eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 00:39 Uhr
12.05.2014

Vergessene Radfahrer?

Nun, in den Kommunen des Kyffhäuserkreises denkt man offensichtlich, wenn ich den Unstrutradweg habe, und der Unstrut-Werra-Radweg (UWR) gebaut wurde, habe ich für längere Zeit etwas für die Radfahrer getan und kann mich entspannt zurücklegen. Aber dem ist nicht so.

Jüngst hatten die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind (SPD), und der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen, Frank Krätzschmar eine Zwischenbilanz zur Wachstumsinitiative Kyffhäuser gezogen und einen Ausblick gegeben. Abgesehen von der Fertigstellung des UWR ist für die Radfahrer im Kyffhäuserkreis keine Besserung in Sicht.

Der UWR mit seinen rund 4,5 Millionen Euro ist kein Pappenstiel und viele Eltern hätten das Geld lieber in einigen Schulen gesehen. Auf der anderen Seite muss man sagen, wer auf die Karte Tourismus setzt, kommt an den Radtouristen, die in Deutschland viel Geld unterwegs lassen, nicht vorbei. Aber nur die beiden Radwege im Kyffhäuserkreis allein bringen es nicht.

Die Radtouristen sollen nicht nur in einem Zug durchradeln sondern auf anderen Wege unterwegs sein und sogar übernachten. Gibt es zum Beispiel ein ausgewiesenen Radweg auf den Kyffhäuser? Dort werden ja laut Plan Unsummen hinein gestaeckt. Nein! Es muss aber auch nicht nur ein teuerer Asphaltweg sein. Als kn jüngst an einem schönen Sonntag durch Brückental wanderte, kamen ihm 15 (in Worten Fünfzehn) Radwanderer entgegen, die auf einem uralten sanggeschlämmten Weg unterwegs waren, obwohl mit der Schönen Aussicht ein heftiger Anstieg lauerte und auch sonst die Sehenswürdigkeiten sich in Grenzen halten.

Wie sagte ein Touristiker gegenüber kn: Nur der UWR allein ist ungefähr so, wie eine Autobahn durch den Kyffhäuserkreis, bei der es es keine Abfahrten gibt. Der Kyffhäuserradweg führt nur Rund um den Kyffhäuser und ist in der Qualität teilweise als nicht mehr befahrbar einstufbar und der Rund um Sondershausen hat einige Teile, die jenseits von gut und böse liegen.

Im viel gepriesenen Radtourenplaner des Thüringerverkehrsministeriums gibt es schon vor allem in Ostthüringen etliche ausgewiesene E-Fahrradrouten. Vom Kyffhäuserkreis keine Spur.
Und bei normalen radwegenß In den beiden überregionalen Rourten ist gerade mal der Unstrutradweg genannt und der UWR existiert ja nur zwischen Mühlhausen und Treffurt, ohne Hinwies, dass der mal bis Artern verlängert wird. Bei den über 50 lokalen Routen ist nicht eine Route aus dem Kyffhäuserkreis dabei!
Unsere Nachbarn aus Nordhausen haben allein neun Südharzrouten im Angebot!

Aber touristische Radwege sind nicht mal das Hauptproblem. Hier gehen "höchstens Einnahmen flöten". Viel problematischer ist der tägliche Weg, wenn man auf die Karte Rad setzt. Über die an allen Ecken und Enden fehlenden geeigneten Abstellmöglichkeiten für Fahrräder hat kn schon öfter hingewiesen. Hier hatte kn nur die Touristen im Blick.

Vergessene Radfahrer? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Vergessene Radfahrer? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Als kn jüngst zur Ausstellungseröffnung in die Musikschule im Schloss Sondershausen kam, herrschte Chaos beim Fahrrad parken. Die Plätze um sein Fahrrad einigermaßen diebessicher abzustellen zu können, waren ausgebucht. Die nicht angeketteten Räder wurden nicht mal fotografiert.
Wir wünschen, dass die Jugend mobil und gesund unterwegs ist, und hier werden die Jugendlichen einfach ausgebremst. Und wenn gar mal ein Musikschüler sein Rad gar an die Schlossmauer lehnt, kann man sicher sein, dass das Geschrei der Verantwortlichen dann nach einem Fahrradverbot rufen. Zur Erinnerung, die Musikschule gehört mit zum Landratsamt.
Aber dran denken, es gibt viele Geschäfte die haben ein Verbotsschild Fahrrad anlehen verboten und selbst keinen brauchbaren Fahrradständer vor dem Geschäft!!!

Hoffentlich merken die verantwortlichen Politiker bald, dass es auch bei den Fahrrädern eine regelrechte Revolution gibt. Die E-Fahrräder sind beim Preis im Sturzflug. Vor ein bis zwei Jahr kaum erschwinglich sind jetzt solche "Geschosse" mit deutschen E-Motoren ausgerüstet schon deutlich unter 1.000 Euro zu haben, und auch Fahrräder mit tollen Gangschaltungen sind schon sehr erschwinglich geworden.

Nur das Radnetz für den täglichen Gebrauch hält einfach nicht mehr Schritt. Selbst älteren Menschen fällt es mit den modernen Fahrrädern nicht mehr schwer, mal so rund 25 km/h zu fahren, erst recht mit einem E-Fahrad, die auch in Sondershausen jetzt schon öfter zu sehen sind. Und da gibt es wirklich jede Menge gemeinsame Fuß- und Radwege, die gar noch entgegen der Fahrtrichtung geführt werden. Eine Risiko für Radfahrer, Fußgänger und querende Autofahrer und den Ein- und Ausfahrten, die sich oft in den Geschwindigkeiten der Radfahrer verschätzen.

Die erste Radwegskonferenz des Kyffhäuserkreises ist schon viele Jahre her. Es ist an der Zeit, bei der gerade ablaufenden Entwicklung im Fahrradwesen, sich in der zweiten Radwegskonferenz endlich mit den Problemen des täglichen Fahrrad fahrens im Kyffhäuserkreis zu befassen. Bei der ersten Radwegskonferenz hatte man sich ja fast nur "beweihräuchert" wie toll der Unstrutradweg sei, der übrigens zu einem sehr erheblichen Teil außerhalb des Kyffhäuserkreises verläuft. Hier obliegt es dem ADFC, den Politikern langsam auf die Füße zutreten.
Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)