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Do, 12:25 Uhr
13.11.2025
Sondershausen

Schlossmuseum erwirbt seltenes Jagdgewehr

Das Schlossmuseum Sondershausen freut sich, einen wichtigen Neuzugang seiner historischen Sammlung bekanntzugeben: Mit Unterstützung zahlreicher Förderer konnte das Museum im Mai 2025 auf einer Auktion in Kanada ein seltenes Jagdgewehr des berühmten Sondershäuser Büchsenmachers Johann Casimir Tanner (1637–1706) erwerben...

Büchsenmacherkunst trifft Sondeshäuser Geschichte: Das Tanner Gewehr mit dem Schriftzug seiner Herstellung in Sondershausen aus dem Jahr 1736 (Foto: Janine Skara) Büchsenmacherkunst trifft Sondeshäuser Geschichte: Das Tanner Gewehr mit dem Schriftzug seiner Herstellung in Sondershausen aus dem Jahr 1736 (Foto: Janine Skara)


Der Ankauf, Transport und die anschließende Überführung nach Sondershausen wurden durch die finanzielle Hilfe des Lions Club, des Rotary Club, der Sparkassenstiftung, des Förderkreis Schloss & Museum Sondershausen und der Lesser Stiftung ermöglicht. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 19.000 Euro.

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„Wir sind sehr dankbar für die großzügige Unterstützung unserer Förderer“, sagte Dr. Carolin Schäfer, Leiterin des Schlossmuseums Sondershausen. „Ohne dieses gemeinsame Engagement wäre die Rückkehr dieses herausragenden Objekts nach Sondershausen nicht möglich gewesen.“

Schlossmuseumsdirektorin Dr. Carolin Schäfer (3.v.re.) und Sammlungsleiter Philipp Steinkamp (2.v.li) präsentieren das Tanner Gewehr zusammen mit den Unterstützern, die den Erwerb ermöglicht haben: Dr. Cornelia Lesser und ihr Mann Andreas Lesser (li. und 3.v.li), Joachim Kreyer, Vorsitzender des Förderkreis Schloss und Museum Sondershausen e.V. (3.v.re.), Torsten Buchmann vom Lions Club Sondeshausen (2.v.re.) und Daniel Manthey vom Rotary Club Sondershausen (re.). (Foto: Janine Skara) Schlossmuseumsdirektorin Dr. Carolin Schäfer (3.v.re.) und Sammlungsleiter Philipp Steinkamp (2.v.li) präsentieren das Tanner Gewehr zusammen mit den Unterstützern, die den Erwerb ermöglicht haben: Dr. Cornelia Lesser und ihr Mann Andreas Lesser (li. und 3.v.li), Joachim Kreyer, Vorsitzender des Förderkreis Schloss und Museum Sondershausen e.V. (3.v.re.), Torsten Buchmann vom Lions Club Sondeshausen (2.v.re.) und Daniel Manthey vom Rotary Club Sondershausen (re.). (Foto: Janine Skara)


Das neu erworbene Gewehr stammt aus der Werkstatt Johann Casimir Tanners, eines der bedeutendsten Büchsenmacher seiner Zeit. Tanner fertigte für die Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen Waffen von außerordentlicher technischer und künstlerischer Qualität, die seinerzeit zu den exquisitsten und besten ihrer Zeit gehörten. Viele Stücke der fürstlichen Waffensammlung wurden von ihr im 18. Jahrhundert an den Kurfürsten von Sachsen verkauft und befinden sich daher heute überwiegend in Dresden. Vor diesem Hintergrund stellt die Rückgewinnung eines Tannerschen Gewehrs eine seltene Chance dar, bedeutende Lücken in der regionalen und waffenkundlichen Sammlung des Museums zu schließen.

Sammlungsleiter Phillip Steinkamp stellte das Objekt gegenüber der Presse vor und betonte die doppelte Bedeutung des Stücks: „Das Gewehr erzählt von höfischer Jagdkultur und zugleich von der handwerklichen Spitzenleistung des Sondershäuser Büchsenmacherhandwerks.


Technisch handelt es sich um eine Steinschloss-Jagdwaffe mit einem kunstvoll gearbeiteten Lauf (Damaststahl) und einem reich gestalteten Schaft aus Walnussholz — an zentraler Stelle ist die Jagdgöttin Diana eingearbeitet, Hinweise auf ein fürstliches Herkunftsverhältnis sind deutlich erkennbar.“ Besonders freut sich das Team rund um Schlossmuseumsdirektorin Dr. Schäfer über die Einarbeitung der Herkunft auf dem Gewehr. Kunstvoll ist eine Gravur mit „Tanner Sondershausen 1736“ darauf zu lesen.

Steinkamp erläuterte außerdem kurz den Erwerbsprozess: Wegen der Auktion in Nordamerika und der damit verbundenen Zeitverschiebungen sowie logistischen Anforderungen arbeitete das Museum mit vertrauenswürdigen Partnern und Förderern zusammen; die Versteigerung erfolgte über ein zuvor festgelegtes Gebotsverfahren, der Export und der Transport wurden von spezialisierten Dienstleistern begleitet. Dank der Gemeinnützigkeit des Museums konnte das Gewehr zoll- und steuerfrei erworben werden.

Das Gewehr ergänzt die Sammlung in mehreren Bereichen: Es verweist auf die höfische Jagdpraxis, zeigt die technische Raffinesse und künstlerische Gestaltung von Tanners Arbeiten und hat aufgrund seiner Seltenheit und Provenienz zudem einen überregionalen, historischen Wert. Das Schlossmuseum hebt die Bedeutung des Objekts sowohl für die Stadt- und Regionalgeschichte als auch für die Forschung zur europäischen Jagd- und Waffenkultur hervor.

Das Gewehr wird im Laufe des kommenden Jahres in der Ahnengalerie des Schlossmuseums ausgestellt.
Dr. Carolin Schäfer (re.) und Sammlungsleiter Philipp Steinkamp (li) präsentieren das Tanner Gewehr. (Foto: Janine Skara)
Autor: emw

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