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Ein Blick in die Statistik

Thüringer Gerichte verurteilten weniger

Donnerstag, 11. Juni 2026, 11:01 Uhr
Nach ersten Ergebnissen der Strafverfolgungsstatistik standen im Jahr 2025 insgesamt 18 916 Personen wegen einer oder mehrerer Straftaten oder Vergehen vor einem Thüringer Gericht. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, wurden 14 768 Angeklagte rechtskräftig verurteilt...

Das heißt, gegen sie wurde eine Freiheitsstrafe, Geldstrafe oder Strafarrest (bei allgemeinem Strafrecht) bzw. eine Jugendstrafe, Zuchtmittel oder Erziehungsmaßregel (bei Jugendstrafe) verhängt. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Verurteilten um 3,4 Prozent.

In weiteren 541 Fällen entschieden die Gerichte auf Freispruch, in 3 593 Fällen wurde das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen und gegen 14 Personen wurde eine Maßregel ausgesprochen.


Die Verurteilungsquote lag mit 78,1 Prozent geringfügig über der des Vorjahres (2024: 77,9 Prozent). Die Verurteilungsquoten der Jugendlichen (40,7 Prozent) und die der Heranwachsenden (60,4 Prozent) lagen deutlich unter der der Erwachsenen (81,3 Prozent). Die Verurteilungsquote der ausländischen Personen war mit 82,2 Prozent um 5,4 Prozentpunkte höher als die der deutschen Verurteilten (76,8 Prozent).

Mit 3 604 Personen gab es in Thüringen so viele Verurteilungen von ausländischen Personen wie noch nie zuvor (+3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr). 2025 hatten mit 24,4 Prozent nahezu ein Viertel aller Verurteilten keine deutsche Staatsbürgerschaft, 2024 waren es 22,8 Prozent. Zu beachten ist, dass bei der Zahl der verurteilten Nichtdeutschen auch Personen enthalten sind, die keinen Wohnsitz in Deutschland haben.

Bild:
Hauptdeliktgruppen in Thüringen (Foto: Landesamt Statistik)

Die meisten Verurteilten (11 121 Personen; -3,6 Prozent) hatten gegen das Strafgesetzbuch verstoßen. 3 647 Personen (-2,7 Prozent) wurden wegen Straftaten gegen andere Bundes- und Landesgesetze verurteilt. Dabei handelte es sich mit 915 Verurteilten am häufigsten um Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz, wobei es hier gegenüber dem Vorjahr zu einem deutlichen Rückgang um 30,6 Prozent kam. Allerdings wurden 2025 auch 189 Personen wegen Verstößen gegen das im Jahr 2024 neu erlassene Konsumcannabisgesetz verurteilt.
Verbreitung der Pressemitteilung mit Quellenangabe erwünscht.

Am häufigsten mussten sich die Verurteilten wegen Straftaten im Straßenverkehr verantworten. Ein Viertel aller Verurteilten (3 854 Personen) standen deshalb vor Gericht. Gegenüber dem Vorjahr gab es hier einen Rückgang um 2,5 Prozent.

17,0 Prozent aller Verurteilten erhielten eine Strafe wegen Diebstahls- und Unterschlagungsdelikten. 16,7 Prozent der Verurteilten (2 459 Personen) haben Strafen wegen sogenannter „anderer Vermögens- und Eigentumsdelikte“, insbesondere wegen Betrugs und Erschleichens von Leistungen zu verbüßen.
Autor: red

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