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Mo, 13:00 Uhr
14.06.2021
Knapp 23.000 Kilometer Glasfaser werden verlegt

Weiße Flecken sollen verschwinden

Mit den Bewilligungen von 14 Breitbandprojekten in 2021 befinden sich zu Ende des Jahres nahezu alle Projekte des Bundesförderprogramms der „Weißen Flecken“ in der Bauphase. Allein in diesem Jahr wurden bisher sechs Projekte mit 50 Millionen Euro Förderung von Bund und Land bewilligt; weitere acht Projekte sollen folgen...

„Damit werden im Rahmen des Programms in Thüringen rund 23.000 Kilometer Glasfaser verlegt, und wir rücken dem Ziel unserer Glasfaserstrategie für ein konvergentes flächendeckendes Glasfasernetz mit höchster Übertragungsqualität kontinuierlich ein Stück näher“, betont Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute beim Glasfaserforum 2021, das den Auftakt des diesjährigen Digitalfestivals bildet.

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Über 75 Prozent der 47 Förderprojekte im Bundesförderprogramm der „Weißen Flecken“ haben derzeit nach langer Planungs- und Ausschreibungsphase die Verträge mit dem ausbauenden Telekommunikationsunternehmen abgeschlossen. So konnten in diesem Jahr etwa die Städte Eisenach und Jena, das Föritztal, die Gemeinden Geisa, Dermbach, Ilmtal-Weinstraße und Schiefergebirge, sowie die Stadt Suhl, und die Landkreise Sonneberg und der Ilm-Kreis, mit den Bauarbeiten für mehr Glasfaser starten.

Insgesamt erhalten Thüringer Landkreise und Regionen im Rahmen des Bundesprogramms Breitband bis dato 420 Millionen Euro Förderung, davon 260 Millionen Euro vom Bund und 160 Millionen Euro vom Land Thüringen. Mit den Fördermitteln werden Investitionen von fast einer halben Milliarde Euro in das Breitbandnetz in Thüringen angeschoben und mehr als 100.000 Breitbandanschlüsse in Haushalten und Unternehmen neu verlegt oder für höhere Übertragungsraten ertüchtigt. Auch Schulen und Gewerbegebiete werden im geförderten Ausbau grundsätzlich mit Glasfaser erschlossen. Fast 900 der insgesamt 1000 Thüringer Schulen sind in den Förderprojekten des Landes und Bundes berücksichtigt und werden so mit zukunftsfähiger Glasfaser ausgestattet. Karten zur Breitbandversorgung in Thüringen: https://tim-thueringen.de/

„Die Verfügbarkeit von breitbandigem Internet, insbesondere bei den hohen Übertragungsraten, verbessert sich stetig“, betont Tiefensee. Über 90 Prozent der Haushalte in Thüringen werden mit einer Breitbandanbindung von 50 Mbit/s versorgt. Inzwischen fast 85 Prozent aller Haushalte in Thüringen verfügen über Bandbreiten von 100 Mbit/s.

„Zwar sind nach wie vor Unterschiede zwischen einzelnen Regionen zu erkennen, doch ist auch hier eine Annäherung insbesondere bei den Bandbreiten 50 Mbit/s und 100 Mbit/s zu erkennen.“ Laut Zahlen des Bundes sind mittlerweile fast doppelt so viele Thüringer an das Gigabitnetz angeschlossen als noch 2018: rund 27,5 Prozent der Haushalte sind mit Geschwindigkeiten von 1000 Mbit/s versorgt. „Ein wichtiges Thema der Digitalstrategie und bei der Verfügbarkeit von guten Übertragungsraten stellen zukünftig sogenannte konvergente Netze – also die Kombination ehemals getrennter Netze wie Mobilfunk, Festnetz und Fernsehen – dar, die sich gegenseitig ergänzen.

