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Erst gefördert und dann?

Sonntag, 25. November 2012, 16:19 Uhr
Abenteuerlich geht es im Abenteuerland Hachelbich zu. Jetzt kommt ein geförderter Verein noch in Schwierigkeiten. Hier kn mit den Einzelheiten.

Auf der Ehrenamtsgala zur Verleihung der Jugendhilfepreises hatte es die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses des Kyffhäuserkreises, Cornelia Kraffzick (SPD), bereits angekündigt. Bei der Auszeichnung von Nicol Pfefferlein vom Verein "Freiräume" e.V. Berka. hatte sie bereits angekündigt, dass es Probleme für den Verein gibt. An disem Wochenende wird es so richtig kompliziert. Sogar eine Strafanzeige könnte folgen.

Erst gefördert und dann? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Erst gefördert und dann? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Um was ging es.Im Jahr 2009 erstellte alleinig und ohne Zutun Dritter Nicol Pfefferlein ein umfassendes Konzept, um die guten geografischen Rahmenbedingungen in der Gemeinde Hachelbich für nachhaltige waldpädagogische Kinder- und Jugendarbeit zu nutzen. Auch bot der Kindergarten und Hort „Abenteuerland“ Hachelbich eine hervorragende Basis als Kooperationspartner für ein derartiges Projekt. Nicol Pfefferlein absolvierte damals sein Praktikum in der Einrichtung im Rahmen der Erzieherausbildung.

Vorgestellt wurde das Projekt vielen Vertretern aus Verwaltung, der Offenen Jugendarbeit, Vertretern von Grundschulen, Kitas und den Freien Trägern. Die vorgestellten Inhalte stießen dabei auf breites öffentliches Interesse und wurden sehr begrüßt als Aufwertung der Gemeinde Hachelbich und der Kinder- und Jugendarbeit im östlichen Kyffhäuserkreis.

Nach der theoretischen Beschreibung der Maßnahmen und deren Befürwortung ging es im Nachgang um die praktische Umsetzung der Projektinhalte.Diese begannen, nachdem Gespräche mit dem Forstamt Oldisleben (Herr Klüßendorf und Herr Apizius) geführt wurden und eine „Parzelle“ im Staatswald nahe der Gemeinde Hachelbich gefunden und für den Aufbau des Waldgrundstückes durch das Forstamt Oldisleben zugewiesen wurde.

Zwei Arbeitskräfte nahmen über das damalige „ABM“- Programm die Umbauten im Wald auf, die sich im Jahr 2009 noch auf die Einfriedung des Grundstücks beschränkte. Nach und nach wurde eine Schutzhütte errichtet, eine Spielkanzel gebaut und langsam entstand ein Aufenthalts- und Lern- Ort für die Kinder aus dem Hort und Kindergarten „Abenteuerland“ Hachelbich und für die Besucher und Mitglieder des „Freiräume“ e.V. Berka. Erste Kindergruppen von „außerhalb“ besuchten das Waldgrundstück, wofür auch ab und zu Zelte aufgestellt wurden, kn berichtete am 21. September 2010 darüber. Waldcamping in Hachelbich.

Durch die immer stärkere Nachfrage und der damit verbundenen Frequentierung des Grundstücks durch Kindergarten und Verein reifte der Wunsch nach einer festen dauerhaften Unterkunft für Schlechtwetter und Übernachtung im Wald sowie zur Durchführung waldpädagogischer Angebote. Dieses Vorhaben wurde dem Forstamtsleiter des Forstamtes Oldisleben, Herrn Klüßendorf durch Frau Hotze und Herrn Pfefferlein angetragen und – abgelehnt. Die Begründung war nachvollziehbar und man einigte sich auf Klüßendorfs Vorschlag hin auf einen Kompromiss: Der Amtsleiter war mit der Aufstellung eines „Mannschaftswagens“ (DDR Produktion, 8 x 2 m, 2-Achser) im Grundstück einverstanden oder besser gesagt, seine eigene Idee.

Erst gefördert und dann? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Erst gefördert und dann? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dieser wurde aufgestellt, kn bereichtete am 17.Mai 2011 (Ausbau geht weiter) darüber. Später wurde der Wagen noch mit Holz verkleidet, um dem Charakter des Waldes zu entsprechen, so der Vereinsvorsitzenden Nicol Pfefferlein gegenüber kn.

Eine bauliche Anlage im Sinne der Thüringer Bauordnung wurde damit nicht genehmigt, damit nicht Dritte auf eine ähnliche Idee kommen würden und man in diesem Fall dann auch eine Genehmigung erteilen müsse. Auch entstehen dem Forstamt dann keine
Abrisskosten, wenn der Verein sich im Laufe der Zeit nicht mehr im Waldgrundstück engagieren sollte. Ein tragbarer Kompromiss, da auch noch die beiden Rundzelte (für je 8 Kinder) zum Einsatz kamen.

