kyffhaeuser-nachrichten.de
Kulturszene aktuell

Musik vom "Kunstverderber"

Sonntag, 09. Oktober 2016, 12:52 Uhr
Was Zeitgenossen früher über Max Reger bzw. Max Bruch sagten stimmt nicht mehr mit dem überein, was die Musikszene jetzt darüber sagt. Einen besonderer Leckerbissen für Kammermusikfreunde gab es heute in Sondershausen...

Am heutigen Sonntag spielte ein Streichquartett des Orchesters, verstärkt durch den Pianisten Roland Uhlig, im Bürgersaal der Cruciskirche Werke von Max Bruch und Max Reger. Das 8. Kammerkonzert der Deutschen Max-Bruch-Gesellschaft hatte mit diesem Konzert wieder voll ins Schwarze getroffen

Musik vom "Kunstverderber" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Musik vom "Kunstverderber" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Das diesjährige Kammerkonzert fand heut ein einem besonderen Rahmen statt: Als musikalisch-literarische Matinee war es ein Beitrag zum Reger Festjahr 2016. Nicht nur Max Bruch, er war von 1867 bis 1870 als Hofkapellmeister in Sondershausen tätig, lebte eine Zeit lang auch der junge Max Reger in der damaligen Residenzstadt.

Musik vom "Kunstverderber" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Musik vom "Kunstverderber" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Max Reger starb vor genau 100 Jahren am 11. Mai 1916. Aus diesem Anlass erinnerte das Loh-Orchester an die einstigen Bewohner der Stadt Sondershausen.

Sophia Posselt und Liliane Hazin-Dorus (Violine), Artur Hubert (Bratsche) und Matthias Weicker (Cello) vom Loh-Orchester Sondershausen sowie Ronald Uhlig (Klavier) vom Carl-Schroeder-Konservatorium präsentierten diese Werke:

Von Max Reger (1873-1916) die Aria für Cello und Klavier op. 103a Nr. 3 (1908) Adagissimo, das Streichtrio a-Moll op. 77b (1904),III. Scherzo. Vívace und das Klaviertrio h-Moll op. 2 1892 II. Scherzo. Allegretto non troppo mosso,

von Max Bruch (1838-1920) das 1. Streichquartett c-Moll WoO (1852) I. Adagio ma non troppo
II. Adagio III. Allegro molto und IV. Finale. Presto agitato

sowie von Max Reger das Klavierquintert c-Moll (1898) II. Intermezzo. Andantino con grazía - Un poco píu mosso und das Klavierquartett op. 133 (1914) IV. Allegro con spírito.

Besonders das erst vor wenigen Jahren wiederentdeckten Streichquartett von Max Bruch, er komponierte es im Alter von 14 Jahren, wusste besonders zu gefallen, nach dem das Publikum nicht gleich wusste, dürfen wir klatschen. Sie durften, und das ausgiebig.

Musik vom "Kunstverderber" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Musik vom "Kunstverderber" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Das anspruchsvolle und sehr abwechslungsreiche musikalische Programm fand eine besondere Aufwertung durch das Vortragen von Lesungen aus Briefen Regers und Bruchs, von Thomas Kohl, Ensemblemitglied am Theater Nordhausen. So erfuhr man interessante wie amüsante Details über beide Komponisten, wie die Überschrift zeigt, oder die Essgewohnheiten des jungen Max reger, als er Gast im Hause von Hugo Riemann war, was das Publikum zum Schmunzeln brachte.

Zieht man ein Fazit dann muss man sagen, es war der versprochene musikalische Leckerbissen und man darf schon gespannt sein, was das hoffentlich baldige 9. Konzert in dieser Reihe bringen wird.
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de