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Ein Blick in die Statistik

Zahl der Entbindungskliniken fast halbiert

Freitag, 27. März 2026, 10:41 Uhr
Die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen hierzulande hat sich seit der deutschen Vereinigung halbiert. Gab es in Thüringen im Jahr 1991 noch 35 Krankenhäuser, in denen Kinder entbunden wurden, waren es 2024 nur noch 19 – ein Rückgang um 45,7 Prozent, wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt...

Zahl der Entbindungsklinken nach Bundesländern. (Foto: Quelle: Statitisches Landesamt) Zahl der Entbindungsklinken nach Bundesländern. (Foto: Quelle: Statitisches Landesamt)
Die Zahl der Geburten war 2024 in Thüringer Krankenhäusern um 35,5 Prozent niedriger als 1991. Die Zahl der Entbindungskliniken ist seit 1991 in allen Bundesländern gesunken, der Rückgang fällt aber unterschiedlich stark aus.

Mit jeweils 61,1 Prozent nahm prozentual am stärksten die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungen bis zum Jahr 2024 in Rheinland-Pfalz (von 72 auf 28 Krankenhäuser), dem Saarland (von 18 auf 7) und Schleswig-Holstein (von 36 auf 14) ab. Am wenigsten waren die Stadtstaaten betroffen, in denen ohnehin eine vergleichsweise geringe Zahl solcher Kliniken zur Verfügung stand. Thüringen lag mit einem Rückgang von 16 Entbindungskliniken (-45,7 Prozent) im Mittelfeld.
Dem Krankenhausatlas kann man beispielsweise auch regionale Unterschiede bei der Erreichbarkeit von Kliniken entnehmen.

Die Entfernung zur nächsten Klinik mit einem Fachbereich für Frauenheilkunde und/oder Geburtshilfe hängt stark davon ab, wie städtisch oder ländlich die Menschen wohnen. In Thüringer Großstädten können 89,9 Prozent der weiblichen Bevölkerung zwischen 16 und 49 Jahren ein entsprechendes Krankenhaus innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen.

In Mittelstädten trifft dies auf knapp 83,0 Prozent zu und in größeren Kleinstädten auf weniger als die Hälfte (46,9 Prozent). In kleineren Kleinstädten oder ländlichen Gemeinden sind lediglich ein Fünftel (21,8 Prozent) der entsprechenden Altersgruppe binnen 15 Minuten in einer Klinik mit Frauenheilkunde- und/oder Geburtshilfestation.

Diese und andere Werte zur medizinischen Versorgung in regionaler Tiefe enthält der aktualisierte Krankenhausatlas der statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Das interaktive Kartenangebot zeigt auf Basis von Krankenhausdaten für 2023 und Bevölkerungsdaten des Zensus 2022 die Erreichbarkeit von Krankenhäusern allgemein sowie nach verschiedenen Fachgebieten – und das für jeden Standort in Deutschland. Diagramme veranschaulichen die Erreichbarkeit in allen Bundesländern nach bestimmten Siedlungstypen – von Großstadt bis ländliche Gemeinde.
Autor: red

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