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Fr, 12:56 Uhr
18.09.2026
Jules Massenets »Werther« feiert Premiere

Vom Briefroman auf die Opernbühne

Der Ursprung von Jules Massenets Oper »Werther« war der erste Bestseller der deutschen Literatur: der Briefroman »Die Leiden des jungen Werther« von Goethe. Das emotionale Werk wurde seinerzeit zum Erfolg in ganz Europa und löste einen Lese-Boom und eine Werther-Mode aus. Demnächst ist Jules Massenets Bearbeitung des Stoffs auf der Bühne zu sehen und zu hören...

Über ein Jahrhundert nach der Veröffentlichung machte der französische Komponist Jules Massenet aus dem Stoff eine Oper, die zu den meistgespielten des französischen Repertoires zählt. In der Inszenierung von Matthias Kitter und der Ausstattung von Birte Wallbaum ist der Briefroman immer präsent: Handgeschriebene Sätze daraus finden sich im Bühnenbild. Was macht die Oper im Vergleich zum Roman so besonders?

Große Gefühle für alle Sinne
Werther liebt Charlotte mit ganzer Hingabe. Auch sie ist ihm zugetan, kann sich aber nicht zu ihm bekennen, da sie ihrer Mutter auf dem Totenbett versprochen hat, Albert zu heiraten. Dem unglücklichen Werther gelingt es nicht, seinen Liebesschmerz zu überwinden, und er nimmt sich am Ende das Leben. Das ist der Kern des sehr intim anmutenden Musikdramas.

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Was man beim Lesen des Romans allein den geschriebenen Worten entnimmt, wird auf der Opernbühne sinnlich erlebbar. Die Szenen spielen sich vor den Augen des Publikums ab. Und nicht nur vor den Augen: Die Komposition, vom Loh-Orchester Sondershausen unter der Leitung von Jakub Przybycień gespielt und vom Solistenensemble um Kyunghan Seo (Werther) und Rina Hirayama (Charlotte) gesungen, übersetzt die großen Gefühle der Protagonisten in hochemotionale Musik und fügt der Geschichte eine ganz neue Dimension hinzu.

Mehr Charlotte
Liefert der Briefroman allein Werthers Empfindungen und seine subjektive Interpretation des Geschehens, so kann die Opernbühne weitere Perspektiven zeigen. Massenet hat vor allem Charlotte deutlich aufgewertet: Bei ihm erwidert sie Werthers Liebe und gesteht ihm dies. Doch sie fühlt sich an das Versprechen, das sie ihrer Mutter gab, gebunden. Massenet gibt Charlottes Gefühlen für Werther viel Raum. Die Oper lebt nicht zuletzt von den großen, gefühlvollen Duetten zwischen dem unglücklichen Paar.

Der Roman bleibt präsent
Die Schriftzüge mit Worten aus Goethes Briefroman verweisen in der Inszenierung von Matthias Kitter auf den Ursprung der Oper. Entstanden sind sie in echter Handarbeit: Mit langen Pinseln haben die Bühnenmaler des Theaters Nordhausen die Worte groß auf die am Boden des Malsaals ausgelegten Stoffe geschrieben. Buchstabe für Buchstabe in kunstvoller, historisch anmutender Handschrift, genau wie Goethes fiktiver Briefschreiber. So sind beide Versionen in der Inszenierung zugegen, wenn sich am 25. September um 19.30 Uhr im Theater im Anbau zum ersten Mal der Vorhang für Massenets »Werther« hebt.

Karten für die Premiere am 25. September und die weiteren Vorstellungen gibt es unter www.theater-nordhausen.de und an der Theaterkasse.

Tickets Theaterkasse: 03631 6260-555 Ι kasse@theater-nordhausen.de
Autor: red

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Kommentare
prinzip
18.09.2026, 13:14 Uhr
Warum Französisch
Warum muss man soetwas in französischer Sprache aufführen?
Jens W.
18.09.2026, 20:35 Uhr
Snobismus?
Damit sich die, die es sich nicht nur leisten können, sondern es auch verstehen, als was besseres fühlen können und der "Pöbel" so ausgeschlossen ist?

Weiß sicher jemand einen Grund, der nicht so vorurteilsvoll ist wie meine Vermutung.
TilmannG
19.09.2026, 09:21 Uhr
Warum muss man soetwas in französischer Sprache aufführen?
...weil sich so etwas in der Originalsprache sehr viel schöner singen lässt. Die Musik kommt so viel besser zur Geltung. Das gilt auch für andere Sprachen: große Gefühle erreichen euch in russisch oder französisch viel direkter, während die Lebendigkeit einer italienischen Oper in deutsch doch arg holpert..
Zur Verständlichkeit sind deutsche Übertitel eingeblendet. (Im Gegensatz zu den meisten Songs im Radio oder anderen Medien...;)
Das alles ist für SängerInnen und hilfreiche Geister um die Bühne übrigens einiges an Mehrarbeit.
Traut euch doch einfach, kommt vorbei und schaut es euch an - so teuer ist es nicht!
henyklein
19.09.2026, 13:39 Uhr
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