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Auf Schatzsuche: Archäologie für Jedermann

Dienstag, 12. Oktober 2021, 22:34 Uhr
Viele haben schon als Kind davon geträumt, einmal in die Fußstapfen von Indiana Jones zu treten und verborgene Schätze der Menschheitsgeschichte zu erforschen. Ein römisches Schwert oder eine mittelalterliche Silbermünze zu finden, das bringt nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Oft wird übersehen, dass es dazu kein Studium der Alten Geschichte braucht...

Schatzsuche (Symbolbild) (Foto: Goumbik auf Pixabay ) Schatzsuche (Symbolbild) (Foto: Goumbik auf Pixabay )
In Deutschland kann sich jeder Interessierte an der Suche nach verborgenen Fundstücken beteiligen. Gelegenheiten dazu gibt es reichlich. So kann man sich etwa an der Fundlese auf Feldern beteiligen, als Sondengänger durch die Landschaften streifen oder als Magnetangler die heimischen Gewässer nach versunkenen Schätzen absuchen.

Freiwillige Helfer sind den Archäologen hochwillkommen
Anders als man zunächst vermuten könnte, freuen sich die professionellen Archäologen der Universitäten und Denkmalämter sehr über selbstständige Hobby-Archäologen. Denn die finanziellen Mittel sind begrenzt, und die Altertumswissenschaftler müssen sich vorwiegend großen Ausgrabungen widmen. Die einfachste Art zu helfen ist die sogenannte Fundlese. Die heimische Landschaft war schon seit frühester Zeit dicht besiedelt, und so finden sich auf vielen Feldern Fundstücke, die von den Pflügen der Landwirte an die Oberfläche befördert wurden. Nach der Ernte genügt mancherorts schon ein einfaches Abgehen des Feldes, um Feuersteinklingen, Steinbeile oder Münzen mit bloßem Auge zu finden. Da man sich auf fremdem Eigentum befindet, sollte man natürlich die Landwirte vorher um Erlaubnis bitten. Diese sehen darin meist kein Problem, denn steinerne Artefakte stören oft deren Erntemaschinen.

Oft unterschätzt: die Suche in Gewässern
Doch nicht nur an Land lassen sich Zeugnisse längst vergangener Tage finden. Seen, Flüsse und Kanäle bergen auf ihrem Grund zahlreiche Gegenstände aus der Vergangenheit. Münzen, Metallfragmente und Werkzeuge sind über die Jahrhunderte aus Unachtsamkeit oder absichtlich ins Wasser gelangt. Mithilfe eines Magneten lassen sich diese Schätze auch ohne direkte Sicht vom Grund bergen. Außer an Privatgewässern ist dieses sogenannte Magnetangeln grundsätzlich überall erlaubt. Ein starker Magnet wird dazu an einer Leine befestigt und vom Ufer oder Boot aus durch das Wasser gezogen. Dabei können die Hobby-Archäologen alle Gegenstände bergen, die einen Anteil an Eisen haben. So lassen sich verschiedene Dinge wie Messer, Pfeilspitzen oder auch moderne Hinterlassenschaften wie Kochgeschirr und ganze Fahrräder an die Oberfläche befördern. Im Grunde ist dabei jedes Gewässer zur Suche geeignet, war die Nähe zum Wasser doch schon immer Anziehungspunkt für die menschliche Besiedlung. Man muss auch nicht gleich ein Boot sein Eigen nennen, gerade die Ufer von Flüssen und Kanälen, etwa an Brücken oder Überführungen, eignen sich besonders für die Suche nach versunkenen Fundstücken. Doch auch die Ufer örtlicher Seen laden zum archäologischen Magnetangeln ein, und mit etwas Glück finden sich interessante Zeugnisse der Vergangenheit.

Die Königsdisziplin: Der Sondengänger
Einige Freiwillige gehen noch einen Schritt weiter und scheuen auch vor der Anschaffung eines Metalldetektors nicht zurück. Diese Sondengänger suchen auf Feldern und Waldgebieten mit ihren Geräten nach Metallfunden im Boden. Hierbei haben sie es oft besonders auf Edelmetalle abgesehen. So wurde etwa die berühmte Himmelsscheibe von Nebra von einem Hobby-Sondengänger gefunden. Besonders freuen sich die Archäologen aber, wenn man sie nach einem Fund kontaktiert. Wer sich also gerne an Suchaktionen beteiligen möchte, kann sich jederzeit an die örtliche Denkmalbehörde wenden.
Autor: red

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