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Di, 17:00 Uhr
12.10.2021
Tiefensee: China bleibt wichtigster Handelspartner

„Aktuelle Restriktionen erschweren Wirtschaft das Leben"

Mit einem Handelsvolumen von knapp 2,5 Milliarden Euro ist China der wichtigste Handelspartner Thüringens im Ausland. „Diese gute Position wollen wir natürlich weiter ausbauen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee bei der offiziellen Gründung des „China-Netzwerks Thüringen“ heute auf der Leuchtenburg bei Kahla...

Immerhin bleibe die chinesische Volkswirtschaft auch im Jahr 2 der Pandemie auf Wachstumskurs und damit im Fokus der Außenwirtschaftsaktivitäten Thüringens. So prognostizieren Experten der Volksrepublik ein Wirtschaftswachstum von 8,1 Prozent für 2021. Aktuell hätten die Thüringer Unternehmen allerdings mit erheblichen Restriktionen beim Zugang zum chinesischen Markt zu kämpfen. „Die strikten Corona-Einreisebestimmungen, aber auch die zunehmende Tendenz zur Lokalisierung von Lieferketten und Investitionen machen ausländischen Firmen derzeit das Leben schwer“, so der Wirtschaftsminister: „Es gibt viele Themen, über die wir mit unseren chinesischen Partnern in einen regelmäßigen Dialog treten wollen, um die Wirtschaftsbeziehungen im beiderseitigen Interesse weiterzuentwickeln.“ Dafür wolle man mit dem „China-Netzwerk Thüringen“ eine regelmäßige Gesprächsplattform etablieren.

Diese Plattform wurde heute von rund 60 Vertreterinnen und Vertretern chinesischer und thüringischer Unternehmen und Einrichtungen aus der Taufe gehoben – darunter Duan Wei, Hauptgeschäftsführer der Chinesischen Handelskammer in Deutschland. Organisiert wird das China-Netzwerk Thüringen von der LEG Thüringen. „Wir möchten alle Verantwortlichen sowohl chinesischer als auch thüringischer Firmen an einen Tisch bringen und vernetzen“, erläuterte LEG-Geschäftsführer Andreas Krey das Anliegen. „Perspektivisch werden wir unter dem Dach des Netzwerkes regelmäßig Veranstaltungen zu relevanten Themen organisieren und durch die Vernetzungen Synergien schaffen. Ziel ist es, das gegenseitige Verständnis beider Kulturen zu fördern – eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung.“

Bei der Eröffnungsveranstaltung auf der Leuchtenburg gaben Unternehmer Impulse aus der Praxis und berichteten über ihre erfolgreichen Kontakte: Die Referenten waren Dr. Knuth Baumgärtel, Geschäftsführer der Micro-Hybrid Electronic GmbH, und Lu Zhang, General Manager der SK Automation Germany GmbH. Es schloss sich ein Rundgang durch die Ausstellung „Porzellanwelten“ auf der Leuchtenburg nebst Get-together in der Porzellan-Lounge an. „Wir haben sehr starke und langjährige Beziehungen zu China aufgrund der gemeinsamen Historie des Porzellans“, verdeutlichte Dr. Ulrike Kaiser, Direktorin der Stiftung Leuchtenburg, die kulturellen Bezüge dieses Programmpunkts. „Wir freuen uns sehr, dass wir der Auftaktveranstaltung des China-Netzwerks Thüringen mit der Leuchtenburg eine traditionsreiche und gleichermaßen moderne Kulisse bieten können!“

Hintergrund
Die Thüringer Wirtschaft exportierte im vergangenen Jahr Waren im Gesamtvolumen von gut 880 Millionen Euro nach China – trotz der Corona-Pandemie ein leichter Zuwachs gegenüber 2019. Damit liegt das „Reich der Mitte“ auf Rang 3 der wichtigsten Exportländer Thüringens. Nicht weniger als 243 Thüringer Unternehmen unterhalten Exportbeziehungen dorthin. Umgekehrt kletterte auch das Importvolumen mit 1,6 Milliarden Euro auf einen neuen Höchststand. China liegt hier auf Rang 1 unter allen Importlmärkten des Freistaats.

Die starken Verflechtungen zwischen China und Thüringen spiegeln sich auch in der hohen Zahl von chinesischen Investments und Beteiligungen im Freistaat. So gibt es inzwischen 27 chinesische Beteiligungen in Thüringen. Herausragendes Beispiel für ein chinesisches Investment in Thüringen ist die Investition des chinesischen Batteriezellenherstellers Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL), der im Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ 1,8 Milliarden Euro investiert und bis zu 2.000 Arbeitsplätze schafft. Umgekehrt gibt es 24 Beteiligungen Thüringer Firmen an Unternehmen in China.

Die LEG-Bereiche Thüringen International und Thüringen Invest haben in den vergangenen Jahren verschiedenste Aktivitäten zur Intensivierung des chinesisch-thüringischen Handels und zur Initiierung von Investitionen aus China durchgeführt, darunter mehrere Delegationsreisen unter Leitung von Minister Tiefensee sowie Empfänge von politisch und wirtschaftlich orientierten Delegationen aus China. Bereits seit 2001 verfügt der Freistaat über ein Auslandsbüro in China; seit 2015 fungiert die AHK China mit Sitz in Shanghai als Auslandsbüro von Thüringen International, Hao Zhi ist dabei der Ansprechpartner vor Ort. Wie schon in den Vorjahren wird das Team auch für den März 2022 einen Thüringer Gemeinschaftsstand auf der „Laser World of Photonics“ in Shanghai organisieren. Bereits am 3. November 2021 lädt Thüringen International zur Veranstaltung „Guangzhou meets Thuringia – the digital Panyu-Jena Day 2021“, bei der es um eine chinesisch-thüringische Städtepartnerschaft (Guangzhou-Jena) geht.
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Kommentare

13.10.2021, 12.37 Uhr
Sigmund | Wie soll man das verstehen??
Fast alle kapitalistisch geprägten Länder ziehen über das komunistische China her. Dabei haben gerade die größten Hetzer, die meisten Schulden gegenüber China, oder nicht? Wenn China diesen Lädern die Kretite sperrt, dann wird es zapenduster, oder nicht? Aber so dreckig geht Politik, nicht wahr?

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