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Mi, 12:00 Uhr
10.02.2021
Eine Einordnung

So extrem ist das Extremwetter

Schneemassen, Eisregen und bittere Kälte. Wie extrem war und ist das Wetter wirklich? Während die einen betonen, dass ein Winter halt so ist, sehen andere dramatische Abweichungen von der Norm. Björn Goldhausen von WetterOnline ordnet die Wetterlage ein...

Heute Morgen, 8.30 Uhr in Nordhausen (Foto: nnz) Heute Morgen, 8.30 Uhr in Nordhausen (Foto: nnz)
Seit dem letzten Wochenende ist der Winter mit meterhohen Schneeverwehungen, Eisglätte und klirrender Kälte über große Teile des Landes hereingebrochen.

Nach vielen überdurchschnittlich milden Wintern lässt das niemanden unbeeindruckt. Und das Bedürfnis nach einer Einordnung in extremes, „unnormales“ oder ganz „normales“ Wetter entsteht unweigerlich.

Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline: „Um zu bewerten, ob die Wetterlage ‚unnormal‘ oder extrem ist, muss zunächst geklärt werden, was das ist. ‚Normal‘ ist nur ein statistischer Mittelwert, an den sich das Wetter in den seltensten Fällen hält. Meist sind die Abweichungen nach oben oder nach unten groß und manchmal eben, so wie derzeit, sehr groß - also extrem. Damit das aktuelle Wettergeschehen eingeordnet werden kann, bieten sich drei Parameter an: Schneehöhe, Eisregen und Temperatur.“

Schneehöhe von 0 bis 200 Zentimeter
Vom Münsterland bis nach Sachsen liegen jetzt verbreitet 20 bis 50 Zentimeter Schnee. Goldhausen: „Für diese Regionen ist das an vielen Orten extrem. Viele Stationen melden hier neue Allzeit- oder zumindest Monatsrekorde. Seit dem Januar 1947 wurden in Bramsche bei Osnabrück in Niedersachsen die aktuell gemessenen 54 Zentimeter Schneehöhe nicht erreicht. Ähnlich sieht es in Gröningen in Sachsen-Anhalt aus. Dort werden 43 Zentimeter gemessen, was der höchste Wert seit Januar 1969 ist. Fazit: Die Schneemengen sind für diese Regionen extrem und an vielen Orten sind es die höchsten seit Messbeginn.“

Schneehöhenangaben wenig aussagekräftig
„Die Schneehöhenmeldungen stammen jedoch von Automaten und diese sind nicht wirklich belastbar. Sie messen in einem eng begrenzten Radius. Fällt nun viel Schnee in Verbindung mit ordentlich Wind, dann entstehen große Verwehungen. Während es mancherorts dann quasi schneefrei ist, türmt sich die weiße Pracht wenige Meter weiter zwei Meter hoch auf. Entsprechend wenig repräsentativ sind diese automatischen Messungen derzeit. Große Abweichungen, sowohl nach unten als auch nach oben, sind die Regel“, merkt der Meteorologe kritisch an.

Eisregen hat beinahe zu großem Stromausfall geführt
In einem Streifen von Nordrhein-Westfalen über das nördliche Rheinland-Pfalz bis nach Hessen kam es am Wochenende zu extremem Eisregen. Dort ist alles teils Zentimeter dick in Eis eingepackt. In den Wäldern stürzten viele Bäume um und es besteht noch immer Lebensgefahr. Auswertungen ergaben Eisansätze an Gegenständen von 6 bis 20 Millimetern. „Um solch eine Eisregenlage zu finden, muss man schon weit in den Wettergeschichtsbüchern zurückblättern. Eine ähnlich heftige Lage in der Region gab es zuletzt am 2. März 1987. Entsprechend ist auch dieses Ereignis als extrem einzustufen. In einigen Regionen ist man nur knapp an großflächigen Stromausfällen vorbeigeschrammt“, so Goldhausen.

