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Niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wende

Dienstag, 07. Januar 2014, 10:00 Uhr
Mit der niedrigsten Dezember - Arbeitslosigkeit seit 23 Jahren ging das Jahr 2013 auf dem Arbeitsmarkt in Nordthüringen zu Ende. Einzelheiten wie immer in Ihren Nordthüringer Online-Zeitungen...

Grafik (Foto: nnz) Grafik (Foto: nnz)

„Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember zum Vormonat zwar gestiegen, lag aber um rund 1.000 Personen unter dem Vorjahreswert“, erläutert Karsten Froböse Vorsitzender der Nordhäuser Arbeitsagentur die Situation zum Jahresende. Vor allem in den Außenberufen und den Zeitarbeitsfirmen sei weniger Personal entlassen worden als vor einem Jahr.

In den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis waren Ende Dezember insgesamt 12.131 Menschen ohne Arbeit, 698 (+ 6,1 %) mehr als im November, aber 923 (- 7,1 %) weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote aller zivilen Erwerbspersonen lag bei 8,6 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug die Quote noch 9,2 Prozent. Der Landkreis Eichsfeld verzeichnete eine Quote von 5,5 (- 0,9%), der Kyffhäuserkreis von 11,4 (-0,9%) und der Landkreis Nordhausen von 9,9 (+/- 0%) Prozent.

Rückblick auf das Jahr 2013:

Arbeitslosigkeit ging weiter zurück
„Die Beschäftigung ist gestiegen. Die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen - das war 2013“, beschreibt Karsten Froböse die Entwicklung der letzten zwölf Monate. Deutlich geworden sei, dass immer mehr Unternehmen auf den Fachkräftebedarf reagiert hätten. Qualifiziertes Personal sei weniger entlassen worden.

Knapp 82.000 Menschen waren zur Jahresmitte in den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt, über 800 mehr als 2012. Vor allem im Eichsfeld nahm die Beschäftigung um 2,1 Prozent zum Vorjahr zu. In Nordhausen und im Kyffhäuserkreis blieb die Beschäftigung praktisch stabil. Die Chance in Beschäftigung zu kommen sei für qualifizierte Arbeitnehmer in vielen gewerblichen Bereichen und in der Gesundheits- und Pflegebranche nach wie vor gut.

Der Generationenwechsel in den Unternehmen wird den Agenturchef auch in den kommenden Jahren weiter intensiv beschäftigen. Eine wichtige Aufgabe, die fortgesetzt werden müsse sei, den Jugendlichen die guten Berufsperspektiven aufzuzeigen. In den meisten Branchen habe man einen wachsenden Anteil älterer Beschäftigter. „Es ist erfreulich, dass mehr Ältere in Beschäftigung bleiben. Gleichwohl kommt irgendwann der Ruhestand. Dann braucht man Menschen, die diese Aufgaben übernehmen“, so Froböse.

12.793 Personen waren im Jahresdurchschnitt 2013 in Nordthüringen arbeitslos, das waren 580 (-4,3%) Menschen weniger als 2012. Die Arbeitslosenquote lag mit durchschnittlich neun Prozent etwas niedriger als in Gotha mit 9,2 und Altenburg-Gera mit 9,9 Prozent. In Erfurt lag die Quote im Jahresdurchschnitt darunter. Mit 8,4 Prozent gab es hier im letzten Jahr ein noch geringeres Risiko der Arbeitslosigkeit.

Qualifizierung stellt Weichen in den Beruf
Ein weiterer wichtiger Aspekt sei aus Sicht der Arbeitsagentur, frühzeitig in Qualifizierung zu investieren. Mit veralteten Kenntnissen könne man im Bewerbungsverfahren kaum mithalten. Rund 1.400 Männer und Frauen, über 22 Prozent mehr als im Jahr zuvor, begannen 2013 mit Unterstützung von Arbeitsagentur und Jobcenter eine berufliche Weiterbildung.

Über 70 Prozent der durch die Arbeitsagentur geförderten Teilnehmer konnten unmittelbar danach in eine neue Tätigkeit vermittelt werden. „Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat deutlich gezeigt, dass Menschen mit aktueller Qualifizierung bei der Personalauswahl in den Unternehmen die besseren Karten haben“, so Karsten Froböse. Deshalb werde man auch im neuen Jahr gezielt für Berufsausbildung und Weiterbildung werben und mit Qualifizierungsangeboten unterstützen. Insbesondere Geringqualifizierten und Berufsrückkehrern wolle man damit den Weg in einen erfolgsträchtigen Beruf ebnen.

Weniger Bewegung am Arbeitsmarkt
Das Jahr 2013 ist von einer deutlich geringeren Fluktuation gekennzeichnet, als die Jahre zuvor. Weniger Menschen meldeten sich arbeitslos, ebenso ging auch die Zahl freier Stellen zurück.

Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes verringerte sich im Jahresverlauf um über sieben Prozent. Über 12.300 Personen meldeten sich bei der Nordhäuser Arbeitsagentur und den Geschäftsstellen in Sondershausen und Leinefelde-Worbis arbeitslos, das waren fast 1.000 weniger als 2012.

Förderungen im Jahresverlauf
Seit einigen Jahren veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Arbeitslose und Personen mit Förderungen ergeben zusammen die Zahl der Unterbeschäftigten. Mit der sinkenden Zahl von Arbeitslosen ging auch 2013 die Zahl der Förderungen leicht zurück.

Durchschnittlich 4.479 Personen erhielten im letzten Jahr Unterstützung bei Selbständigkeit, beruflichen Eingliederungsmaßnahmen und bei Vermittlungen in den zweiten Arbeitsmarkt, im Rahmen beruflicher Weiterbildung oder nahmen Vorruhestandsregelungen in Anspruch, rund sieben Prozent weniger als 2012. Während die Unterstützung im Rahmen von Qualifizierungen zunahm, ging die Förderung für Beschäftigungen im zweiten Arbeitsmarkt in Folge finanzieller Einschnitte um rund zwanzig Prozent zurück.

Der Blick in die Landkreise

Landkreis Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 131 auf 4.418 Personen gestiegen. Das waren praktisch genau so viele wie vor einem Jahr (–4). Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 9,9%; sie
war damit genau so hoch wie im Vorjahresmonat. Dabei meldeten sich 913 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 54 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 785 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+22). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 11.633 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Plus von 95 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 11.625 Abmeldungen von Arbeitslosen (+238).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 21 Stellen auf 328 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 69 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 108 neue Arbeitsstellen, 9 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2.139 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 251.

Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 231 auf 3.072 Personen gestiegen. Das waren 551 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 5,5%; vor einem Jahr belief sie sich auf 6,4%. Dabei meldeten sich 855 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 161 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 620 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+33).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 10.146 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 105 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 10.661Abmeldungen von Arbeitslosen (+506).
Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 15 Stellen auf 539 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 60 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Dezember 142 neue Arbeitsstellen, 40 weniger als vor einem Jahr.

Seit Januar gingen 2.095 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 546.

Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 336 auf 4.641 Personen gestiegen. Das waren 368 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 11,4%; vor
einem Jahr belief sie sich auf 12,3%. Dabei meldeten sich 1.007 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 145 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 675 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–64).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 11.238 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 450 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 11.611 Abmeldungen von Arbeitslosen (–371).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 11 Stellen auf 226 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 23 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Dezember 68 neue Arbeitsstellen, 69 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.514 Arbeitsstellen ein, die Veränderung zum Vorjahreszeitraum ist nur gering (–7).
Autor: red

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