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Sa, 18:24 Uhr
05.06.2021
Umfrage der Verbraucherzentrale

Strengere Regeln für Zucker- und Fettbomben nötig

Lebensmittel mit Kinderoptik finden sich in praktisch jedem Supermarkt. Sie sind mit lustigen und mit bunten Bildchen, Tieren oder Comicfiguren geschmückt. Die Mehrheit der Eltern und Großeltern empfinden solche Lebensmittel als manipulativ und gesundheitlich problematisch und wünscht sich strengere Regeln wie Höchstgrenzen für Zucker, Fett oder Salz...

Das ist das Ergebnis zweier Verbraucherbefragungen unter Eltern und Großeltern im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

„Wenn die Bundesregierung Kinder schützen und Familien dabei unterstützen will, dass sich Kinder gesund ernähren, muss sie endlich für ein besseres Angebot im Markt und weniger Werbung für Zucker- und Fettbomben sorgen. Das geht nur mit strengeren gesetzlichen Regeln. Es ist nicht akzeptabel, dass die Industrie fortwährend freiwillige Selbstverpflichtungen als das Mittel der Wahl bewirbt und die Bundesregierung sie gewähren lässt“, sagt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

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Laut Umfrage wünschen 93 Prozent der Eltern und Großeltern, dass Lebensmittel, die Kinder ansprechen, bestimmte Anteile an Zucker, Fett oder Salz nicht überschreiten sollten. Die wenig ambitionierten Selbstverpflichtungen bei der Vermarktung von Lebensmittel an Kinder klammern wichtige Marketingformen wie beispielsweise Produkt- und Verpackungsgestaltungen aus, bieten zudem durch vage Formulierungen zahlreiche Schlupflöcher.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits 2015 Nährwertprofile entwickelt. Lebensmittel sollten nach diesen Voraussetzungen nur an Kinder beworben werden, wenn sie bestimmte Nährwertkriterien erfüllen. Der vzbv fordert die Bundesregierung auf, gesetzliche Regelungen für Lebensmittel einzuführen, die sich an Kinder richten (z. B. durch Aufmachung und Verpackung). Lebensmittel sollten nur noch an Kinder gerichtet vermarktet werden, wenn sie den WHO-Nährwertkriterien mit Höchstmengen für Zucker, Fett oder Salz entsprechen.

Die Verbraucherbefragung des vzbv unter Eltern und Großeltern zeigt, dass staatliche Unterstützung gewünscht ist. Nur 12 Prozent der Befragten denken, dass die Lebensmittelwirtschaft die Produkte, die sie an Kinder vermarktet, freiwillig verbessern wird. Die Mehrheit (77 Prozent) der Eltern und Großeltern wünscht sich einen stärkeren Einfluss des Staates auf eine gesunde Ernährung.

Die Ergebnisse der quantitativen Befragung im Überblick
  • 53 Prozent der Befragten würde es beim Einkauf mit Kindern helfen, wenn es keine Kassenzonen mit Süßigkeiten geben würde oder wenn Lebensmittel nicht mehr auf Augenhöhe ihrer Kinder stehen (41 Prozent) würden.
  • 89 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Werbung das Interesse ihrer Kinder an Produkten „sehr stark“, „stark“ oder "etwas" beeinflusst. Dies hat Auswirkungen auf den Alltag der Befragten, da es schwieriger wird, gesunde Ernährung beizubehalten/durchzusetzen, den Alltag stressiger macht oder mehr erklärt werden muss.
  • Insbesondere Fernsehwerbung (76 Prozent) hat nach Meinung der Befragten einen Einfluss auf Kinder. Kassenzonen im Supermarkt (47 Prozent) oder auf Sozialen Medien (36 Prozent) beeinflussen Kinder ebenfalls. 80 Prozent finden Werbung mit Testimonials für ungesunde Lebensmittel „sehr“ oder „etwas“ problematisch.
  • 82 Prozent der Befragten finden es „sehr problematisch“, dass Lebensmittel in Kinder-Optik teilweise mehr Zucker als andere Lebensmittel enthalten.
  • 85 Prozent der Befragten fänden es „sehr“ bzw. „eher wichtig“, dass Hersteller die farblich unterlegte Nährwertkennzeichnung Nutri-Score verpflichtend nutzen müssen.
  • Gesetzliche Vorgaben für Zucker, Fett und Salz in allen Fertiglebensmitteln, unabhängig davon ob sie an Kinder vermarktet werden, finden 83 Prozent der Befragten „sehr“ bzw. „eher“ wichtig
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Kommentare

06.06.2021, 07.01 Uhr
DonaldT | Strengere Regeln für Zucker- und Fettbomben
Die Fr. Klöckner unternimmt, seit sie im "Amt" ist, nichts, aber auch gar nichts, um die Verbraucher, insbesondere die Kinder, zu schützen.
Was sie so absondert, hilft nur den Konzernen, die paar beschränkungen zu umgehen.

5   |  1     Login für Vote
06.06.2021, 09.17 Uhr
Kobold2 | Warum
Immer die anderen.....
Man wird doch nicht gezwungen die unliebsamen Sachen zu kaufen ....
Das nennt man Marktmacht des Kunden.
Ausserdem, steht es jedem, frei sich vorher entsprchend zu informieren.
Bei der derzeitigen Pandemie klappt es doch auch sehr gut, das jede noch,so verwinkelte Quelle aufgespürt wird, damit man ja bestens informiert ist.

2   |  7     Login für Vote
06.06.2021, 21.35 Uhr
grobschmied56 | Die Verbots und TUT - BUSSE...
...Prediger inzwischen immer unaufhaltsamer im Amok-Modus. Sie können es einfach nicht lassen, die selbsternannten Bessermenschen und Besserwisser.
Meine Eltern haben, solange ich mich erinnern kann, stets gegessen und getrunken, was ihnen geschmeckt hat. Sind beide alt geworden und hatten - abgesehen vom 2. Weltkrieg überwiegend ein gutes und zufriedenes Leben.
Den ganzen 'Experten', die uns Zucker, Fett, Eiweiß, Kohlehydrate aufs Gramm genau zuteilen wollen, denen hätten die einfach nur einen Vogel gezeigt.
Mit Recht, denke ich. Es sind die Ernährungs-Religions-Dogmatiker, die Millionen Menschen auf der Welt unglücklich machen mit ihrem permanenten Geschwätz von Idealgewicht, GESUNDER ERNÄHRUNG, BMI-Werten und ähnlichem Gaga.
Soll jeder Mensch für sich entscheiden.
Im übrigen bin ich überzeugt, daß ein fröhlicher, ausgeglichener Dicker einen unglücklichen, depressiven Dünnen ohne weiteres überleben kann.

5   |  4     Login für Vote
07.06.2021, 07.26 Uhr
Paulinchen | Ob dick oder dünn,...
... wichtig ist dabei nur, dass der Mensch selbst kommt zu dem Entschluss, nur das zu essen, was er muss.

W. Busch

4   |  0     Login für Vote
07.06.2021, 11.57 Uhr
tannhäuser | Paulinchen!
Wilhelm Busch hatte aber auch die passenden "gesunden" Getränk in petto:

"Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben."

"Es ist ein Brauch von Alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör."

Passt auch alles zu ehemaligen Weinprinzessin in der Statistenrolle als Ministerin.

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