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Di, 13:06 Uhr
12.10.2021
Jubelkonfirmation in der Unterkirche Bad Frankenhausen

Jubiläen wecken Erinnerungen

Im öffentlichen wie im privaten Leben feiert man allgemein je nach Anlass 10-, 20-, 25-jähriges Jubiläum, aber auch über die 25 hinaus. In der Mehrheit sind es positiver Gründe, solch ein Jubiläum zu feiern...

Die Jubelkonfirmanden in Bad Frankenhausen (Foto: Peter Zimmer) Die Jubelkonfirmanden in Bad Frankenhausen (Foto: Peter Zimmer)

Es soll aber auch bedacht werden, dass man sich bei diesen Jahreszahlen manchmal an negative Ereignisse erinnern muss, sie dürfen nicht aus dem Gedächtnis verschwinden die Geschichte gibt uns leider immer wieder Grund dazu.

In der Mehrheit sind aber Jubiläen mit freudigen Fakten verbunden und bereichern unser Leben. Welche Firma, welches Geschäft, welcher Verein usw. freut sich nicht, wenn er auf positive Jahre zurückblicken kann. Erst recht gilt das auch im privaten Bereich, feiern wir doch gerne z.B. Silberne, Rubin- und goldene Hochzeit.
Auch im Bereich der Evangelischen Kirche kennt man neben verschiedenen Jubiläumsanlässen das Gedenken für alle Mitglieder bzgl. eines Ereignisses in ihrem Leben, das sie fast alle einmal erlebten: Konfirmation.

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Mit 14/15 Jahren werden junge Christen nach einer „Unterrichtszeit“ vor der Gemeinde ihren Glauben bekennen, nachdem ihre Eltern einstmals in der Taufe den Grundstein gelegt hatten. Die Wege danach sind sehr unterschiedlich verlaufen. Besonders in der DDR war es nicht selbstverständlich, dass man „bei der Stange“ blieb. Es ist aber übliche Praxis, dass die Kirchgemeinden bei den Jubiläen alle einmal Konfirmierten einladen, es ist jedem selbst überlassen, ob er oder sie der Einladung folgt. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich viele einladen ließen. Coronabedingt gab es 2020 keine Jubelkonfirmation. Doch in diesem Jahr wurde in die Unterkirche Bad Frankenhausen eingeladen und 13 Personen nahmen teil konfirmiert vor 60, 65 und 70 Jahren.

Weil die aktuellen Bedingungen keinen größeren Rahmen zulassen, nahmen sie entsprechen den Abstandsregeln im Altarraum mit Zentrum Taufstein (an dem die meisten auch getauft wurden) Platz. Pfarrerin Nadine Greifenstein nahm in ihrem Wort an die Jubilare und ihrer Predigt darauf Bezug:
„Liebe Jubelkonfirmandinnen, liebe Jubelkonfirmanden. Der Grund unseres christlichen Glaubens, der Grund der Gemeinde Jesu Christi ist fest und beständig: „Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. (1. Kor 3) Dieser Grund ändert sich nicht im Wandel der Zeit. Er ist heute derselbe, wie er gestern war und wie er morgen sein wird.

„Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ So heißt es im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth. Da wird ein Wort an die Gemeinde Jesu Christi gesprochen. Und es erinnert die Gemeinde ganz unmissverständlich an die Grundlegung ihres Lebens als Christinnen und Christen. Als sie vor Jahren zu Ihrer Konfirmation ihr JA zur eigenen Taufe gesprochen haben, da haben Sie den dreieinigen Gott bekannt. Sie haben Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist bekannt und sich vergewissert: auf diesen Namen bin ich getauft; auf dem Grunde, der gelegt ist, stehe ich und lebe ich und will ich leben: Und dieser Grund ist Jesus Christus. Nicht umsonst haben Sie heute so im Altarraum Ihren Platz gefunden, dass der Taufstein mitten unter Ihnen ist. Das mag Ihnen heute ein Zeichen und eine Erinnerung an Ihr Getauftsein sein und als Brücke zwischen Ihrer Taufe und Ihrer Konfirmation sichtbar werden.

Zu Ihrer Konfirmation, da haben Sie Konfirmationssprüche mitbekommen auf den Weg Ihres Glaubens, auf die Wege in Ihrem Leben mit Gott. Vom Vertrauen und von der Bitte um Gottes Segen liest man da, vom Dank für Bewahrung und von der Festigkeit im Bekenntnis kann man da lesen. Ein hoher Anspruch sind solche Bibelverse manchmal an junge Menschen, die gerade mitten im Erwachsenwerden sind. Solche biblischen Worte sind aber auch ein fester Zuspruch an junge Menschen, die in einer ganz besonderen Suchbewegung ihres Lebens sind.

Liebe Jubelkonfirmandinnen, liebe Jubelkonfirmanden, Sie sind seit Ihrer Konfirmation Wege gegangen - im Leben und im Glauben. Und Sie haben das nicht nur getan mit dem biblischen Spruch und Ihrem Bekenntnis, sondern besonders unter dem Segen Gottes, der sich weit über Ihnen und Ihrem Leben aufspannt.
Im Ganzen betrachtet ist das am heutigen Tag doch ein Bild guter und hoffnungsvoller Farben. Nehmen Sie dieses Bild am heutigen Tag zur Rückschau und zum Blick auf die kommende Zeit vor Ihr inneres Auge und in Ihr Herz hinein: Sie haben unter Ihren Füßen auf Ihren Wegen den festen Grund, auf dem Sie stehen. Und der ist Jesus Christus. Und über Ihnen und um Sie herum ist in allem und durch alles hindurch der bergende Segen Gottes aufgespannt.

Nehmen Sie diesen Tag in der Rückschau zum Lob und zum Dank und im Blick auf das Kommende nehmen Sie ihn zum Anlass für Hoffnung und gestärktes Vertrauen in Gott, denn: „Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“
Die Jubilare erhielten ein kleines Geschenk der Kirchgemeinde und ihre Urkunde. Selbstverständlich gehörten auch zu diesem Anlass das heilige Abendmahl und die persönliche Segnung.

Kirchenmusikalisch begleitete Kantorin Laura Schildmann den Gottesdienst an der Großen Strobel-Orgel. Am Schluss gab es noch ein Gruppenfoto vor der großen Eingangstür. Mancher wird das Zusammensein nach dem Gottesdienst vermisst haben, hat man sich doch dort viel zu erzählen gehabt. Doch die aktuellen Gegebenheiten ließen es nicht zu, so dass sich nur untereinander auf dem Nachhauseweg unterhalten werden konnte. Die Kirchgemeinde hofft auf bessere Zeiten, wo ein größerer Rahmen möglich sein kann.
Peter Zimmer
Jubelkonfirmation in der Unterkirche (Foto: P.Zimmer)
Jubelkonfirmation in der Unterkirche (Foto: P.Zimmer)
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