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Mo, 09:03 Uhr
06.09.2021
Zeitzeuge wieder für Öffentlichkeit zugänglich

Pferd kehrt zurück nach Sondershausen

Am 10. September um 11:00 Uhr wird im Schlossmuseum Sondershausen ein neuer Ausstellungsbereich der Öffentlichkeit übergeben. Gezeigt wird eine Vitrine mit der Dermoplastik eines Pferdes, welches ehemals zum Bestand des Marstalls der Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen gehörte...

Fürstliches Pferd (Foto: Schlossmuseum Sondershausen) Fürstliches Pferd (Foto: Schlossmuseum Sondershausen)


Die Geschichte des ausgestellten Tieres reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. In den Inventarunterlagen des Fürstlichen Marstalls aus dem Jahre 1886 findet sich ein Eintrag über dieses Präparat, wo es als „ausgestopftes braunes Pferd“ erwähnt wird. Danach war es an verschiedenen Orten im Schlossbereich aufgestellt. Eine historische Postkarte aus den 1920er Jahren zeigt das Pferd im Riesensaal des Schlosses.

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Von 1978 bis 1991 wurde das Objekt zweckentfremdet im Agrarhistorischen Museum in Greußen gezeigt. Danach befand es sich in den Depoträumen des Schlosses. Die Herkunft des Pferdes und die Hintergründe seiner aufwendigen Präparation sind im Detail nicht nachzuvollziehen. Eine umfassende chemische und physikalische Analyse der Gerbhaut brachte die erstaunliche Erkenntnis, dass dieses Objekt schon im frühen 19.Jahrhundert entstanden ist.

Somit war das Tier zu Lebzeiten womöglich Zeitzeuge der Ereignisse um Sondershausen, als die französischen Truppen 1806 nach der verheerenden Schlacht bei Jena/Auerstedt die Preußen in die Flucht schlugen. Der erstaunlich gute Zustand dieses Objektes und das hohe Alter zeugen von den beeindruckenden Fertigkeiten der Präparatoren in der Vergangenheit. Die Dermoplastik eines Großsäugers in unserem Museum gehört zu den ältesten weltweit.
Rehfüßchen im Riesensaal (Foto: Schlossmuseum Sondershausen)
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