Temperaturen unter minus 25 Grad
Der Parameter Temperatur ist noch nicht final auszuwerten, da das Ereignis noch andauert. Björn Goldhausen: „So viele Nächte am Stück mit Tiefstwerten unter minus 15 Grad im Flachland gab es schon lange nicht mehr. Auch muss man weit zurückblicken, um tagsüber im Flachland Spitzenwerte von an die minus 10 Grad zu finden. Da auch die kommenden Nächte besonders über Schnee eisig werden, ist davon auszugehen, dass es mancherorts zumindest neue Monatsrekorde in Sachen Tiefsttemperatur geben wird. Die Allzeitrekorde werden aber wohl meist nur knapp verfehlt. Allein diese Feststellung macht die aktuellen Temperaturen ebenfalls zum Extremereignis.“

Fazit: Die Neuschneemengen, der Eisregen und auch die Temperaturen waren mancherorts extrem! „Unnormal“ aber waren sie nicht, denn Extreme gehören zum Wetter einfach dazu. Dennoch geht das Wetterereignis in den jeweiligen Regionen als Extremwetter in die Geschichtsbücher ein, weil es so nur alle 20 bis 50 Jahre, oder noch seltener zu beobachten ist.

Ob die Wetterlage andauert, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home, ausgezeichnet mit dem „German Design Award 2020“ und dem „German Innovation Award 2020“. Mit dem WetterOnline Skill für Amazon Alexa sowie der WetterOnline Action für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.
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Kommentare

10.02.2021, 12.26 Uhr
Örzi | Greta und Luisa fragen!
Die wissen es sicher am besten.

9   |  3     Login für Vote
10.02.2021, 12.50 Uhr
tannhäuser
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
10.02.2021, 12.58 Uhr
Salz | Irvendwas ist immer
Jahrelang das geheule der zu milden Winter, und nun wieder zu kalt, zu viel Schnee... Mimimi
Passt aber genau in die Zeit.

7   |  2     Login für Vote
10.02.2021, 13.26 Uhr
tannhäuser | Dann nochmal ohne RAF-Bezug ;)
Hat TUI Staatshilfen bezogen, wenn sie wieder Kreuzfahrten veranstalten und prompt Corona-Fälle an Bord haben?

Was ist hier los? Angeblich wird an Flughäfen streng kontrolliert, ich darf nicht nach Polen zum Tanken und Einkaufen fahren, ohne in Quarantäne zu landen, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach müssen ihre "Heimspiele" in der CL in Budapest austragen, weil die "mutierten" Liverpooler und Manchester Citizens nicht einreisen dürfen, aber in Hannover landen fröhliche Flüchtlinge, die ALLE kerngesund sind?

Ach so, zum Thema. Das ist endlich ein normaler Winter. Früher hatten wir im Februar nach den Halbjahreszeugnissen 3 Wochen Ferien und mindestens zwei davon konnten wir Schlitten fahren.

Wenn Wärme, Strom und Wasser noch geliefert werden sind wir weit weg von einer Katastrophe oder Krise.

11   |  1     Login für Vote
10.02.2021, 14.15 Uhr
Marino50 | Extremer Winter / Tannhäuser
Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Ich habe auch schon eine Menge Winter erlebt mit Schnee und Verwehungen. Unwd die Spielaustragungen in Ungarn, das ist ein Witz. Man möchte vielleicht, dass sie verlieren. Die nächste Verlängerung des Lockdowns ist doch schon beschlossene Sache bis 1. März. Weiter so, es ist noch nicht die ganze Wirtschaft kaputt. Fragt sich nur, wer das sinkende Schiff dann retten soll oder will.

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10.02.2021, 14.32 Uhr
Hector_Landers | mmhhh....
.... wo sind den jetzt die klimakids und fff, die mit bunten schildchen durch die strassen hüpfen?

ich kann sie nirgends entdecken... ist es denen etwa zu kalt?


Anmerkung techn. Support:
Versuchen Sie bitte mit Hilfe von Google heraus zu bekommen was der Unterschied zwischen »Klima« und »Wetter« ist. Vielleicht können Sie sich die Frage dann selbst beantworten.

