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Do, 18:45 Uhr
21.05.2026
Wiedereröffnung nach Sanierung erst 2027

Nordhäuser Theater bleibt weiter ein Jahr Baustelle

Wenn Nordhausens Theater-Intendant Daniel Klajner heute Abend im Theater im Anbau das Programm für die kommende Spielzeit präsentiert, wird er dem Publikum mitteilen, dass auch diese nicht im Haupthaus stattfinden wird. Denn inzwischen ist klar: Vor September 2027 wird das Nordhäuser Theater nicht wiedereröffnet...

Das Haupthaus des Nordhäuser Theaters ist noch offensichtlich Baustelle. Vor September 2027 werden hier keine Gäste empfangen. (Foto: ssc) Das Haupthaus des Nordhäuser Theaters ist noch offensichtlich Baustelle. Vor September 2027 werden hier keine Gäste empfangen. (Foto: ssc)
Bereits einen Tag zuvor, am Mittwochabend, hatte Klajner diese wenig erfreuliche Nachricht den Mitgliedern des Nordhäuser Hauptausschusses berichtet: „Wir planen mit der Wiedereröffnung des Theaters im September 2027. Es gibt keine andere Lösung, wenn wir den Spielbetrieb nicht für zwei bis drei Monate lahmlegen wollen“, sagte Klajner.
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Der eigentliche Zeitplan an Nordhausens längster und teuerster Baustelle kann nicht mehr gehalten werden. Wieder einmal nicht. Ursprünglich sollte der zweite Bauabschnitt am 30. April beendet sein. Dieser betrifft das komplette Haupthaus, also sämtliche Arbeiten vom Dach bis in den Keller. Immer wieder habe es in dem über 100 Jahre alten Gebäude Überraschungen gegeben. Planungen mussten nachgebessert, die Gründung des Hauses komplett erneuert werden. Von den angesetzten 106 Wochen Sanierungszeit ist man derzeit bei 144 Wochen, weitere werden folgen. „Wir haben in dem Haus deutlich mehr gemacht als 2019 vereinbart war“, sagte Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos). Die Kosten haben sich praktisch fast verdoppelt: von anfänglich 24 Millionen Euro auf inzwischen 44 Millionen Euro. 80 Prozent davon fördert das Land Thüringen.

Im Theater im Anbau, dem Neubau, findet sich derzeit noch die Interimsspielstätte. Hier sollen später die Werkstätte und Proberäume einziehen. (Foto: ssc) Im Theater im Anbau, dem Neubau, findet sich derzeit noch die Interimsspielstätte. Hier sollen später die Werkstätte und Proberäume einziehen. (Foto: ssc)
Bauamtsleiter Kai Ahlert sprach am Mittwochabend von einer hochkomplexen Baustelle. Die aktuellen Verzögerungen betreffen fast alle Gewerke. Die Abnahmen durch Sachverständige konnten noch nicht erfolgen. Der Aufzug werde derzeit noch montiert, auch der Kassenbereich sei noch nicht fertig. Insbesondere im Keller seien laut Buchmann erst 60 Prozent der Arbeiten erfolgt.

Ursprünglich sollte am 1. Mai der Schlüssel wieder an Hauschef Daniel Klajner übergeben werden, sodass der Umzug in der aktuellen spielfreien Zeit von Mai bis September von der Interimsspielstätte im Neubau ins Haupthaus hätte stattfinden können. Doch daraus wird nun nichts.

„Wir haben gekämpft“, sagte Buchmann im Hauptausschuss. „Und wir sind kurz vor dem Ziel.“ Er halte es für realistisch, bis Ende des Sommers den zweiten Bauabschnitt fertigzustellen und dem Theater anschließend die Schlüssel zu übergeben.

Theater-Intendant Daniel Klajner stellte am Mittwochabend im Hauptausschuss der Stadt Nordhausen seine Umzugslösung für das Theater vor. (Foto: ssc) Theater-Intendant Daniel Klajner stellte am Mittwochabend im Hauptausschuss der Stadt Nordhausen seine Umzugslösung für das Theater vor. (Foto: ssc) Doch für Klajner ist das viel zu spät, zumindest um noch in diesem Jahr wieder zu eröffnen. Im September läuft der Spielbetrieb wieder an. Verträge mit externen Darstellern sind bereits unterschrieben. Klajner sagte, ein Umzug mitten in der laufenden Spielzeit sei weder personell noch technisch machbar. Das technische Equipment im Wert von einer halben Million Euro, das im Haupthaus noch eingebaut werden müsse, befinde sich gegenwärtig im Theater im Anbau. Bei einem Umzug während des laufenden Betriebs müsste diese Technik praktisch doppelt vorgehalten werden: einmal für die Interimsspielstätte und einmal für die große Bühne.

Ein weiterer Knackpunkt, so Klajner: Das technische Personal sei bei einem laufenden Spielbetrieb komplett eingebunden und könne zusätzlich keinen Umzug stemmen. Es bleibe daher nur, auf die nächste spielfreie Zeit zu warten – also genau ein Jahr.

„Wir brauchen zehn bis zwölf Wochen, um mit dem Spielbetrieb umzuziehen“, sagte Klajner. Zudem müssten technische Proben erfolgen, die ebenfalls zwei bis drei Wochen dauerten, ehe sich der Vorhang das erste Mal auf der großen Bühne heben könne. Neben der Hauptbühne müssten allein acht Nebenräume wie Maske, Chorsaal, Foyer, Büros und auch das Catering noch eingeräumt werden.

Der dritte Bauabschnitt ist dann der Rückbau der Interimsspielstätte. Ist dieser erfolgt, sollen im jetzigen Theater im Anbau die Werkstätten einziehen, die sich aktuell noch in der Loge befinden. All das könne neben dem Spielbetrieb bewerkstelligt werden, ist Klajner sicher. Für den Intendanten steht fest: 2027 sei ein gutes Jahr für die Wiedereröffnung. „Dann feiert Nordhausen 1100 Jahre Stadtgeschichte und das Theater zugleich sein 110-jähriges Bestehen“.

Georg Müller (SPD) sagte, die Bauzeitverzögerung ziehe einen ganzen Rattenschwanz hinter sich her. Welche zusätzlichen Kosten entstünden denn nun? Auch Frank Kramer (AfD) fragte nach den Mehrkosten. Buchmann sagte, man wolle den Stadträten in der nächsten Stadtratssitzung am 8. Juni eine entsprechende Übersicht präsentieren. Und ja, man wolle die Mehrkosten, die durch die erneute Verzögerung entstanden seien, natürlich so gering wie möglich halten. Keine Probleme gebe es mit Verträgen mit all den involvierten Firmen, sagte Kai Ahlert. Man müsse sich allerdings jeden einzeln anschauen und gegebenenfalls anpassen.

Zahlen hatte am Mittwochabend Klajner parat: Er rechnet mit Mehrkosten in Höhe von rund 30.000 Euro allein für die Miete der Probenräume der Ballettkompanie, die derzeit in Niedersalza untergebracht ist, sowie für die Loge, in der sich aktuell die Werkstätten befinden.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
Straßenfeger
21.05.2026, 19:11 Uhr
Von 24 auf über 40 Millionen fürs Theater ....
... das wäre anderswo ein Fall für einen Untersuchungsausschuss. Hier in NDH wird es unter Kleinigkeiten abgetan von einem OB und einem Stadtrat im Schlafwagen.

Wo bleiben die Ausichtsbehörden? Wer hat das zu verantworten? Was tat der Aufsichtsrat? Seit wann ist es bekannt? Wer haftet?
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