Ausbau von Mobilfunknetzen und 5G-Modellprojekte
Der Mobilfunk ist daher neben Glasfaser eine wichtige Komponente für die Verfügbarkeit von breitbandigem Internet im Privaten und in der Wirtschaft. Der LTE-Ausbau, also die Versorgung der Haushalte mit dem 4G-Mobilfunkstandard, ist dabei gut vorangeschritten: Laut Zahlen der Bundesnetzagentur (Oktober 2020) sind 99,3 Prozent der Haushalte und Firmen in Thüringen durch mindestens einen Betreiber mit LTE versorgt.

Funklöcher kommen trotz des guten LTE-Ausbaus überwiegend in den ländlichen und unbesiedelten Regionen Thüringens vor. Der Bund stellt für den weiteren LTE-Ausbau etwa 6 Milliarden Euro an Fördermitteln bereit. Darüber hinaus erhält der Freistaat im Zuge der Versorgungsauflagen aus der Frequenzversteigerung in 2019 28 zusätzliche Mobilfunkmasten für unterversorgte Regionen. Um die Errichtung von Mobilfunkmasten zu erleichtern hat der Freistaat Kooperationen mit Mobilfunkinfrastruktur-Anbietern gestartet. Ziel ist die Bereitstellung von Landesliegenschaften, um den Ausbau einer leistungsfähigen und flächendeckenden Mobilfunkinfrastruktur zu beschleunigen. So wird die heute übliche Dauer von etwa zwei Jahren für die Realisierung eines neuen Mobilfunkmastes deutlich verkürzt, die Versorgung ländlicher Regionen (weißer Flecken) verbessert sowie der 5G-Ausbau beschleunigt.

5G-Netze spielen mit ihren sehr hohen Übertragungsraten weniger im privaten Bereich als etwa bei digitalisierten Industrieprozessen und künstlicher Intelligenz eine große Rolle. Die Städte Gera und Ilmenau konnten sich im Bundesprogramm für „5G-Modellprojekte“ durchsetzen und erhalten nun eine Förderung über jeweils 3,9 Millionen Euro als 5G-Modellstadt. Auf Basis der Technologie will Jena ein Projekt für intelligente Verkehrsleitung in der Innenstadt umsetzen. Die Planung dafür hatte das Wirtschaftsministerium mit 70.000 Euro unterstützt. Das Ilmenauer Projekt will die Vernetzung von Mobilitätskonzepten, also etwa die Vernetzung von Bus und Bahn sowie eine intelligente Verkehrssteuerung im suburbanen Raum erproben.

Die aktuelle Ausgabe des Digitalmonitors, die mit dem Start des Digitalfestivals heute erscheint, berichtet über den Stand verschiedener digitaler Projekte in Thüringen etwa zu Verkehrsteuerung, digitaler Patientenversorgung oder der digitalen Notfallkette, die auch in der Abschlussveranstaltung des Digitalfestivals vorgestellt wird. „Diese Projekte spiegeln unsere Digitalstrategie, in der wir eine klare Vision für die Gestaltung von Stadt und Land im Thüringen von morgen definieren. Im Vordergrund stehen Vernetzung von Stadt und Land, intelligente Verkehrsprojekte, Gesundheit sowie Technologien für ein selbstbestimmtes Leben“, so Tiefensee. www.thueringer-digitalmonitor.de
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Kommentare

14.06.2021, 18.00 Uhr
Ra1n3R | Mal ehrlich,
wie kann man sich hier so dermaßen selbst auf die Schulter klopfen?
Deutschland steht seit Jahren im Mobil-Sektor und Breitband weit abgeschlagen auf den "Peinlich-Plätzen". Wenn man dann hier irgendwann den Ausbau halbwegs fertig hat, ist die Technik soweit veraltet, dass wieder Jahrzehnte für eine Planung der Erneuerung ins Land gehen. Aber Hey, dafür zahlen wir alle doch wenigstens die höchsten Preise. Wenigstens dies zeigt Kontinuität. :-)

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