10   |  4     Login für Vote
10.02.2021, 14.39 Uhr
Kobold2 | Die Ursache
Sehe ich zum einen in der Art der Berichterstattung. Aus jeder Seifenblase wird gleich ein explodierenden Heißluftballon gemacht. Es gibt nur noch Mega, Giga, Chaos, Super, Extrem und was ich noch alles. Vielleicht hat man Angst sonst in der Medienlandschaft zu verschwinden, wenn man einfach nur normal schreibt. Parallel dazu find ich die hier gemeldeten Stauprognosen, wegen Bauarbeiten auf irgendwelchen Dörfern und deren Verbindungsstraßen auch immer lustig. Es wird ja auch schon von Schneechaos geschrieben, wenn nur man 5cm fallen. Ja gut das Cahos ensteht danach, weil auch damit der stiefmutterlich behandelte und kaputtgesparte Winterdienst nicht fertig wird.
Das hier ist ein ganz normaler Winter, wie er vielerorts vorkommt. Die Ankündigung war lange genug, so daß man sich auch besser vorbereiten hätte können. Wie sagten wir so gern vor 89.... sparen, koste es was es wolle! Klappt heute fast besser, als damals.
Manchmal habe ich den Eindruck, das viele dass Leben als PC Game sehen. Wenn es schief geht, wiederhole ich halt das Level, oder klicke auf "new Game".
Das lässt aber das Wetter nicht mit sich machen und wir können es auch nicht ändern! Aber wir sollten uns mit Respekt davor, danach richten. Letzteres haben viele einfach vergessen.

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10.02.2021, 14.48 Uhr
tannhäuser
Der Beitrag wurde deaktiviert – Kein Bezug zum Artikel.
10.02.2021, 14.48 Uhr
Strandläufer | Hector_Landers
...es ist doch keine Schule in dem Sinne der man fernbleiben kann. Ausserdem ist die Überraschung groß, dass es doch noch weiße Winter gibt. Nun geben wir ihnen Zeit sich zu sammeln. Ich denke, wenn das Wetter milder und der Lockdown vorbei ist, die Schule wieder beginnt...dann bekommen Sie auch wieder Ihre Demonstrationen.

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10.02.2021, 14.51 Uhr
grobschmied56 | Mit ziemlicher Sicherheit...
... handelt es sich hier um eine Verschwörung und einen neuerlichen Tabu-Bruch der Rrächten! Bestimmt haben die Voodoo, Schadzauber oder schwarze/graue/braune Magie betrieben (Nichtzutreffendes bitte streichen), um Unzufriedenheit und Zwietracht zu säen! Anders ist das ganze ja kaum zu erklären. Schließlich haben 97 Prozent der Wissenschaftler klar festgelegt, daß es immer WÄRMER wird.
Trotzdem: Temperaturen im Keller, Schnee 1/2 Meter hoch- das kann nicht mit rechten Dingen zugehen!
Da hilft nur noch eines: Alle Aluhüte, Querdenker, Reichstags-Stürmer, Trump-Anhänger, AFD, NPD, Maskenverweigerer, Rodelhang-Extremisten und Impf-Skeptiker/Verweigerer/Vordrängler von der Straße wegfangen und in Beugehaft nehmen. Darüber hinaus sollte jeder aufrechte Demokrat seine Nachbarn aufmerksam beobachten! Zu Besorgnis gibt Anlaß, wer im (noch geöffneten) Supermarkt Kerzen (WACHS!) und Stecknadeln (!!) kauft. Sehr verdächtig macht sich auch, wer Rollläden und Vorhänge seiner Wohnräume schließt, bevor er das Licht einschaltet- hier geschieht Verbotenes!

Anmerkung: Das völlig unqualifizierte und populistische Herumgenöle einiger Individuen vom Typ AWM (Alter, Weißer Mann), bei dem augenblicklichen völlig ungewöhnlichen PHÄNOMEN handele es sich einfach
NUR UM WINTER
ist aus wissenschaftlicher Sicht natürlich völlig haltlos und deshalb von allen fortschrittlichen Menschen energisch ABZULEHNEN!


Anmerkung techn. Support:
Versuchen Sie bitte mit Hilfe von Google heraus zu bekommen was der Unterschied zwischen »Klima« und »Wetter« ist. Vielleicht merken Sie dann ...

