Der Trend zu weniger und kleineren Haushalten wird in Zukunft weiter anhalten. Das zeigt die neue Haushaltevorausberechnung des Thüringer Landesamtes für Statistik, die auf der Basis der 4. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung erstellt wurde...
Die demografischen Ursachen für diese Entwicklung analysiert der aktuelle Aufsatz zur Haushaltevorausberechnung, welcher im Statistischen Monatsheft Juni 2026 enthalten ist. Die sinkende Einwohnerzahl Thüringens führt dazu, dass sich die Zahl der Haushalte bis 2045 gegenüber 2025 um 13,7 Prozent bzw. 148.000 auf 930.000 Haushalte reduzieren wird. Von diesem Rückgang werden alle Haushaltsgrößen betroffen sein.
Privathaushalte und Bevölkerung 2005 bis 2045 (Foto: Landesamt Statistik)
Die Zahl der Haushaltsmitglieder wird im genannten Zeitraum voraussichtlich um 15,0 Prozent bzw. 311.000 Personen auf 1.755.000 zurückgehen. Die durchschnittliche Haushaltsgröße wird dabei von 1,92 Personen je Haushalt im Jahr 2025 auf 1,89 Personen je Haushalt im Jahr 2045 sinken. Zudem wird im Aufsatz erläutert, wie sich die Zahl der Haushalte und Haushaltsmitglieder in Bezug auf die Haushaltsgröße sowie das Alter der Haushaltsmitglieder verändern wird.
Der Aufsatz geht dabei auch auf die vergangene Entwicklung ein. In den letzten 20 Jahren seit 2005 sank die Bevölkerung in Privathaushalten (-11,6 Prozent) stärker als die Zahl der Haushalte (-4,1 Prozent). Als Ursache wird die Verringerung der durchschnittlichen Haushaltsgröße angeführt. Während beispielsweise die Anzahl der Haushalte mit drei und mehr Personen von 2005 bis 2025 um knapp ein Viertel zurückging, stieg die Zahl der Haushalte mit 1 und zwei Personen um circa fünf Prozent.
Grundlage für die Berechnungen bildet die im März veröffentlichte 4. regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung (4. rBv). Die ermittelten Veränderungen basieren ausschließlich auf dem Rückgang der Bevölkerungszahl und der Veränderung der Altersstruktur im Vorausberechnungszeitraum bis 2045. Es wurde ein Status-Quo-Szenario berechnet, das für die künftige Entwicklung hinsichtlich der Verbreitung der Pressemitteilung mit Quellenangabe erwünscht.
Haushaltsgrößen ein Haushaltsbildungsverhalten wie im Mittel der Jahre 2023 bis 2025 berücksichtigt. Für die Berechnung der Haushaltsmitgliederquoten werden Daten des Mikrozensus genutzt, der jährlichen repräsentativen Haushaltsbefragung, bei der rund 1 Prozent der Bevölkerung befragt wird.