Sa, 10:07 Uhr
19.07.2014
Der Sommer hat auch Schattenseiten
So schön der Sommer ist: allzu hohe Temperaturen machen vor allem älteren Menschen oft zu schaffen, weil ihr Organismus anders arbeitet als bei jüngeren. Da ist jede Art der Erfrischung willkommen. Doch die schnelle Abkühlung, zum Beispiel per Klimaanlage oder eisgekühltem Getränk, kann ihrerseits Risiken bergen...
Es kommt also aufs Wie an. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker geben Tipps, wie nicht nur Senioren gut durch den Sommer kommen.
Bei hohen Außentemperaturen schützt sich der Körper durch Schwitzen gegen Überhitzung: trocknet der Schweiß auf der Haut, entsteht Verdunstungskälte, die die Körpertemperatur reguliert. Zusätzlich weiten sich die Blutgefäße, um mehr Wärme als sonst über die Haut abzugeben – der Blutdruck sinkt entsprechend.
Bei älteren Menschen funktionieren diese Mechanismen nicht mehr so schnell, weil sich der Körper im Alter verändert, erklärt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen: Senioren haben weniger aktive Schweißdrüsen, so dass die Wärmeregulierung langsamer abläuft. Werden bestimmte, sogenannte anticholinerge Medikamente, etwa gegen Parkinson oder Depressionen, eingenommen, können diese als Nebenwirkung die Schweißbildung zusätzlich einschränken. Sind Sie selbst nicht sicher, dann sollten Sie vorsichtshalber gemeinsam mit dem Apotheker klären, ob das eigene Medikament dazugehört.
Da im Körper älterer Menschen zudem weniger Flüssigkeit gespeichert ist als bei jüngeren, kann der Wasserverlust durchs Schwitzen rasch zu gefährlichem Austrocknen führen. Mit dem Schweiß scheidet der Körper auch Mineralstoffe aus: ein Mangel kann u. a. zu Konzentrations- oder Schlafstörungen, Müdigkeit, allgemeiner Nerven- und Muskelschwäche sowie zu Verdauungsstörungen führen.
Auch das Herz-Kreislauf-System ist im Alter oft weniger belastbar: Extreme Temperaturunterschiede, wie sie etwa beim Wechsel aus der Hitze in stark klimatisierte Räume oder umgekehrt vorkommen, werden nicht so gut vertragen, weiß Neidel: Es kann zu Kreislaufbeschwerden, Krämpfen von Bauch oder Muskeln oder Schwächegefühlen kommen, im Extremfall sogar zu einem Hitzschlag.
Doch wer einige einfache Regeln befolgt, kann auch heiße Tage gut überstehen:
1. Viel trinken: Wer durch Schwitzen Flüssigkeit verliert, muss diese ersetzen. Das klingt banal, doch gerade ältere Menschen trinken oft zu wenig, weil sie kein Durstgefühl verspüren. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich sollten es im Sommer schon sein, empfiehlt Neidel. Ideal sind Mineralwasser oder Saftschorlen, lauwarme Kräuter- oder Früchtetees eignen sich ebenfalls. Von Alkohol, Kaffee und schwarzem Tee als Durstlöscher rät der Apotheker dagegen ab: Sie weiten die Blutgefäße, was Kreislaufprobleme begünstigen kann. Auch eisgekühlte Limonade erfrischt nicht wirklich: weil ihre Verwertung den Körper zusätzlich Energie kostet, verstärkt sie letztlich das Schwitzen.
2. Salz muss sein: Um die ausgeschwitzten Mineralsalze zu ersetzen, eignen sich natriumreiches Mineralwasser oder von Natur aus elektrolytreiche Saftschorlen. Wer’s lieber deftig mag, greift zu Gemüse- oder Fleischbrühe, die man tassenweise trinken kann. Und beim Essen darf ausnahmsweise etwas kräftiger gesalzt werden.
