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl Gymnasiums Sondershausen und des Carl-Schroeder-Konservatoriums Sondershausen.
Autor: khhStolperstein sind Gedenksteine, die an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma, von politisch und religiös Verfolgten, von Homosexuellen und "Euthanasie"-Opfern während der nationalsozialistischen Diktatur 1933-1945 erinnern. Sie haben die Form von Pflastersteinen und werden wie diese im Gehweg vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnsitz oder dem Wirkungsort des Opfers verlegt; eine Messingplatte auf ihrer Oberseite trägt eine Inschrift mit Namen und Daten zum Schicksal jeder einzelnen Person.
Begonnen wurde am ehemaligen Wohnort Bebrastraße 27. Hier wurde die Stolpersteine für, Max Kaufmann (13.03.1878 Hecklingen - 14.01.1943 Auschwitz), Frieda Kaufmann, geb. Appel (11.04.1881 Mansbach - 15.04.1943 Westerbork), Herta Kaufmann verh. Neuhaus (15.11.1905 Ebeleben - 31.08.1994 Orange, Californien), Lisetotte "Liolo" Kaufmann, verh. Broido (28.8.1913 Sondershausen - 22.05.2006 Lakewood, Los Angeles, Californien) und Irmgard Kaufmann (15.10.1922 Sondershausen - 20.031943 Sobibor) verlegt.
Die Grußworte sprachen Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), der Künstler Gunter Demnig und die Enkelin von Herta Kaufmann, Elisa Milkes.
Kreyer mahnte, das Jahr 1933 war das schwärzeste Jahr in der Geschichte Deutschlands. Er erinnerte an die Judenverfolg und die Rassegesetze. Mit Blick auf die Wahlergebnisse der letzten Bundestagswahl, mahnte er, wachsam gegen Rechts zu sein.
Gunter Demnig zum Thema Stolpersteine: "Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herz". Bisher wurden rund 43.000 Stolpersteine in ganz Europa verlegt, sogar jüngst in Frankreich, die das bisher abgelehnt hatte. In Deutschland haben sich bereits 893 Kommunen beteiligt. Für Demnig bemerkensweret, erfindet auch viel Zustimmung bei den Jugendlichen.
Dankesworte für das Gedenken sprach Elisa Milkes, Enkelin von Herta Kaufmann, auch im Namen ihres Bruders, der ihr die Worte per E-Mail übermittelte. Sie bedankte sich bei der Stadt Sondershausen und allen Beteiligten für das Gedenken. Elisa Milkes ist Lehrerin für Frühgeschichte und lebt in New York.
Worte des Gedenkens für Familie Kaufmann sprach Angela Trommer (Die Linke). Für die Anregung, Bearbeitung und Finanzierung dieser Stolpersteine dankte die Stadt Sondershausen dem Kreisverband Die Linke Kyffhäuserkreis.
Die Verlegung weiterer Stolpersteine fand am Standort des ehemaligen Wohnhauses der Familie Schoenlank, wo sich auch die Sondershäuser Synagoge befand, in der Bebrastraße 6 statt. Verlegt wurden die Stolpersteine für Bernhardine (genannt Dina) Schoenlank geb. Silberberg (10.11.1860 Erder - 13.November 1935 Berlin) und Margarethe (Greta) Schoenlank (08.04.1894 - 19..01.1942 Riga).
Die Gedenkworte für die Familie Schoenlank sprach Cornelia Kraffzick, Kreisvorsitzende der SPD Kyffhäuserkreis. Für die Anregung, Bearbeitung und Finanzierung dieser Stolpersteine dankte die Stadt Sondershausen dem Kreisverband der SPD Kyffhäuserkreis. Die beiden Stolpersteine wurden von der Landrätin Antje Hochwind (SPD) und der Landtagsabgeordneten Dorothea Marx (SPD) gestiftet.
STOLPERSTEINE sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig (*1947), das seit zwanzig Jahren wächst. 1992 begann er mit der Verlegung eines Steines zur Erinnerung an die Deportation von Sinti und Roma aus Köln. STOLPERSTEINE bilden heute das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Der Künstler verlegte die ersten Stolperstein in Sondershausen am 05.11.2012.
Die Musikalische Begleitung übernahm Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl Gymnasiums Sondershausen und des Carl-Schroeder-Konservatoriums Sondershausen.
































