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Forsttagung auf dem Possen

Mittwoch, 21. Oktober 2009, 07:03 Uhr
Seit gestern richtet die Thüringer Landesforstverwaltung eine viertägige Veranstaltung zum Thema "Bodenschutz und Walderschließung" auf dem Possen bei Sondershausen aus. Ein wichtiger Schwerpunkt u.a. die Waldwege...

Aus der Sicht des Erholungssuchenden wird der Wert eines Waldes oft am Zustand seiner Wege gemessen. Die Bedeutung einer Erschließung für die Nutzung durch den Menschen reicht aber weiter. Für die Holzernte, aber auch für die Vorsorge hinsichtlich einer Sturm- oder Waldbrandgefahr, stellen Wege in den Wäldern eine unbedingte Voraussetzung dar.

Forsttagung auf dem Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Forsttagung auf dem Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Revier Possen gezeigt und vorgeführt, ein Volvo Grader 946 mit Brandel Plattenverdichter. Das Geräte kann Schotterstrecken von 400 bis 600 m Länge in einer Stunde verdichten.

Auf der Veranstaltung zum Thema "Bodenschutz und Walderschließung" auf dem Possen bei Sondershausen werden von Spezialisten Fragen geklärt, wie sind die bestehenden Waldwege kostengünstiger zu pflegen, wie können beschädigte Wege schneller instand gesetzt werden, wie werden Naturschutzziele beim Bau von Wegen integriert? Dies waren und sind die Kernfragen der Vorträge und der Exkursion in den umliegenden Waldbeständen.

Eine Exkursion auf dem Possen bei Sondershausen zeigte gestern praktische Lösungen zu oben genannten Kernfragen. Auf acht Stationen wurde der Einsatzes moderner, bodenschonender Technik bei der Holzernte und einem intakten Wegesystem vorgestellt. Die 1,5 km lange Exkursionsroute präsentierte neueste Technik für Waldwegebau und -unterhaltung, aber auch Forstspezialmaschinen für die Holzernte auf sensiblen Böden.

Neben Vertretern aus Thüringen waren auch Forstleute anderer Bundesländer, vor allem Revierförstern, Forstunternehmer und Vertreter der unteren Naturschutzbehörden anwesend. Neben der gestrigen Exkursionen wird es eine ganze Reihe Fachvorträge und Diskussionsbeiträge geben.

Forsttagung auf dem Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Forsttagung auf dem Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Hier der Abteilungsleiter Forsten, Naturschutz, Ländlicher Raum, Dr. Karl-Friedrich Thöne (sitzend), Achim Ramm und Ralf Rümmel (Hohenebra) bei der Leitung der Diskussion zum Thema Wegebau.

In seinem Vortrag wies Ralf Rümmel darauf hin, dass es zu forstwirtschaftlichen Maßnahmen zunehmende Kritik aus der Gesellschaft gebe. Für viele Laien sei nicht klar, was in den Rückegassen passiert, und man nur die Beeinträchtigungen durch die schwere Technik an den Wegen sehe. Aber auch die Forstleute selbst erkennen die Probleme die es bei der Holzgewinnung im Forst gibt. Wenn in Rückegassen der Boden zerstört wir, so Achim Ramm in seinem Diskussionsbeitrag, so kann es 100 Jahre und mehr dauern, ehe sich solche Schäden ausgewachsen haben. Der nicht gerade einladende Blick für die Wanderer sei daher noch das geringste Problem.

Selbst bei stark gefrorenem Boden sind mit der schweren Technik Schäden am Waldboden kaum zu vermeiden. Man war sich einig, dass die Holgewinnung unter größtmöglicher Schonung der Ressource Boden geschehen muss. Diesem Gedanken der nachhaltigen Bewirtschaftung trägt der ständige Weiterentwicklungsprozess Rechnung, den die Thüringer Forstverwaltung mit Ihrer Veranstaltung illustrieren möchte.

Ein interessante Aussage gab es aber auch zu einer anderen schonenden Form der Holzgewinnung. Es existieren zwar noch 10 Rückegespanne mit Pferde, aber es sei trotz Förderung kaum noch jemand zu gewinnen, der diese körperlich sehr schwere Arbeit durchführen möchte. Die paar Gespanne stellen praktisch nur noch Folklore dar.

Die Veranstaltung läuft noch bis Freutag, den 23.10.2009 und wird organisatorisch vom Forstamt Oldisleben unter Leitung von Uli Klüßendorf begleitet.
Autor: khh

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