3. Leichtes Essen: Schwere, fettreiche Mahlzeiten belasten den Kreislauf. Besser ist es, über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen zu sich zu nehmen. Am besten eignen sich dafür leichte Speisen wie Salat, Obst oder Gemüse. Neidels Tipp: Suppen sind im Sommer ideal: sie bringen eine Extraportion Flüssigkeit und regulieren zudem den durchs Schwitzen belasteten Salzhaushalt des Körpers.
4. Tagesablauf anpassen: Um sich der Hitze möglichst wenig auszusetzen, verlegt man Aktivitäten außer Haus besser in die kühleren Morgen- und Abendstunden. Vor allem in der heißen Mittagszeit sollte man die Sonne meiden – am besten, indem man drinnen Mittagsruhe oder Siesta hält. Kräftiges Lüften am frühen Morgen und konsequentes Abdunkeln tagsüber hält die Wohnräume angenehm temperiert. Beim Wechsel aus und in klimatisierte Räume gilt: immer erst akklimatisieren und wenigstens 2 Minuten schonen, bevor man anstrengendere Tätigkeiten in Angriff nimmt.
5. Luftige Kleidung: Helle Kleidung heizt sich in der Sonne weniger auf als dunkle. Weite, luftige Schnitte erlauben der Luft, auch am Körper zu zirkulieren. Vorsicht bei Ventilatoren und in klimatisierten Räumen: im kalten Luftstrom droht Erkältungsgefahr. Wer verschwitzt aus der Hitze kommt, sollte daher immer etwas zum Drüberziehen dabei haben. Draußen ganz wichtig: der richtige Sonnenschutz. Eine Kopfbedeckung und entsprechende Sonnenschutzmittel für die Haut sind unverzichtbar, rät Neidel: In der Apotheke kann man sich beraten lassen, welche Produkte zum eigenen Hauttyp passen.
6. Nasse Erfrischung: Duschen, waschen oder baden erfrischt, doch allzu schnelle Temperaurwechsel können zu einem Kreislaufproblemen führen. Daher sollte man sich generell langsam abkühlen. Also: lieber lauwarm statt kalt duschen – wenn es besonders heiß ist aber durchaus mehrmals täglich. Und beim Gang ins Freibadbecken oder den Badesee gilt: ganz viel Zeit lassen.
Thüringens Apothekerinnen und Apotheker wünschen allen Lesern/Hörern einen schönen und erholsamen Sommer.
Autor: redEs kommt also aufs Wie an. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker geben Tipps, wie nicht nur Senioren gut durch den Sommer kommen.
Bei hohen Außentemperaturen schützt sich der Körper durch Schwitzen gegen Überhitzung: trocknet der Schweiß auf der Haut, entsteht Verdunstungskälte, die die Körpertemperatur reguliert. Zusätzlich weiten sich die Blutgefäße, um mehr Wärme als sonst über die Haut abzugeben – der Blutdruck sinkt entsprechend.
Bei älteren Menschen funktionieren diese Mechanismen nicht mehr so schnell, weil sich der Körper im Alter verändert, erklärt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen: Senioren haben weniger aktive Schweißdrüsen, so dass die Wärmeregulierung langsamer abläuft. Werden bestimmte, sogenannte anticholinerge Medikamente, etwa gegen Parkinson oder Depressionen, eingenommen, können diese als Nebenwirkung die Schweißbildung zusätzlich einschränken. Sind Sie selbst nicht sicher, dann sollten Sie vorsichtshalber gemeinsam mit dem Apotheker klären, ob das eigene Medikament dazugehört.
Da im Körper älterer Menschen zudem weniger Flüssigkeit gespeichert ist als bei jüngeren, kann der Wasserverlust durchs Schwitzen rasch zu gefährlichem Austrocknen führen. Mit dem Schweiß scheidet der Körper auch Mineralstoffe aus: ein Mangel kann u. a. zu Konzentrations- oder Schlafstörungen, Müdigkeit, allgemeiner Nerven- und Muskelschwäche sowie zu Verdauungsstörungen führen.
