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Sa, 07:00 Uhr
15.03.2008

Arterner Ansichten (10): Kunstwerke

Stellten wir in der vorigen Folge einige technische Zeitzeugen vor, die man beim Spaziergang durch die Unstrutstadt Artern finden kann, so soll unser 10. Arterner Beitrag darauf aufmerksam machen, dass bei einem Spaziergang durch Artern auch einige kleine Kunstwerke zu finden sind. Man muss nur die Augen auf machen...


Natürlich gehen die Meinungen über diese auseinander. Das ist selbstverständlich und sollte sogar so sein. Es wäre ja langweilig, wenn alle die gleiche Sicht auf einzelne Kunstwerke hätten. An diesem Gebilde eingangs der Kachstedter Straße, zum nach dieser Straße benannten Gewerbegebiet, wo viele Arterner ihre Einkäufe erledigen, sind wohl fast alle Arterner und viele Besucher der Stadt vorbei gegangen oder gefahren und haben sich so ihre Gedanken gemacht. Es wurde hier aufgestellt, als das Gewerbegebiet entstand.

Arterner Kunst  (Foto: Archiv Klaus Henze Artern) Arterner Kunst (Foto: Archiv Klaus Henze Artern)

Interessant ist die Sicht des Vaters dieser Plastik, Metallgestalter Alexander Mock aus Dresden. Er ist bei der Schaffung der Plastik von zwei Sichtweisen ausgegangen, der des Pendlers auf der Sangerhäuser Straße, der auf das Gewerbegebiet aufmerksam gemacht werden soll sowie des Besuchers des Gewerbegebietes, dem in der Nahsicht sich viele Details erschließen sollen. Der Künstler meinte, dass die Plastik zugleich eine Verbindung zu dem im Gewerbegebiet ansässigen Metallbetrieben herstelle.

Die „Figur Rot“ von Timm Kregel findet man am Alten- und Pflegeheim im Salinepark. Das Kunstwerk ist aus kanadischer Kiefer gefertigt. Es hat seit 1997 hier seinen Platz, wurde zwischenzeitlich leider stark beschädigt und nach entsprechender Restaurierung Anfang 2007 wieder aufgestellt. Sicher fordert sie den Betrachter heraus sich Gedanken über die Figur zu machen oder einfach nur ihre Schönheit zu genießen.

Timm Kregel, ist 1957 geboren und ein deutschlandweit geschätzter Künstler: Er absolvierte nach Abitur in Roßleben ein Studium an der Hallenser Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein. Er ist ein renommierter freischaffender Maler, Grafiker, Holzbildhauer und in Halle sowie Gorsleben tätig. Werke des Künstlers findet man u. a. in Landtag und Staatskanzlei Sachsen Anhalt, dem Thüringer Wissenschafts- bzw. Finanzministerium, dem Klingspor-Museum Offenbach, der Stiftung Weimarer Klassik.

Das Pärchen in unserer Galerie in der Mitte sind nicht die Geschwister Scholl, wie mancher Arterner auf Grund des Platzes annahm, auf dem sich die Statue in der Arterner Stadtmitte befindet. Das bronzene Liebespaar wurde am 21. April 1971 im Zuge der Neugestaltung des Platzes aufgestellt. Geschaffen wurde die Plastik von dem Dessauer Bildhauer Martin Hadelich (1903 – 2004). Er prägte mit einigen seiner lebensgroßen Bronzeplastiken auch die Innenstadt von Dessau.

Auf dem heutigen Geschwister-Scholl-Platz, nahe dem eben beschriebenen Liebespaar, stand einst ein Kriegerdenkmal. Den Entwurf schuf der Bildhauer Juckhoff aus Skopau. Paul Juckoff wurde am 2. August 1874 in Merseburg geboren und war zur damaligen Zeit ein recht bekannter Steinbildhauer. Nach der Schulzeit studierte er fünf Jahre an der Akademie der Künste in Leipzig. Im Jahre 1901 zog er mit seiner Frau nach Schkopau, wo er dann bis zu seinem Lebensende wohnhaft blieb.

Am 20. April 1936 verstarb Paul Juckoff in Schkopau. Aus der Künstlerwerkstatt von Paul Juckoff stammen neben dem Arterner weitere Krieger- und Grabdenkmäler in Halle, Merseburg, Eilenburg und Suhl. 1925 errichtet wurde das Denkmal für die Gefallenen im 1. Weltkrieg bei der Umgestaltung des Platzes, in dessen Folge ja das Liebepaar aufgestellt wurde, abgerissen. Allerdings die lebensgroße Figur eines Soldaten, den rechten Arm nach Oben gerichtet, hatte man bereits Anfang der 40er Jahre vom Denkmal geholt. Das Metall wurde wohl gebraucht, um weitere Soldaten im nun 2. Weltkrieg verheizen zu können. Das Modell dieser Figur steht jetzt in einem Fenster des Treppenhauses des Arterner Rathauses.

Sicherlich gibt es in Artern noch viele weitere mehr oder weniger sehenswerte Kunstwerke wie das große Gemälde im Rathaussaal, die Bleiglasfenster am gleichen Ort, den einstigen Tröpfelbrunnen, der kaum tröpfelte im Bereich Ritterstraße/Neue Straße, die Plastik hinter der Bußgeldstelle, die unsere Phantasie wieder heraus fordert oder einfach kleine Details in Gebäuden. Sie kann jeder für sich selbst entdecken.
Text und Fotos: Klaus Henze
Arterner Kunst 2 (Foto: Archiv Klaus Henze Artern)
Arterner Kunst 3 (Foto: Archiv Klaus Henze Artern)
Arterner Kunst 4 (Foto: Archiv Klaus Henze Artern)
Autor: khh

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