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So, 13:02 Uhr
19.07.2026
Verband fordert Befähigungsnachweis und Mindestalter von 15 Jahren

E-Scooter-Unfälle steigen stark an

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ist im Jahr 2025 drastisch gestiegen. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nahm ihre Zahl gegenüber 2024 um 38,1 Prozent von 11.944 auf 16.496 zu. Bei E-Scooter-Unfällen kamen 2025 insgesamt 38 Menschen ums Leben…

Im Vergleich zu 2024 mit 27 Getöteten war das ein Anstieg um 40,7 Prozent. Auch die Zahl der Schwerverletzten stieg deutlich um 25,2 Prozent von 1.513 auf 1.895. Bei den Leichtverletzten gab es einen Zuwachs um 41,6 Prozent von 11.433 im Jahr 2024 auf 16.184 im Jahr 2025.

Befähigungsnachweis für sichere Mobilität einführen
Als einen Baustein zur Verhütung von E-Scooter-Unfällen fordert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) die Einführung eines E-Scooter-Befähigungsnachweises für alle Verkehrsteilnehmenden, die keinen Führerschein besitzen. Das Unfallgeschehen deutet darauf hin, dass es häufig an Regelkenntnissen und Fahrfähigkeiten im Umgang mit E-Scootern mangelt.

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„Wir müssen sicherstellen, dass alle, die mit einem E-Scooter unterwegs sind, die wichtigsten Regeln kennen und ihr Fahrzeug sicher beherrschen“, sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch. „Deshalb brauchen wir einen Befähigungsnachweis, vergleichbar mit der Mofa-Prüfbescheinigung. Dabei sollten grundlegende Verkehrsregeln ebenso vermittelt werden wie die sichere fahrphysikalische Beherrschung des Fahrzeugs. Jugendliche könnten eine solche Ausbildung bereits im schulischen Kontext absolvieren.“

Mindestnutzungsalter von 14 auf 15 Jahre anheben
Eine aktuelle Auswertung des DVR auf Basis der Destatis-Daten verdeutlicht das Risiko für jüngere Altersgruppen. Demnach waren im Jahr 2025 2.200 der verunglückten E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer oder unerlaubt Mitfahrenden jünger als 15 Jahre. Vier von ihnen kamen ums Leben, 211 wurden schwer verletzt. Vor diesem Hintergrund fordert der DVR, das Mindestalter für die Nutzung von E-Scootern von 14 auf 15 Jahre anzuheben.

„Wer ein motorisiertes Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt, braucht die nötige Reife und Erfahrung“, betont Manfred Wirsch. „Die Unfallzahlen zeigen deutlich, dass das Mindestalter auf 15 Jahre angehoben werden muss.“

Fahrverhalten überdenken und Regeln konsequent durchsetzen
Laut Destatis war das häufigste Fehlverhalten von E-Scooter-Fahrendenden die falsche Benutzung der Fahrbahn oder von Gehwegen mit einem Anteil von 21,6 Prozent. Dahinter folgten das Fahren unter Alkoholeinfluss mit 10,9 Prozent sowie eine nicht angepasste Geschwindigkeit mit 8,4 Prozent.

„Viele Regeln im Straßenverkehr sind bekannt und leicht verständlich. Trotzdem entscheiden sich manche bewusst dagegen, sie einzuhalten“, sagt Manfred Wirsch. „Wo Regeln bewusst missachtet werden, braucht es mehr Kontrollen durch die Polizei, damit Verkehrsregeln konsequent durchgesetzt werden.“

Sichtbarkeit verbessern: Seitenmarkierungsleuchten einführen
Vor allem beim Queren von Fahrbahnen werden E-Scooter-Fahrende bei Dämmerung oder Dunkelheit häufig übersehen. Der DVR fordert deshalb eine verpflichtende Ausstattung der Fahrzeuge mit gelben, aktiv leuchtenden Seitenmarkierungsleuchten. Für Bestandsfahrzeuge sollten zudem Reflektoren an der Lenkstange vorgeschrieben werden, um die seitliche Erkennbarkeit zu verbessern.

Bund und Länder müssen nachsteuern
Der DVR begrüßt die ab 2027 geltende Blinkerpflicht für Neufahrzeuge sowie die angehobenen Verwarngelder für unerlaubte Gehwegnutzung und das Fahren zu zweit. Positiv bewertet der DVR auch die geplante Einbeziehung von E-Scootern in die Gefährdungshaftung der Fahrzeughalter, die sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren befindet.

Diese Regelung soll Menschen, die durch rücksichtslos abgestellte E-Scooter verletzt werden, den Zugang zu Entschädigungen erleichtern.
„Angesichts der alarmierenden Unfallbilanz appelliere ich an Bund und Länder, bei den Regeln für E-Scooter kontinuierlich nachzusteuern“, sagt Manfred Wirsch. „Ein Befähigungsnachweis, ein Mindestalter von 15 Jahren und eine bessere Sichtbarkeit können dazu beitragen, die Zahl schwerer Unfälle wirksam zu senken.“

Zudem rät der DVR dringend zum Selbstschutz: „Wer mit dem E-Scooter sicher unterwegs sein will, sollte sich nicht nur an die Verkehrsregeln halten und vorausschauend fahren, sondern auch einen Helm tragen, um das Risiko schwerer Kopfverletzungen zu reduzieren“, rät Manfred Wirsch.
Autor: red

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Kommentare
KeinKreisverkehr
20.07.2026, 10:11 Uhr
Elefant im Auto
Zuerst einmal:

Solche absoluten Zahlen ohne Vergleich zur tatsächlich zurückgelegten Entfernung (km pro Jahr) sind nutzlos. Auf das Verhältnis im Vergleich zur Gesamtfahrleistung kommt es an.

Nun das eigentliche:

Es war zu erwarten, dass die Automobillobby in Verkleidung des Verkehrssicherheitsrats hier den Elefant im Raum komplett vernachlässigt.

Bei destatis kann man nachlesen, dass die Mehrheit der Unfälle im Zusammenhang mit KFZ passiert, also eben nicht auf dem Gehweg mit Fußgängern. Und dabei in 65% der Fälle das KFZ die Hauptschuld trägt.

So, und jetzt versuchen Sie sich nur einmal in einen jungen Menschen hineinzuversetzen der endlich persönliche Mobilität, neben schlechten Zugverbindungen und Mutti fährt mich überall mit dem Auto hin, erleben kann.

Wo fahren Sie?
Auf der Fahrbahn? Wo mein potentieller Unfallgegner der in der Mehrheit der Unfälle Schuld ist und 2t Stahl bei mitunter 70kmh bewegt unterwegs ist? Oder auf dem Gehweg?

Da siegt völlig zurecht der Selbsterhaltungstrieb. Außerdem hat man in dem Alter seit 15 Jahren eingetrichtert bekommen:
-lauf nicht auf der Straße
-schau dich immer nach Autos um
-bleib auch am Zebrastreifen stehe
-zieh eine Warnweste an damit dich Autos sehen
-lauf nicht hinter Autos
-lauf nicht zwischen Autos
Liste endlos erweiterbar.

Der Unwillen sich in Menschen ohne Führerschein (aka Menschen zweiter Klasse) hineinzuversetzen ist grenzenlos.

Ich will auch nicht, dass Escooter auf dem Gehweg unterwegs sind. Aber man muss doch einsehen, dass man lieber die Ursache bekämpfen sollte (keine/schlechte Radinfrastruktur) anstatt das Symptome (vulnerable Verkehrsteilnehmer fahren lieber gegen einen Menschen als gegen ein viel tödlicheres Auto).
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