Fr, 00:53 Uhr
13.12.2013
Bioprodukte, wer soll es erzeugen?
Das Netzwerk Unsere Region 2050 – nachhaltig, gesund und fair leben lädt ein: Bio-Produkte – was steht dahinter?. Viel läuft hier nicht, wenn man dem Vortrag gefolgt ist, auch nicht im Koalitionsvertrag?...
Immer mehr Menschen wollen sich gesund und umweltbewusst ernähren und greifen zu Bio-Produkten. Was aber bedeutet das Bio-Siegel auf dem Apfel, den Möhren oder der Packung Milch? Wie erfolgt eigentlich die Herstellung?
Ein Teil dieser Fragen konnte man aus einem Vertrag herleiten, den gestern Alexander Seyboth vom Thüringer Ökoherz e. V. im Bürgersaal des neuen Bürgerzentrums Cruciskirche hielt
Das Netzwerk Unsere Region 2050 – nachhaltig, gesund und fair leben (Angela Böhme übernahm die Begrüßung der Gäste und des Referenten) hatte in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen zu diesem Vortrag eingeladen. Während sich der Referent über die Anzahl der Besucher erfreut zeigte, war es für kn eigentlich enttäuschend, wie viele oder doch besser wie wenige etwas über Bioprodukte wissen wollte. Und die Hälfte der Gäste war eigentlich auch mehr berufsmäßig anwesend.
Erschreckend allerdings einige Zahlen, die Seyboth nannte. So sind nur 0,9 Prozent der Anbaufläche in der Welt dem Ökolandbau zu zu ordnen! Für Thüringen schwanken die Angaben aktuell sind es wohl auch nur um die 4,2 Prozent. Im Kyffhäuserkreis spielt der Ökolandbau offensichtlich praktisch gar keine Rolle.
Obwohl der Bedarf bzw. die Nachfrage an Ökolandprodukten steigt, wird in Deutschland nicht mal so viel produziert und es werden Bioprodukte importiert!!! Seyboth kritisch, der Ökolandbau stagniert, weil es ein schwieriges Geschäft ist. Grund: Das Marktpreisgefüge stimmt nicht. Hier seien die Politiker gefordert.
Trotz 41 Naturkostläden in Thüringen spielt zum Beispiel die Gemüseproduktion im Ökolandbau praktisch kein Rolle. Fast die Hälfte der Ökolandproduktion ist übrigens Getreide.
Seyboth verwies zwar auf die sieben Biolandprinzipien:
- Kreislaufwirtschaft
- Bodenfruchtbarkeit fördern
- Artgerechte Tierhaltung
- Wertvolle Lebensmittel erzeugen
- Biologische Vielfalt fördern
- Natürliche Lebensgrundlagen bewahren
- Menschen lebenswerte Zukunft sichern
Wo ist die Landwirtschaft gefordert?
- Verlust der Artenvielfalt
- Problem Nitratüberschuss
- Klimawandel
Kritik kam von Seyboth am möglichen Koalitionsvertrag der vor der Unterschrift steht. In dem Papier gäbe es kein Wort von einem Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft.
Man sieht allerdings, das Thema Bio ist noch nicht in dem Topf, wo viele es sehen. Trotz aller Biosigel, die Weltproduktion in der Landwirtschaft arbeitet an Bioprodukten vorbei. Eine Feststellung, die leider wohl zu wenig schonungslos gesagt wird.
Und wenn das Netzwerk Unsere Region 2050 – nachhaltig, gesund und fair leben wirklich im Kyffhäuserkreis, oder wenigstens in Sondershausen, etwas in der Ökolandproduktion erreichen will, so wird sie wohl mit den Erzeugern in Kontakt kommen müssen.
Autor: khhImmer mehr Menschen wollen sich gesund und umweltbewusst ernähren und greifen zu Bio-Produkten. Was aber bedeutet das Bio-Siegel auf dem Apfel, den Möhren oder der Packung Milch? Wie erfolgt eigentlich die Herstellung?
Ein Teil dieser Fragen konnte man aus einem Vertrag herleiten, den gestern Alexander Seyboth vom Thüringer Ökoherz e. V. im Bürgersaal des neuen Bürgerzentrums Cruciskirche hielt
Das Netzwerk Unsere Region 2050 – nachhaltig, gesund und fair leben (Angela Böhme übernahm die Begrüßung der Gäste und des Referenten) hatte in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen zu diesem Vortrag eingeladen. Während sich der Referent über die Anzahl der Besucher erfreut zeigte, war es für kn eigentlich enttäuschend, wie viele oder doch besser wie wenige etwas über Bioprodukte wissen wollte. Und die Hälfte der Gäste war eigentlich auch mehr berufsmäßig anwesend.
Erschreckend allerdings einige Zahlen, die Seyboth nannte. So sind nur 0,9 Prozent der Anbaufläche in der Welt dem Ökolandbau zu zu ordnen! Für Thüringen schwanken die Angaben aktuell sind es wohl auch nur um die 4,2 Prozent. Im Kyffhäuserkreis spielt der Ökolandbau offensichtlich praktisch gar keine Rolle.
Obwohl der Bedarf bzw. die Nachfrage an Ökolandprodukten steigt, wird in Deutschland nicht mal so viel produziert und es werden Bioprodukte importiert!!! Seyboth kritisch, der Ökolandbau stagniert, weil es ein schwieriges Geschäft ist. Grund: Das Marktpreisgefüge stimmt nicht. Hier seien die Politiker gefordert.
Trotz 41 Naturkostläden in Thüringen spielt zum Beispiel die Gemüseproduktion im Ökolandbau praktisch kein Rolle. Fast die Hälfte der Ökolandproduktion ist übrigens Getreide.
Seyboth verwies zwar auf die sieben Biolandprinzipien:
- Kreislaufwirtschaft
- Bodenfruchtbarkeit fördern
- Artgerechte Tierhaltung
- Wertvolle Lebensmittel erzeugen
- Biologische Vielfalt fördern
- Natürliche Lebensgrundlagen bewahren
- Menschen lebenswerte Zukunft sichern
Wo ist die Landwirtschaft gefordert?
- Verlust der Artenvielfalt
- Problem Nitratüberschuss
- Klimawandel
Kritik kam von Seyboth am möglichen Koalitionsvertrag der vor der Unterschrift steht. In dem Papier gäbe es kein Wort von einem Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft.
Man sieht allerdings, das Thema Bio ist noch nicht in dem Topf, wo viele es sehen. Trotz aller Biosigel, die Weltproduktion in der Landwirtschaft arbeitet an Bioprodukten vorbei. Eine Feststellung, die leider wohl zu wenig schonungslos gesagt wird.
Und wenn das Netzwerk Unsere Region 2050 – nachhaltig, gesund und fair leben wirklich im Kyffhäuserkreis, oder wenigstens in Sondershausen, etwas in der Ökolandproduktion erreichen will, so wird sie wohl mit den Erzeugern in Kontakt kommen müssen.


