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Do, 11:09 Uhr
15.07.2021
Roadmap wird erarbeitet

Land will alte Bahnstrecken wiederbeleben

Von der Straße auf die Schiene - im Ministerium für Infrastruktur wurde eine Methodik entwickelt, um die Machbarkeit einer Wiederbelebung von Schienennebenstrecken zu prüfen...

Ein erweitertes Schienennetz und mehr Zugangsstellen würden mehr Güter von der Straße auf die klimafreundlichere Schiene bringen.

In einem durch mittelständische Industrie geprägten Land wie Thüringen kommt es besonders darauf an, durch ein weit verzweigtes Schienennetz möglichst viele Standorte zu erreichen, an denen Produkte von Industrie und Landwirtschaft verladen werden können. So kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden, um das im Landesentwicklungsprogramm Thüringen 2025 definierte Ziel zu erreichen, den Anteil der Gütertransporte auf der Schiene am gesamten Transportaufkommen deutlich zu erhöhen.

Die Voraussetzungen dafür sind gut. Das betont auch die Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Susanna Karawanskij: „Von allen deutschen Flächenländern hat Thüringen das dichteste Schienennetz nach Einwohnern und Größe. Allerdings sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Nebenstrecken stillgelegt worden. Wenn wir die Schiene als klimafreundlichen Transportweg stärken wollen, müssen wir die Potenziale dieser Strecken ermitteln und diese bei Bedarf reaktivieren. So entlasten wir dort, wo Verlagerungspotenziale vorhanden sind, die Ortschaften, die Menschen und die Umwelt.“

Das Thüringer Infrastrukturministerium arbeitet seit 2019 im von der EU geförderten Projekt „REIF“ (REgional Infrastructure for railway Freight transport - revitalised – Regionale Infrastruktur für Schienengüterverkehr - revitalisiert) an Lösungen, die diesen Revitalisierungsprozess unterstützen können. Entstanden ist dabei unter anderem ein Leitfaden (Roadmap) zur Wiederbelebung stillgelegter Strecken für den Schienengüterverkehr. Um diese Handlungsanweisung praxisnah und anwendungsfreundlich zu gestalten, wurde sie am Beispiel der „Ohratalbahn“ zwischen Gotha und Gräfenroda verifiziert.

Die Ohratalbahn ist eine dieser stillgelegten Nebenstrecken in Thüringen. Mit ihrer Lage direkt am Industriegebiet von Ohrdruf mit noch vorhandenen Anschlussgleisen und an wichtigen Holzumschlagplätzen besitzt sie Reaktivierungspotenzial sowohl für den Güter- als auch den Personenverkehr.

Mit der entwickelten Roadmap wurden u.a. der Zustand der Strecke analysiert, Reaktivierungsmaßnahmen definiert, Nutzungspotenziale recherchiert, Organisationsmodelle konzipiert sowie Kosten und Finanzierungsquellen eruiert. Damit liegen Anregungen vor, wie eine Wiedereröffnung der „Ohratalbahn“ realisiert werden kann.

Die Roadmap kann prinzipiell auf andere Strecken übertragen werden, um die Machbarkeit einer Reaktivierung zu prüfen.
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Kommentare

15.07.2021, 11.52 Uhr
Outsider | Keine Reaktivierung nötig - einfach nutzen!
Man muss gar nicht erst aufwändige Pläne erstellen, Road-Maps entwerfen und und und...

einfach im Harz das vorhandene Schienennetz der HSB nutzen, das Holz auf Waggons verladen, nach Nordhausen kutschen, hier auf das DB-Netz umladen und ab nach Berga und weiter nach Rottleberode.

Schon sind die Straßen im Harz entlastet und die Zugstrecke wird mal ausgelastet.

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15.07.2021, 12.36 Uhr
Kobold2 | Einfach nachdenken
Geht natürlich auch... Wie lange braucht dann das Holz vom Verladeplatz im Wald bis ins Sägewerk und was darf es denn kosten mit mehrmaligen umladen das Holz dorthin zu bekommen? Letztens haben hier einige gejammert, dass die Holzpreise zu hoch sind...

2   |  6     Login für Vote
15.07.2021, 14.44 Uhr
muraschke | Roadmap ins Nichtstun - Eine Studienoper
Beim Stilllegen ging alles ganz schnell. Irgendwann fuhr der letzte Zug, es wurde gewunken ... und ... Sendeschluss. Die Neubelebung solcher Strecken braucht Studien ... Studien ... und Studien.
Würde man gleiche Maßstäbe an den Erfurter Flughafen anlegen, dürfte dort schon lange kein Flugzeug mehr abheben!
So rinnt die Zeit dahin, Schwellen vergammeln, Schotter versinkt. Scheinbar egal, wer gerade regiert und über Machbarkeiten redet.

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