Auch das Herz-Kreislauf-System ist im Alter oft weniger belastbar: Extreme Temperaturunterschiede, wie sie etwa beim Wechsel aus der Hitze in stark klimatisierte Räume oder umgekehrt vorkommen, werden nicht so gut vertragen, weiß Neidel: Es kann zu Kreislaufbeschwerden, Krämpfen von Bauch oder Muskeln oder Schwächegefühlen kommen, im Extremfall sogar zu einem Hitzschlag.
Doch wer einige einfache Regeln befolgt, kann auch heiße Tage gut überstehen:
1. Viel trinken: Wer durch Schwitzen Flüssigkeit verliert, muss diese ersetzen. Das klingt banal, doch gerade ältere Menschen trinken oft zu wenig, weil sie kein Durstgefühl verspüren. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich sollten es im Sommer schon sein, empfiehlt Neidel. Ideal sind Mineralwasser oder Saftschorlen, lauwarme Kräuter- oder Früchtetees eignen sich ebenfalls. Von Alkohol, Kaffee und schwarzem Tee als Durstlöscher rät der Apotheker dagegen ab: Sie weiten die Blutgefäße, was Kreislaufprobleme begünstigen kann. Auch eisgekühlte Limonade erfrischt nicht wirklich: weil ihre Verwertung den Körper zusätzlich Energie kostet, verstärkt sie letztlich das Schwitzen.
2. Salz muss sein: Um die ausgeschwitzten Mineralsalze zu ersetzen, eignen sich natriumreiches Mineralwasser oder von Natur aus elektrolytreiche Saftschorlen. Wer’s lieber deftig mag, greift zu Gemüse- oder Fleischbrühe, die man tassenweise trinken kann. Und beim Essen darf ausnahmsweise etwas kräftiger gesalzt werden.
3. Leichtes Essen: Schwere, fettreiche Mahlzeiten belasten den Kreislauf. Besser ist es, über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen zu sich zu nehmen. Am besten eignen sich dafür leichte Speisen wie Salat, Obst oder Gemüse. Neidels Tipp: Suppen sind im Sommer ideal: sie bringen eine Extraportion Flüssigkeit und regulieren zudem den durchs Schwitzen belasteten Salzhaushalt des Körpers.
4. Tagesablauf anpassen: Um sich der Hitze möglichst wenig auszusetzen, verlegt man Aktivitäten außer Haus besser in die kühleren Morgen- und Abendstunden. Vor allem in der heißen Mittagszeit sollte man die Sonne meiden – am besten, indem man drinnen Mittagsruhe oder Siesta hält. Kräftiges Lüften am frühen Morgen und konsequentes Abdunkeln tagsüber hält die Wohnräume angenehm temperiert. Beim Wechsel aus und in klimatisierte Räume gilt: immer erst akklimatisieren und wenigstens 2 Minuten schonen, bevor man anstrengendere Tätigkeiten in Angriff nimmt.
5. Luftige Kleidung: Helle Kleidung heizt sich in der Sonne weniger auf als dunkle. Weite, luftige Schnitte erlauben der Luft, auch am Körper zu zirkulieren. Vorsicht bei Ventilatoren und in klimatisierten Räumen: im kalten Luftstrom droht Erkältungsgefahr. Wer verschwitzt aus der Hitze kommt, sollte daher immer etwas zum Drüberziehen dabei haben. Draußen ganz wichtig: der richtige Sonnenschutz. Eine Kopfbedeckung und entsprechende Sonnenschutzmittel für die Haut sind unverzichtbar, rät Neidel: In der Apotheke kann man sich beraten lassen, welche Produkte zum eigenen Hauttyp passen.
6. Nasse Erfrischung: Duschen, waschen oder baden erfrischt, doch allzu schnelle Temperaurwechsel können zu einem Kreislaufproblemen führen. Daher sollte man sich generell langsam abkühlen. Also: lieber lauwarm statt kalt duschen – wenn es besonders heiß ist aber durchaus mehrmals täglich. Und beim Gang ins Freibadbecken oder den Badesee gilt: ganz viel Zeit lassen.
Thüringens Apothekerinnen und Apotheker wünschen allen Lesern/Hörern einen schönen und erholsamen Sommer.