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Springen und Fliegen in Udersleben

Mittwoch, 07. Mai 2014, 07:20 Uhr
Langes Wochenende mit krassen Gegensätzen und doch erfolgreich so könnte das Fazit der Hans Grade- FliegerInnen und ihrer Gäste lauten. Fallschirmjäger waren in Udersleben...

Das erste Maiwochenende gehört traditionell am Flugplatz Bad Frankenhausen-Udersleben den ehemaligen Elitesoldaten der DDR - den Fallschirmjägern. Sie führten auch in diesem Jahr ihr Verbandstreffen hier durch. Dabei verlockte das lange Wochenende zu einer umfangreichen Planung. Bereits am Donnerstag und Freitag wurde die Antonow 2 erwartet, um die Sprungwilligen gen Himmel zu befördern. Doch Petrus öffnete erst einmal weit die Himmelsschleusen und weder Motor- noch Segelflugzeuge und erst recht keine Fallschirmspringer kamen an den Himmel.

Springen und Fliegen in Udersleben (Foto: Marion Haas) Springen und Fliegen in Udersleben (Foto: Marion Haas)

Der Samstag jedoch zeigte sich dann von einer ganz anderen Seite. Blankgeputzt zeigte sich der Himmel seit dem Morgengrauen und verhieß bestes Fliegerwetter. Der starke Nordwind bereitete vor allem den Segelfliegern Probleme beim Startaufbau. Die erprobten Fallschirmjäger sahen darin kein Hindernis und so begann am späten Vormittag endlich der Sprungbetrieb. Auch die Flieger konnten den sich prächtig aufbauenden Cumuluswolken nicht länger widerstehen. Als erstes zog es die passionierten Streckenflieger an den Start.

Horst Dreischärf, Rainer Peyka sowie Frank Krämer mit Co-Pilot Manfred Otto hatten sich Flug-Strecken zwischen 140 und 360 km vorgenommen. Während die Fallschirmjäger mit der legendären An - 2 starteten und an ihren nostalgischen Rundkappenschirmen zwischen Himmel und Erde schwebten, starteten die Streckenflieger in hochmodernen Leistungssegelflugzeugen. Alle drei konnten die geplanten Strecken erfolgreich umrunden. Rainer Peyka flog 138 km, Horst Dreischärf war 311 km unterwegs und schaffte mit diesem Flug seinen persönlichen Geschwindigkeitsrekord von 101 km/h auf einem 300 km-Dreieck. Frank Krämer flog mit "Heizer" Manfred Otto 361 km.

Aber nicht nur "alte Hasen" bewegten sich an diesem Tag zwischen Himmel und Erde. Nein, auch ein sogenannter Quereinsteiger wagte sich das erste Mal in einem Segelflugzeug in die Lüfte. Marko Schimmel aus Weißensee, 25 Jahre jung, wollte es wissen. Er hat seine Berufsausbildung in Berlin absolviert und wollte danach wieder in die Heimat zurück. Glücklicherweise konnte er hier auch eine Anstellung finden und, welch glücklicher Zufall, er traf hier einen "fliegenden Arbeitskollegen". Philipp Gerlach konnte seinen neuen Kollegen schnell für die Fliegerei begeistern und am Samstag durfte Marko dann die ersten beiden Segelflugstarts erleben. Er war unheimlich begeistert und wird seine Segelflugausbildung bei uns fortsetzen. Herzlich Willkommen Marko.

Nach diesem erfolgreichen Sprung- und Flugtag sollte am Abend die Halle beben. Die Hans Grade-Crew sorgte für das leibliche Wohl - Musik, Showeinlagen und Freibier beförderten die ausgezeichnete Stimmung bei den Fallschirmjägern, die sich viel zu erzählen hatten.

Springen und Fliegen in Udersleben (Foto: Marion Haas) Springen und Fliegen in Udersleben (Foto: Marion Haas)

Nach einer kurzen Nacht stand dann jedoch wieder das Fliegen und Springen im Vordergrund.Und Petrus gab sich Mühe, dass beides gelingen konnte. Bei den Fallschirmjägern trauten sich noch einmal 30 Springer in die Lüfte und auch bei den Fliegern wurde das Wetter nochmals für Streckenflüge genutzt. Diesmal machten sich Manfred Kutz, Horst Dreischärf und Manfred Otto auf, um den Himmel zu erobern. Nach ihrer Landung konnten M. Kutz auf eine Strecke von 218 km, Horst Dreischärf auf 233 km und Manfred Otto auf 115 km verweisen.

Die Bilanz des Wochenendes:
- ca. 150 Fallschirmjäger besuchten das Verbandstreffen,
- 90 erfolgreiche Fallschirmsprünge ohne Blessuren,
- 6 Streckenflüge mit insgesamt 1.348 Segelflugkilometern,
- ein neuer Flugschüler im Verein.

Der Vorsitzende des Fallschirmjägertraditionsverbandes Ost zeigte sich trotz des verregneten Starts begeistert vom diesjährigen Verbandstreffen und bedankt sich herzlich für die gute Aufnahme und die hervorragende Organisation. Diesem Dank an alle fleißigen HelferInnen schließe ich mich gern an.

Marion Haas
Pressesprecherin des
Aeroclub "Hans Grade" e. V.
Autor: khh

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