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„Opfer rechter Gewalt seit 1990“

Donnerstag, 08. Mai 2014, 17:30 Uhr
„Opfer rechter Gewalt seit 1990“. Die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ wurde am Nachmittag im Landratsamt eröffnet.

Diese Ausstellung wird vom 8. bis 28. Mai im Landratsamt des Kyffhäuserkreises zu sehen sein. Veranstalter ist das Bündnis gegen Rechts im Kyffhäuserkreis, das vom Kreisjugendring Kyffhäuserkreis koordiniert wird.


„Opfer rechter Gewalt seit 1990“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann) „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Ausstellung wurde am Nachmittag von Landrätin, Antje Hochwind (SPD), selbst seit vielen Jahren Mitglied im Bündnis gegen Rechts, eröffnet.

169 Menschen, die seit dem Jahr 1990 in Folge von rechtsextrem motivierten Gewalttaten verstorben sind, werden – genau wie die Gewalttaten, denen sie zum Opfer fielen – in einer bewegenden Ausstellung vorgestellt.

Die Wanderausstellung »Opfer rechter Gewalt seit 1990« ist ein Projekt von Rebecca Forner und der Opferperspektive e.V. in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die Ausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ porträtiert 169 Menschen, die seit 1990 rechter Gewalt zum Opfer fielen. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild der extremen Rechten kein Platz ist; manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Einige Schicksale bewegten die Öffentlichkeit, viele wurden kaum zur Kenntnis genommen, vergessen sind die meisten. Die Ausstellung ruft diese Menschen in Erinnerung.


Die Ausstellung ist nicht nur im Foyer des Landratsamt zusehen, sondern auch im Eingangsbereich des Jugend- und Sozialamtes. Wir haben nicht zu wenig Platz, so Hochwind, sondern es sind zu viele Opfer. Hochwind hofft, dass besonders Schulen die Ausstellung nutzen.

„Opfer rechter Gewalt seit 1990“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann) „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Vorsitzende des NSU- Ausschusses im Thüringer Landtag, Dorothea Marx (SPD) ging auf eine Frage des NSU-Ausschusses ein: Warum konnten die Täter zu Mördern werden? Es wurde einfach nur zu viel weg geschaut. Weiter stellte sie fest, es ist schade, dass das NPD Verbot nicht vorankommt. So hätte man die Flut rechter Werbung besser verhindern können.

„Opfer rechter Gewalt seit 1990“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann) „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Cornelia Naumann vom Bündnis gegen rechts kündigte an, dass es noch in diesem Jahr weitere Aktionen geben wird. Unter anderem sollen auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums bei einer Facharbeit unterstützt werden.

„Opfer rechter Gewalt seit 1990“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann) „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Anschluss gab Franz Zobel von der mobilen Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt „EZRA“ einen Überblick und statistische Zahlen zu gewalttätigen Übergriffen von Rechten. In Thüringen hätte man 45 rechte Gewalttaten gezählt. Von den acht registrierten Todesfällen sei aber nur einer staatlich anerkannt worden. Auch sei bei den Gewalttaten die Dunkelziffer recht hoch.

Er forderte auf, schaut bei rechter Gewalt nicht weg, sondern organisiert Hilfe, ohne selbst direckt eingreifen zu wollen. Rechte Gewalt sei oft sehr brutal, so Zobel.
Autor: khh

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