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Do, 12:17 Uhr
29.07.2021
VdK fordert Grundsicherung für Kinder:

Viele Kinder in Hessen und Thüringen von Armut bedroht

In Hessen und in Thüringen leben überdurchschnittlich viele Kinder in Armut. Das ist das Ergebnis einer Studie des Paritätischen zur Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland...

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Während 2019 bundesweit 20,5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren als arm galten, waren es in Hessen 21,9 und in Thüringen 22,7 Prozent. Das bedeutet: Die Kinder leben in einem Haushalt, der über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt.

Besonders alarmierend ist der Anstieg der Kinderarmut in Hessen. Bundesweit hat sich die Armutsquote zwischen 2010 und 2019 um 2,3 Prozent erhöht; in Hessen stieg sie im selben Zeitraum um 6,6 Prozent an. Dagegen lässt sich in Thüringen eine leicht rückläufige Tendenz beobachten (–1 Prozent); hier hält sich die Kinderarmut seit Jahren auf hohem Niveau.

„Trotz einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung während des vergangenen Jahrzehnts ist das Ausmaß der Kinderarmut erschreckend groß“, sagt der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Paul Weimann: „Drei Millionen Kinder in Deutschland wachsen mit erheblichem Mangel an allem auf, was gemeinhin zum Lebensstandard zählt – ausreichend Platz zum Wohnen, genügend Geld für gesundes Essen, für Freizeitunternehmungen und für Hobbys wie Sport oder Musik. Diese Benachteiligung von so vielen jungen Menschen können wir nicht hinnehmen.“

Der VdK befürchtet zudem, dass sich die Situation in Folge der Corona-Pandemie noch verschärfen könnte. „In vielen benachteiligten Haushalten fehlt die technische Ausstattung für das Homeschooling. Vor allem Kinder aus einkommensschwachen Familien laufen daher Gefahr, den Anschluss beim Lernen zu verlieren“, erläutert Paul Weimann. Das jetzige System der Familienförderung könne diese Defizite nicht auffangen. So müssen einzelne Leistungen bei verschiedenen Stellen beantragt werden – ein bürokratischer Aufwand, der viele Betroffene überfordert. Hinzu kommt, dass die Zahlungen oft miteinander verrechnet werden, so dass sie in der Summe nicht ausreichen, um den Bedarf der Kinder zu decken.

Der VdK hat sich deshalb einem Bündnis von Organisationen und Verbänden angeschlossen, das die Einführung einer Kindergrundsicherung fordert. Darin sollen bisherige Leistungen wie Kindergeld und -zuschlag sowie der Kinderregelsatz bei Hartz-IV- Bezug zusammengefasst werden, wobei sich die Höhe der Zahlung am Einkommen der Eltern bemisst. „Jedes Kind hat einen Anspruch darauf, gut aufzuwachsen. Mit einer eigenständigen Grundsicherung für Kinder können wir eine wichtige Voraussetzung schaffen, um diesem Anspruch gerecht zu werden“, sagt der VdK-Landesvorsitzende.
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Kommentare

29.07.2021, 12.35 Uhr
DonaldT | Viele Kinder von Armut bedroht
Aber Merkel verschleudert das Geld ins Ausland, für obskure Projekte, oder einfach so.

Und Mutti nährt auch die "Flüchtlinge" an ihrer Brust, ebenfalls üppig.

Warum ist dann kein Geld da?, für die Kinder im Vaterland?

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29.07.2021, 12.50 Uhr
Örzi | An den Haaren herbeigezogen
Wo bitte gibt es in Deutschland Kinderarmut. Sie sind alle satt, haben alle ein Dach über dem Kopf, haben ausreichend Kleidung und meistens auch Smartphone oder etwas Ähnliches.
Arme Kinder gibt es in Indien oder afrikanischen Ländern. Dort wo sie auf der Straße leben und im Müll nach Essbaren suchen.
Hierzulande wird Armut herbeigeredet, weil man Luxus und Wohlstand nicht mehr auseinander halten kann. Das es Wohlhabende und weniger Wohlhabende gibt hat nichts mit Armut zu tun.

8   |  13     Login für Vote
29.07.2021, 19.27 Uhr
Echter-Nordhaeuser | "Tja @Örzi"
Da sind sie bestimmt einer von den schwerverdienern die hier sehr gut zurecht kommen. Es gibt auch Menschen die sind arm trotz Arbeit oder Arbeitlos. Sie müssen auch Miete bezahlen und die explodierenden Nebenkosten und am Ende der ganzen Abzüge bleibt nicht mehr genug für die Kinder es fängt an beim warmen Mittagessen, Klassenfahrten und an Klamotten. Armes Deutschland!!!

6   |  7     Login für Vote
29.07.2021, 22.56 Uhr
Quallensammler | Wenn ein Sozialverband
(der davon profitiert und lebt, als benachtiligt deklarierte Bevölkerungsteile gegen Entgelt zu "versorgen") Kinderarmut entdeckt, bekomme ich Magengrummeln. Armut = Hunger, keine medizinische Versorgung, fehlende Chance auf Bildung, Wohnen im Slum = Elend und Perspektivlosigkeit. In D kein Thema!

Hier gibt es Kinder von Eltern und Alleinerziehenden, die mittel/gut/prima versorgt aufwachsen. Hängt vom Engagement und der Verteilung von erwirtschafteten, bzw. vom Staat erhaltenen Finanzen ab. Dazu kommen für die unterhalb des mittleren Einkommens angesiedelten Menschen mit Kind(ern) die Hilfen vom Staat, um soziale Härten abzufedern. Kinder bekommen z. B. Schulmaterial, Mitgliedschaften im Verein, Klassenfahrten, oder... mittels Antrag auf Teilhabe am sozialen Leben gefördert. Premium-Smartphone, Quad, oder iPod bleiben zwar ein Traum, aber ohne Anreiz keine Leistung!

Vielleicht sollte man Prävention üben, um als arm bezeichnete Kinder gar nicht erst "ins Elend" zu stürzen! Deutschland reglementiert für Deutsche so ziemlich alles. Manchmal gut, manchmal nervig, manchmal hirnrissig. Für und gegen alles gibt es amtlich vorgeschriebene Scheine und/oder eine Steuer.

Angler, Autofahrer, Hundehalter, Sportschützen, Berufs-/Studienabschlüsse usw.. Will man in Schland was legal öffentlich machen und auf Gedeihen hoffen, muss man Eignung und Prüfung nachweisen. Macht oft Sinn.

Aber bei Kindern? Also bei zarten und verwundbaren Geschöpfen, die geliebt und gefördert werden möchten? Die Zeit und Geld erwarten können. Die Ansprüche haben! Zu recht!

Für die Zeugung brauchste nix! Kannste ne ganze Fußballmannschaft in die Welt setzen. Drum kümmern soll sich bei Überforderung und Desinteresse die Gemeinschaft.

Ein Elternführerschein wäre toll! Die Mehrheit der angehenden Eltern wäre sicher gerne dabei. Dazu die Verpflichtung, die ersten 18 Jahre des Kindes finanziell abgesichert zu haben.

Kinder sind kein Spaß und keine Last, sie wünschen Fürsorge, Verantwortung, Planungswillig- und -fähigkeit. Das erfordert Verantwortung. Aber: Kinder fallen nicht vom Himmel, sie sind eigentlich Privatsache... Die vom VdK angeblubberte Grundsicherung gibt es und die ist komfortabel.

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