Im Juli 2026 gab es sowohl bei der Temperatur, als auch beim Niederschlag und der Sonnenscheindauer ein deutlich ausgeprägtes Südwest-Nordost-Gefälle. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen und wir haben die Details für Thüringen und Sachsen Anhalt...
Trockenes Wetter (Beispielbild) (Foto: Joakim Mosebach auf Pixabay)
Nachdem der Juni mit einer historischen Hitzewelle endete, startete der Juli mit etwas gemäßigteren Temperaturen. Im weiteren Monatsverlauf gab es dann ein leichtes Auf und Ab, allerdings auf insgesamt hohem Temperaturniveau, sodass am Ende das Temperaturmittel bei 19,7 Grad Celsius (°C) lag.
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Der Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 wurde um 2,8 Grad überschritten (16,9 °C) und auch der Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (18,3 °C) zeigt ein Plus von 1,4 Grad. Das Temperaturgefälle zwischen einem außergewöhnlich warmen Südwesten und einem nicht ganz so warmen Nordosten war mit drei bis vier Grad sehr ausgeprägt. Dennoch wurde die Wärmebelastung im Südwesten über weite Strecken des Monats gedämpft, denn in den Nächten kühlte es oftmals unter 20 °C ab.
Besonders kalt wurde es am Morgen des 24. als in Schorndorf-Knöbling (Bayern) mit 2,9 °C der deutschlandweite Monatstiefstwert registriert wurde. Zum Monatsende erfolgte ein erneutes kurzes Comeback der extremen Hitze. Im Zuge dessen wird für den 30. mit örtlich 40 °C das landesweite Monatsmaximum erwartet.
Trockenheit im Südwesten und Westen mit historischem Ausmaß
Mit rund 40 Liter pro Quadratmeter (l/m²) fiel im zweiten meteorologischen Sommermontag nur geringfügig mehr als die Hälfte des Niederschlags, der in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (78 l/m²) gemessen wurde. Im Vergleich mit der aktuelleren und feuchteren Referenzperiode 1991 bis 2020 (87 l/m²) wurde das Defizit noch deutlicher. Es war somit der fünfte zu trockene Monat in Folge; mit Ausnahme Berlins wurde in keinem Bundesland das Klimasoll der Referenzperiode erreicht. Historische Ausmaße nahm die Niederschlagsarmut im Westen, Teilen des Südwestens und der westlichen Mitte an.
Gebietsweise landeten dort weniger als 10 l/m² in den Messtöpfen. Eine hohe Waldbrandgefahr, sehr niedrige und die Schifffahrt beeinträchtigende Wasserstände und massive Ertragseinbußen bei der Getreideernte waren die Folge. Lokal heftige und mit Starkregen einhergehende Gewitter konnten die Trockenheit in der Fläche nicht mindern. Die größte Tagesniederschlagssumme resultierte aus solch einem Gewitter und wurde am 15. mit 81 l/m² in Blumberg-Randen (Baden-Württemberg) gemessen.
Deutschlandweiter sonniger Juli, im Südwesten gebietsweise auf Rekordniveau
Deutschlandweit wurden im zweiten meteorologischen Sommermonat ungewöhnliche 272 Sonnenstunden, gerundet, gemessen. Das waren etwa 30 Prozent (%) mehr als in der Periode 1961 bis 1990 (211 Stunden). Etwas weniger deutlicher fiel das Plus im Vergleich mit der jüngeren Referenzperiode 1991 bis 2020 aus. Hier waren es 46 Stunden und damit etwa ein Fünftel mehr als der Referenzwert (226 Stunden). Gebietsweise bewegte der Südwesten sich auf Rekordniveau. Regional gab es dort 325 bis 350 Sonnenstunden und damit im Schnitt elf bis zwölf Sonnenstunden täglich.
Das Wetter in den Bundesländern im Juli 2026
Sachsen-Anhalt
In der östlichen Landesmitte wurde im zweiten meteorologischen Sommermonat eine Mitteltemperatur von 19,3 °C gemessen. Das Plus gegenüber dem Referenzzeitraum (17,6 °C) lag bei 1,7 Grad. Mehrere heiße Tage im Wechsel mit deutlich kühleren Phasen prägten den Temperaturverlauf. Besonders zum Monatsende wurde es mit verbreitet über 35 °C, örtlich sogar bis circa 40 °C nochmals sehr heiß.
Die Gesamtniederschlagsmenge belief sich in Sachsen-Anhalt auf rund 49 l/m², was nur geringfügig weniger war als der Klimawert (52 l/m²). Viel Sonne hatte der Juli im Gepäck, sodass am Monatsende rund 248 Sonnenstunden (207 Stunden) in den Büchern standen.
Thüringen
Im Freistaat Thüringen betrug die Mitteltemperatur im Juli 19,0 °C. Der langjährige Mittelwert (16,4 °C) wurde somit um 2,6 Grad überboten. Dieser deutliche Überschuss war das Resultat von 15 bis 20 Sommertagen und teilweise bis zu zehn Tagen, an denen es über 30 °C gab. Die Krone setzte dem Ganzen das Monatsende auf, als die Quecksilbersäule lokal auf etwa 38 °C stieg. Niederschlag war auch in Thüringen eher Mangelware.
Zwar wurden rund 42 l/m² Gesamtniederschlag gemessen, aber im Vergleich mit dem Klimareferenzwert (63 l/m²) deckte die Niederschlagssumme nur zu etwa zwei Dritteln das Soll ab. Die Sonne schien den fünften Monat in Folge an sehr vielen Tagen, so dass am Monatsende rund 256 Sonnenstunden (205 Stunden) gezählt werden konnten.
In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels.