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Do, 20:21 Uhr
27.08.2026
Hainleite -Wanderklub

Ein heißer Sommer für den Wanderklub

Der Sommer des Jahres 2026 schickt sich an, ein Rekordsommer zu werden. Dementsprechend waren auch die Temperaturen im August. Hinzu kommen wenige Niederschläge. Das alles wirkt auf unsere Natur und natürlich auch auf uns Menschen. Auch unsere Wanderer stöhnten und freuten sich über jedes Stück Schatten und jede Abkühlung...

Die Wanderung in der ersten Augustwoche führte Fritz Rasch. Er führte die erschienenen Wanderer in das Ohmgebirge im Eichsfeld. Ausgangs- und Endpunkt dieser Wanderung war das Kloster Gerode. Dieses Kloster wurde um 1100 als Benediktinerkloster gestiftet. Die vorhandenen Gebäude und der Park werden heute von einem eigennützigen Verein bewirtschaftet. Nach etwa einem Kilometer erreichten wir einen Steinbruch. Nächstes Zwischenziel war der Sonnenstein. Der Sonnenstein ist ein beliebter Ausflugsort nördlich der Gemeinde Holungen. Den Westrand des Sonnensteins bildet eine etwa 20 Meter hohe und fast senkrecht abfallende Felswand aus Muschelkalk. Dieser Felsen verlieh dem Berg den Namen Sonnenstein. Im Jahr 1990 wurde auf dem Berg ein großes, weithin sichtbares Kreuz wieder errichtet, welches 2007 durch ein beleuchtetes Metallkreuz ersetzt wurde. Im Jahr 2017 wurde ein neun Meter über die Klippenkante hinausragender Skywalk errichtet. Todesmutig schauten wir in 100 Meter Tiefe.

Bild:
Der Wanderklub am Tor des Pilgerwegs (Foto: Wolfgang Lehmann)

In grauen Vorzeiten soll der Sonnenstein ein Opferplatz der Germanen gewesen sein. Sie verehrten hier die Sonne und brachten ihr Opfer dar. Geschichtsforscher erwähnen in der Umgebung eine frühgeschichtliche Wallanlage. Alles in Allem ein geschichtsträchtiger Ort. Unser Weg führte dann weiter zur Wanderhütte Gerode und nach einer Rast wieder zurück zum Kloster. Im Café gab es guten Kuchen und Kaffee. Hinter uns liegt eine Interessante Wanderung durch eine an Sagen reiche Natur. Unser Fritz erzählte sie alle.

Unsere nächste Wanderung führte uns nach Volkenroda. Heute führt uns Petra Gräfe und versorgt uns mit notwendigen Informationen. Zunächst absolvierten wir einen Rundweg durch den Volkenrodaer Wald. Den beginnen wir am Pilgerdenkmal, welches auf dem Klostergelände steht. Es markiert den Anfang und das Ende des rund 300 km langen Pilgerweges Loccum – Volkenroda. Dieser Weg verbindet das Kloster Volkenroda mit seinem niedersächsischen Mutterkloster in Loccum.

Nach einer Mittagspause erreichen wir die Königseiche. Ihr Alter wird von 900 bis zu 1.200 Jahren angegeben. Ihr Umfang beträgt 9,30 Meter. Die Eiche wurde im Jahr 1991 durch den Einbau von Stützsystemen in den holen Stamm saniert.

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Das Kloster Volkenroda wurde 1131 als Zisterzienserkloster gegründet. Seit 1994 wird es von der Jesus-Bruderschaft, einer ökumenischen Einrichtung, betrieben. Wir besuchen die romanische (1060 bis 1250) Klosterkirche und verharren einen stillen Moment in ihr. Im Anschluss besuchen wir den Christus -Pavillon. Es handelt sich hierbei um eine Glas- Stahl-Konstruktion. die zunächst im Jahr 2000 anlässlich der Expo 2000 in Hannover errichtet wurde und nach deren Beendigung im Kloster Volkenroda aufgebaut wurde. Der Pavillon ersetzt das nicht mehr vorhandene Längsschiff der einstigen Klosterkirche. Der Christus-Pavillon ist für eine außergewöhnliche Akustik bekannt. Das bekamen wir von einigen Wanderfreundinnen aus unserer Mitte demonstriert. Sie sangen für uns das Lied „Dona nobis pacem“; deutsch: „Gib uns Frieden“. Eine Bitte, die dringlicher gar nicht sein kann. Ingo legte auf der Mundharmonika ein „Halleluja“ nach. Anschließend führte uns Petra über einen etwa 1 Kilometer langen Meditationsweg mit 7 Stationen. Nun waren wir und die Zeit reif für einen Besuch im Kloster Café. Eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen waren die Stärkung für die Fahrt nach Hause.

Am 19. August führte uns Morris Steihilb durch das Kyffhäusergebirge. Start- und Zielpunkt war der Parkplatz am „Panorama Museum“ auf dem Schlachtberg oberhalb Bad Frankenhausens. Über Streuobstwiesen gingen wir zum „Tilledaer Tor“. Am Wegrand stießen wir auf ein Steinkreuz. Dieses Kreuz erinnert an den Waldhüter Carl Rose, der am 19. Oktober des Jahres 1884 hier im Unterholz ermordet wurde. Auf einer Tafel kann man lesen „Wahrscheinlich wollte ein Wilderer seiner Strafe entgehen, indem er den Waldhüter ermordet hatte. Der Wilderer wurde gestellt und nahm sich noch vor Verhandlungsende das Leben.“ Bald erreichten wir den Gietenkopf, ein Berggipfel auf 409 m NN... Hier gab es eine kurze Rast und wir wanderten am Rande des Berggipfels weiter. So konnten wir an verschiedenen Stellen mach schönen Blick auf das Kyffhäuserdenkmal und die Burgen erhaschen. Auf dem Rückweg war dann die geplante Route wegen Forstarbeiten gesperrt. Morris wich durch das Rathsfeld aus. So kamen wir noch in den Genuss einen Blick von der Hornungshöhe auf die umliegenden Berge zu werfen. Über die Streuobstwiesen gelangten wir nach rund 16 gewanderten Kilometern wieder am „Panorama Museum“ an.

Schon öfter wanderte unsere Gruppe über den Karstwanderweg im Südharz. Am heutigen 26. August führte uns Andrea Höbbel von Großleinungen auf dem Karstwanderweg durch den kleinen Ort Morungen, heute ein Stadtteil Sangerhausens, und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Es waren 34 Wanderer gekommen, obwohl das Wetter an diesem Tag schon etwas herbstlich anmutete. Wir laufen durch einen alten Laubwald mit alten Schachtanlagen, Höhlen, Dolinen und Felsgruppen. Die Höhlen und Dolinen (Karstlöcher) waren wichtig für den hier mehrere Jahrhunderte betriebenen Kupferschieferabbau. Sie sorgten für den notwendigen Wasserabfluss.

Mit dieser Wanderung beenden wir den Wandermonat August. Mit dem Besuch von zwei alten Klöstern, Gerode und Volkenroda, ein wahrlich frommer Monat. Wenn auch nicht jeder ein bibelfester Christ ist, bieten solche Besuche den Raum für Besinnung und Nachdenken. Fast von allein führen einen die Gedanken zu den dringendsten Problemen unserer Zeit Dabei nimmt aus meiner Sicht das friedliche Zusammenleben der Menschen den entscheidenden Platz ein. Wie anders wollen wir die großen Probleme unserer Zeit lösen?
Wolfgang Lehmann
Hainleite -Wanderklub
Autor: red

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