Es wurde gewandert, geschult, gezeltet, geworben, - das Projekt weit über die Kreisgrenze hinaus bekannt gemacht. Die Aussichten waren gut, der Ostkreis rückte in den Fokus inhaltlicher pädagogischer Kinder- und Jugendarbeit, die Teilnehmerzahlen konnten ständig erhöht werden. Jederzeit war und ist das Grundstück in tadellosem Zustand, nichts konnte beanstandet werden.
Der Verein begrüßte im Waldgrundstück TeilnehmerInnen unter anderem aus/ vom:
Kindergarten Rottleben, der Franzbergschule Sondershausen, der Östertalschule Sondershausen, dem Kreisjugendring, dem Stadtjugendring Sondershausen, vom Jugendsozialwerk Nordhausen und natürlich Kinder vom „Abenteuerland“ Hachelbich und vom „Freiräume“ e.V. Berka. Viele Kindergruppen kamen wieder und erlebten eine schöne erlebnisreiche Zeit in Hachelbich. Selbst Kinder aus dem Erzgebirge konnten in Hachelbich zu Ferienfreizeiten begrüßt werden, so Pfefferlein gegenüber kn.

Die Mitteilung des Forstamt Oldisleben zur „Klärung eines Sachverhaltes“ im Juli 2012 verhieß nichts Gutes. Man traf sich mit Vertretern des Forstamts, der Leiterin der Kita Hachelbich und des Vereins. Im Zuge des Gespräches wurde der Verein
dann mit nicht nachvollziehbaren Vorwürfen konfrontiert. Die Vereinsvergehen im einzelnen aus Sicht des Forstamtes:
1. Illegales Zelten im Wald
2. ungenehmigter Unterkunftswagen im eingefriedeten Waldgrundstück
3. keine sanitären Anlagen vorhanden
4. ungenehmigte Spielgeräte im Grundstück

Das muss man nicht verstehen! Frei nach dem Motto was ich mal früher gesagt habe, daran muss ich mich nicht halten, scheint das Forstamt zu handeln. Gerade die Sache mit dem Bauwagen ging 2011 durch die örtliche Presse und will vom Forstamt Oldisleben nicht bemerkt worden sein? Warum wartete man ein ganzes Jahr lang? Muss man das kommentieren oder verstehen?

Übrigens wurden die Spielgeräte vom Naturpark Kyffhäuser aufgestellt, nicht vom Verein, so Pfefferlein gegenüber kn. Aber es kommt noch dicker.

Trotz der ursprünglichen Zusage zum Aufstellen des Bauwagens, wollte der Verein am Samstag den Bauwagen entfernen. Aber da gibt es jetzt einige Probleme.

Erst gefördert und dann? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Erst gefördert und dann? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Nach dem Entfernen der Holzverkleidung musste am Samstag festgestellt werden, die Zugdeichsel ist nicht nach hinten gestellt sondern ganz verschwunden. Woher nehmen? Nach einem Anruf beim Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Unternehmens Sondershausen, Hartmut Thiele, bekam der Verein die Zusage, man werden am Montag, wenn die Techniker aus dem Wochenende zurück sind, im Unternehmen schauen, ob man aushelfen kann.

Erst gefördert und dann? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Erst gefördert und dann? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Leider kam es noch dicker. Ein Unterstützer des Vereins, Denis Dötzel aus Berka, wollte mit seinem Traktor den Bauwagen an einen anderen Standort transportieren. Bei der Besichtigung stellte er Samstagmittag fest, es fehlt auch die Auflaufbremse. Damit könne er den Anhänger nicht mehr den Berg herunterfahren. Selbst meinen sechs Tonnen Traktor würde der Anhänger selbst beim Bremsen einfach weiter schieben.

Jetzt wird es für den Verein kritisch. Den kompletten Wagen auseinander nehmen? Das ist nach der Arbeitszeit in der Kürze der Frist bis 30.11.2012 kaum noch machbar. Und gar einen Tieflader zum Abtransport organisieren? Wie soll der Verein das bezahlen, so Pfefferlein? Jetzt droht uns gar noch eine Klage.

Will man es im Landkreis wirklich dazu kommen lassen, dass aufgezeichnete Ehrenamtsarbeit sogar noch bestraft, vielleicht gar noch vor Gericht landet? Will man es im Landkreis wirklich soweit kommen lassen? Übrigens soll es ähnliche Waldspielplätze schon in anderen Landkreisen Thüringens geben.

Die Sponsoren des bisherigen Projekts sollten sich mal mit einschalten, um das Schlimmste zu verhindern. Ohne Wertigkeit sollten sich Landratsamt, Stadt Sondershausen (Verein der Stadt), Naturparkverwaltung Kyffhäuser und natürlich Verein und Forstamt Oldisleben noch in dieser kommenden Woche an den Tisch setzten, um das Schlimmste zu verhüten.
Autor: khh

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