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10.02.2021, 14.56 Uhr
tannhäuser
Der Beitrag wurde deaktiviert – Fehlender Bezug zum Artikel.
10.02.2021, 15.14 Uhr
tannhäuser | Forged in Fire!
Habe History HD aboniert und weiß, dass Alte Weiße Männer nicht nölen, lieber Grobschmied!

Wir schmieden ein Claymore und ziehen in die Schlacht unter den Klängen von Wagner und Orff LOL

Ich lache mich inzwischen auch schlapp über das Gelaber kommen "Weiße Weihnachten" oder nicht. Januar/Februar sind Wintermonate. Davor ist eingebildete Schneeflöckchen-Kälte.

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10.02.2021, 16.17 Uhr
Hector_Landers | es ist sehr erfreulich...
... dass in diesem zusammenhang ironie und sarkassmus von einigen noch verstanden wird. :-D

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10.02.2021, 16.39 Uhr
tannhäuser | @ Hector
Dafür brauchen Sie aber auch eine "Fresse" aus Damaszener-Stahl, soviel Sie hier darauf bekommen, wenn Sie hier mit Ironie und Sarkasmus kommentieren wollen ;)

Ok, irgendwas zum eigentlichen Thema, welches auch Hilflosigkeit gegenüber plötzlich auftretendenden so genannten Wetter-Phänomenen betrifft.

Besser sowas mit Schnee und Eis als eine schlechte Diagnose beim Arzt. Man sollte auch mal Prioritäten wichten können.

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10.02.2021, 16.41 Uhr
grobschmied56 | Dem Tannhäuser einen Punkt...
... und ein (mit Schmunzeln) unterlegtes TOUCHE´!
Bin eben ein eher geradliniger Typ und leicht zu durchschauen. In einem Punkt muß ich leider widersprechen: Zu Orff und Wagner kann ich mich nicht ganz einverstanden erklären, Clash und Rammstein fände ich angemessener!
Ansonsten warte ich erst mal noch ab, ob dieses Extremwetter nicht doch noch eine Reaktion aus dem Kanzleramt hervorruft. Ich könnte mir vorstellen, daß tausende Anhänger unserer Kaiser... ähem - Pardon unserer Kanzlerin in großer Not und Bedrängnis ihre Stoßgebete zum Himmel und nach Berlin (stimmt die Reihenfolge?) senden, auf daß SIE ein Machtwort spricht, und dieses unverzeihliche PHÄNOMEN rückgängig macht.
Temperaturen hoch, Schnee weg - und alles geht wieder seinen soz... öh nee, freiheitlich demokratischen Gang.
Merke: ein halbes Grad mehr im Februar: Dann ist es mal wieder der WÄRMSTE WINTER SEIT BEGINN der Wetteraufzeichnungen.
Fünf Grad weniger, als gewohnt: Das gültet nich, das is nur Wetter, oder Phänomen, oder so...

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10.02.2021, 16.58 Uhr
tannhäuser
Der Beitrag wurde deaktiviert – Kein Bezug zum Artikel.
10.02.2021, 18.52 Uhr
Hector_Landers | Anmerkung techn. Support:
zitat: "Versuchen Sie bitte mit Hilfe von Google heraus zu bekommen was der Unterschied zwischen »Klima« und »Wetter« ist. Vielleicht merken Sie dann ..."

wer freitags die schule *nicht* geschwänzt hat, und brav im physikuntericht war, der weiß, das wetter ein tägliches phänomen ist, und klima nichts weiter, als eine "ansammlung" von wetter, oder anders formuliert:
"aus der beobachtung des wetters über einen längeren zeitraum gewinnt man erkenntnisse über die entwicklung des klimas".

dazu bedarf es keiner suchmaschine.
nur mal so angemerkt. ;-)

Anmerkung techn. Support:
Klingt gut. Das wissen Sie ja jetzt, dass die aktuelle Wettersituation nur indirekt etwas mit »Klima« zu tun hat. :-)

3   |  2     Login für Vote
10.02.2021, 23.04 Uhr
grobschmied56
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
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